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Grenzen überwinden

Vertreter der WK Steiermark und der WK Burgenland werden bei Betriebsbesuchen oft mit Anliegen konfrontiert, die über die Landesgrenzen hinausreichen. Deshalb wurde nun ein Aktions- und Forderungspaket geschnürt. 

 

© WKB

Immer wieder werden die Vertreter der WK Steiermark und der WK Burgenland bei Betriebsbesuchen mit Anliegen konfrontiert, die über die Landesgrenzen hinausreichen. Dazu zählen etwa der Missbrauch und das Lohndumping im Bereich des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs, aber auch der Schulsprengelübergreifende Besuch einer Berufsschule im jeweils anderen Bundesland. Die beiden Kammern haben aus diesem Grund ein Aktions- und Forderungspaket geschnürt.

Im Rahmen von Betriebsbesuchen zeigt sich immer wieder, dass der Schulsprengel-übergreifende Besuch einer Berufsschule für viele Unternehmer und deren Lehrlinge speziell in Grenzgebieten ein wichtiges Thema darstellt. Nachdem der Standort des Unternehmens für die Zuweisung zu einer Berufsschule entscheidend ist, ergeben sich für viele Lehrlinge lange Wegzeiten zwischen Wohnort und Berufsschule bzw. machen häufig den Aufenthalt in einem Internat notwendig. Im Fall vom Burgenland wären Berufsschulen in den benachbarten Bundesländern – wie eben in der Steiermark – oft wesentlich näher oder einfacher zu erreichen. Ein weiteres Problem, das immer wieder von Betrieben beklagt wird, ist das Fehlen mehrerer Lehrlinge zur gleichen Zeit in jenen Lehrberufen, in denen nur ein Turnus je Klasse und Jahr zustande kommt. Natürlich geht es hier auch um Kosten, Erhalt der Standorte und vieles mehr.

Neue Strukturierung

Sinnvoll ist es aber auch hier den Hausverstand zu nützen: Lehrlinge der Firma Katzbeck fahren z.B. rund 50 Kilometer in die Berufsschule nach Pinkafeld, obwohl sich in der Nachbarortschaft Fürstenfeld – jedoch Land Steiermark – eine Berufsschule befindet. „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll diese Frage österreichweit zu reformieren und neu zu strukturieren“, betonen die beiden Präsidenten der WKO Steiermark und Burgenland, Josef Herk und Peter Nemeth. Denn der Fall der Firma Katzbeck ist kein Einzelfall. Allein in der Steiermark wurden im Vorjahr 59 Anträge aus anderen Bundesländern auf Gastschulbesuche gestellt, umgekehrt gab es 73 Anträge von steirischen Lehrlingen, die in ein anderes Bundesland wechseln wollten. Genehmigt wurden davon 48 bzw. 55.

Hochgerechnet auf Österreich könne man daher von 500 bis 600 Fällen pro Jahr ausgehen, wobei der tatsächliche Bedarf bei unbürokratischer Handhabung noch durchaus höher liegen könnte. Denn allein im Burgenland gibt es derzeit 436 Lehrlinge, die es in eine Berufsschule in einem anderen Bundesland näher hätten, als in die Berufsschule im Burgenland. Davon 145 in die Berufsschulen in der Steiermark.  

Gemeinsame Grenzaktion

In den vergangenen Jahren standen sowohl die Vertreter der Wirtschaftskammer Burgenland als auch der Steiermark regelmäßig mit Polizei und Finanzpolizei an den jeweiligen Grenzübergängen nach Ungarn und Slowenien. Schwerpunktaktionen, die für eine Sensibilisierung gesorgt haben, aber noch für keine Lösung des Problems. Nach wie vor klagen viele Betriebe in beiden Bundesländern über ungleiche Wettbewerbsbedingungen durch Missbrauch im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr. „Wir wollen aus diesem Grund 2020 unsere Bemühungen hier noch einmal intensivieren und planen hier verschärfte und gemeinsam koordinierte Schwerpunktkontrollen“, kündigen Nemeth und Herk einen nochmals verstärkten Einsatz für fairen Wettbewerb an.

Wegen des Missbrauchs durch ausländische „Firmen“ gehen vor allem in den Grenzregionen unzählige Arbeits- und Lehrplätze verloren, ganz abgesehen von den Millionen an Steuergeldern die am Fiskus vorbei erwirtschaftet werden. Eine Studie der TU Graz beziffert die volkswirtschaftlichen Negativeffekte durch unlauteres Preisdumping allein für den Hochbau mit bundesweit 220 Millionen Euro pro Jahr.

