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Große Hilfe für kleine Fische

Für die Modifizierung des „Denil-Fischpasses“ sicherte sich Georg Seidl den Staatspreis „Ingenieurconsulting“ – schon zum zweiten Mal.

Georg Seidls Ingenieurleistung rettet Fische und reduziert Kosten.
© flusslauf Georg Seidls Ingenieurleistung rettet Fische und reduziert Kosten.

Diese Innovation ist im wahrsten Sinne des Wortes „für die Fisch“: Denn exakt 110 Jahre nachdem der Belgier Gustave Denil 1909 zum ersten Mal seine Idee einer Fischaufstiegsleiter publizierte – und die in den Jahrzehnten danach weltweit State-of-the-Art wurde –, sicherte sich der Grazer Unternehmer Georg Seidl für die Modifizierung eben dieses Systems den österreichischen Staatspreis für „Ingenieurconsulting“.

„Denils Entwicklung ist sehr strömungsintensiv und berücksichtigt daher nur die schwimmstarken Arten, etwa Lachse. Die kleineren bzw. schwimmschwächeren Fische können diese nicht benutzen – diese machen aber den Großteil der Arten in den heimischen Flüssen aus“, erklärt Seidl. Also setzte er gemeinsam mit Experten der TU Graz rund 100 Jahre später an, den Denil-Fischpass entsprechend zu überarbeiten (siehe Bild oben). Eine gänzlich neue Entwicklung war aber nie angedacht, denn die Grundidee sei nach wie vor unschlagbar, so Seidl: „Dieser Gegenstrompass ist aufgrund der geringen Errichtungskosten und des Platzbedarfs bis heute die absolut günstigste Fischleiter-Variante.“

Sein Anspruch war es, die hohe Selektivität auszumerzen, damit auch kleine Fische zu ihren Laichplätzen gelangen können und damit die Arten in den Gewässern erhalten bleiben. Klingt einfach, war es aber nicht. Rund drei Jahre intensiver Forschungsarbeit stecken in der neuen Fischaufstiegshilfe, die bereits in mehreren EU-Ländern patentiert und in verschiedenen Anlagen installiert ist. Und die Ergebnisse sprächen für sich, so Seidl: „Die Kostenreduktion im Vergleich zu anderen Passier-Varianten kann 50 Prozent und mehr betragen. Das ist im Kleinwasserkraftbereich ein wesentliches Argument.“ Ebenso eigne sich diese Variante zumeist perfekt zum Nachrüsten, betont der Ingenieur: „Die Fischpassierbarkeit ist mitweile gesetzlich EU-weit vorgeschrieben, doch Nachrüstungen mit Standardbautypen sind oft wegen der dazu benötigten zusätzlichen Flächen gar nicht möglich“, erklärt er. „Ganz zu schweigen, von den Kosten, die oftmals die Millionengrenze sprengen.“

Ein Lift für die Fische

och das ist nicht die erste Ingenieursleistung, für die Seidl einen Consulting-Staatspreis eingeheimst hat. Denn schon 2015 wurde er mit dem Sonderpreis für die Neuentwicklung des „Fischlifts“ bedacht. So hat er am Kleinwasserkraftwerk Blumau erstmals dafür gesorgt, dass auch kleine Fische „per Aufzug“ große Höhen überwinden können. Dieser Aufstieg mittels eines in die Höhe gebauten Schleusensystems war nämlich in konventionellen Systemen ebenso nur den Großen vorbehalten, jetzt benutzen dieses Groß und Klein – und das gemeinsam. Was aber nicht heißt, hier werde im Lift ein „köstliches Buffet für Raubfische“ bereitet. Seidl: „Die ,Liftabteile‘ sind so konstruiert, dass sich kleine Fische vor Fressfeinden verstecken können.“


Quergefragt:

Was motiviert Sie?
Lösungen dafür zu finden, die Natur zu bewahren.
Was beschäftigt Sie?
Wir sind gerade dabei, fünf neue Anlagen zu errichten.
Was freut Sie?
Denil geriet in Vergessenheit. Die Anerkennung gebührt ihm.


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