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Grazer Cafe auf der Suche nach "Aktionären"

Gastronom Paul Schneider zeigt sich in der Corona-Krise erfinderisch und ruft seine Stammkunden auf, bei ihm "Aktien" zu kaufen. Im Gegenzug gibt es lebenslange Rabatte. Die Resonanz auf die Aktion ist "überwältigend". 

Paul Schneider in seinem Lokal
© kk Paul Schneider muss das Geek's Cafe in der Grazer Zinzendorfgasse derzeit geschlossen halten.

Die Gastronomie zählt zweifelsohne zu den am stärksten von der Corona-Krise gebeutelten Branchen: Die Betriebe müssen wochenlang geschlossen halten, die Umsätze brechen komplett weg, während die Fixkosten weiter laufen. Ein Fiasko, das für viele Betriebe existenzbedrohend ist.

Paul Schneider, Chef des "Geek's Cafe" in der Grazer Zinzendorfgasse, kann ein Lied davon singen: "Ich kann nicht sagen, wie lange wir das durchstehen. Durch die Top-Lage mitten im Uni-Viertel müssen wir hohe Fixkosten stemmen. " Um die erste Akutphase zu durchtauchen, hat der findige Unternehmer eine – ungewöhnliche – Aktion gestartet: Auf Facebook hat er seine Stammkunden aufgerufen, bei ihm Anteile zu kaufen. "Um schnellstmöglich unsere Lieferanten bezahlen zu können, haben wir beschlossen, unseren Betrieb in eine Art Aktien-Gesellschaft zu verwandeln", heißt es da. Konkret wurden drei Aktienpakete geschnürt (zum Preis vom 100 Euro, 50 Euro oder 10 Euro) – und im Gegenzug wurden den "Aktionären" Rabatte (von 10 Prozent, 5 Prozent oder 1 Prozent) für den Eigenverbrauch auf Lebenszeit zugesagt.

Große Solidarität der Stammkunden

"Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend", zieht Schneider eine höchst erfreuliche Bilanz: "Wir freuen uns sehr über das große Feedback und die Solidarität unserer Stammkunden in dieser schwierigen Zeit." Mittlerweile zählt der Betrieb schon über 30 "Anteilseigner". Damit sei es gelungen, so Schneider, zumindest einmal die Fixkosten für den März abzudecken.

Trotzdem bleibt für den Cafe-Betreiber die Lage auch weiter äußerst angespannt. "Als Studentenlokal mitten im Grazer Uni-Viertel sind wir besonders schwer betroffen", so Schneider. "Der März ist traditionell unser stärkster Monat, wo wir nach den Semesterferien viel Umsatz aufholen müssen. Der ist aber leider  weggebrochen  – und wir müssen jetzt noch einige Wochen geschlossen halten. Und wenn die Universitäten zu bleiben, fehlt uns damit auch unsere wichtigste Klientel – die Studenten." Umso mehr hofft er auch weiterhin auf breite Unterstützung seiner Stammkunden, um den Betrieb gemeinsam mit seiner Freundin und den zwei Mitarbeitern in gewohnter Form fortsetzen zu können.

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