Spielregeln dürfen nicht ignoriert werden

Würden Entsendebetriebe hier nämlich alle gesetzlichen Vorgaben einhalten, wäre ein Preisunterschied zu heimischen Firmen von maximal zehn Prozent erklärbar – in der Praxis sind aber meist 20 bis 30 Prozent feststellbar.

„Wir bekennen uns natürlich zum freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, dieser ist ja wie gesagt auch Grundlage unseres Exporterfolgs. Aber es kann nicht sein, dass ‚Spielregeln‘ systematisch ignoriert werden“, so Herk und Nemeth. Den Missbrauch unserer Gesetze und somit die Schädigung der heimischen Betriebe werde es solange geben, solange sich die Betrüger sicher fühlen und relativ unbehelligt unsere Grenzen passieren können. Gerade deshalb seien diese Schwerpunktkontrollen nach wie vor notwendig.  

WIFI Angebote

Grenzüberschreitende Kooperation wird von den beiden Kammern aber nicht nur gefordert, sondern auch selbst gelebt – vor allem im Bereich der Weiterbildung. Denn die Bedürfnisse von Unternehmen und ihren Mitarbeitern sind in der Steiermark nicht viel anders wie im Burgenland. Oft fehlt es hüben wie drüben an der kritischen Größe, damit Kurse stattfinden. Aber auch der Austausch mit Kollegen und Gleichgesinnten ist hilfreich. Deshalb werde man im Bereich der WIFIs künftig noch enger kooperieren, Kursangebote abstimmen und sogar gemeinsame „burgenländisch-steirische“ Kurse anbieten. Das können Vorbereitungskurse für Lehrabschluss- und Meisterprüfungen ebenso sein, wie Seminare zum Steuerrecht oder im Managementbereich. Darüber hinaus sollen Synergieeffekte bei der Trainer-Suche und bei Marketing-Aktivitäten genutzt werden.

Hervorzuheben ist hier ein erstes gemeinsames Projekt, nämlich der akademische Lehrgang „MSc Tourismusmanagement“. „Hier planen wir Module in Oberwart und in Graz. Außerdem stehen Exkursionen zu Tourismusbetrieben im Burgenland und in der Steiermark auf dem Lehrplan“, so Nemeth und Herk.  

EuroSkills

EuroSkills wird alle zwei Jahre als Europameisterschaft der Berufe ausgetragen. Von 16. bis 20. September 2020 findet diese Europameisterschaft erstmals in Österreich, mit Austragungsort Graz, statt. Herzstück ist der berufliche Wettbewerb junger Fachkräfte, die ihr fachliches Können in einem dreitägigen Wettkampf unter Beweis stellen. Die Teilnehmer sind ausgelernte Nachwuchsfachkräfte mit abgeschlossener Lehre, Absolventen einer berufsbildenden höheren Schule oder einer Fachhochschule im Alter von bis zu 25 Jahren. Die jungen, talentierten Fachkräfte aus 30 Ländern werden in rund 45 verschiedenen Berufen in spannenden Wettbewerben gegeneinander antreten und um die EM-Medaillen rittern. „Diesen Großevent in unserer Nachbarschaft wollen wir Burgenländer natürlich nutzen, um auch die burgenländischen Jugendlichen von der Besonderheit einer Lehre zu überzeugen“, betont Nemeth.

Um möglichst viele Burgenländer zu dem Event zu bringen, co-finanzieren die Sparten Tourismus und Freizeitbetriebe sowie Handel und Gewerbe und Handwerk Busfahrten zu den EuroSkills. „Wir wollen so mindestens 500 Schülerinnen und Schülern aus dem Burgenland die Möglichkeit geben, in Graz live dabei zu sein“, betont Nemeth.


Präsident Josef Herk,WK-Steiermark, Nina Katzbeck, Hans Peter Katzbeck und Präsident Peter Nemeth, WK-Burgenland
© WKB Präsident Josef Herk, WK-Steiermark, Nina Katzbeck, Hans Peter Katzbeck und Präsident Peter Nemeth, WK-Burgenland
Präsident Peter Nemeth, WK-Burgenland, Nina Katzbeck und Präsident Josef Herk, WK-Steiermark
© WKB Präsident Peter Nemeth, WK-Burgenland, Nina Katzbeck und Präsident Josef Herk, WK-Steiermark


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