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Genauer Zeitplan für die Babypause

Stellt sich Nachwuchs ein, dann muss die Karenzdauer zeitgerecht gemeldet werden. Was passiert, wenn die Meldefrist verpasst wird? Die Expertin gibt Auskunft.

Schutzfrist und Karenz sind zeitlich genau terminisiert.
© Wayhome Studio - stock.adobe.com Schutzfrist und Karenz sind zeitlich genau terminisiert.

Einem Arbeitnehmer ist auf dessen ausdrückliches Verlangen bis zum letzten Tag vor dem zweiten Geburtstag des Kindes Karenz zu gewähren, wenn das Kind im gemeinsamen Haushalt betreut wird. 

Die gesetzliche Karenz selbst kann nie zwei Jahre lang sein, sondern höchstens ca. 22 Monate, da die Zeit des Beschäftigungsverbotes nach der Bindung von der maximalen gesetzlichen Karenzdauer von zwei Jahren abzuziehen ist. Auch wenn der Arbeitnehmer zwei Jahre Karenz verlangt, meint er damit in der Regel die Zeit bis zum zweiten Geburtstag des Kindes, da im Zweifel von der Geburt weg gerechnet wird. Beabsichtigt ein Dienstnehmer, unmittelbar im Anschluss an die Schutzfrist in Karenz zu gehen, dann muss er Beginn und Dauer der Karenz spätestens bis zum Ende des Beschäftigungsverbotes dem Arbeitgeber bekannt geben.

Alexandra Richter, Expertin im WKO-Rechtsservice, über einen wichtigen Fristenlauf: „Hat der Dienstnehmer nicht spätestens am letzten Tag der Schutzfrist, in der Regel acht bzw. zwölf Wochen, längstens aber 16 Wochen nach der Geburt dem Arbeitgeber die Karenz bekanntgegeben, dann muss er die Arbeit am ersten Tag nach dem Ende der Schutzfrist antreten oder das Dienstverhältnis beenden. Karenz kann dann nur noch mit Zustimmung des Arbeitgebers vereinbart werden.“ 

Erscheint der Arbeitnehmer nach Ablauf des Beschäftigungsverbotes nicht zur Arbeit, ohne dass eine rechtzeitige Karenzmeldung erfolgt ist, so stellt das ungerechtfertigte Fernbleiben selbst dann einen Entlassungsgrund dar, wenn rechtzeitig Kinderbetreuungsgeld beantragt wurde und bezogen wird. Richter: „Das Gesetz stützt sich dabei auf die Unterlassung der Dienstleistung während einer unter Umständen erheblichen Zeit ohne rechtmäßigen Hinderungsgrund“. 

Die WKO-Expertin macht da­rauf aufmerksam, dass Arbeitgeber in diesem Fall keinesfalls längere Zeit untätig bleiben dürfen, „weil sonst die Gefahr besteht, dass es zu einer schlüssigen Karenzvereinbarung kommt.“ Dienstnehmer sind daher am ersten Tag des unentschuldigten Fernbleibens nachweislich schriftlich aufzufordern, unverzüglich ihre Arbeit anzutreten oder binnen der gesetzten Frist den Grund für die Abwesenheit unter Vorlage eines Nachweises (zum Beispiel Krankenstandsbestätigung) bekanntzugeben. Reagiert der Dienstnehmer auf diese Aufforderung nicht, sollte der Arbeitgeber den Arbeitnehmer erneut schriftlich zum Arbeitsantritt auffordern und für den Fall eines neuerlichen Nichtmeldens binnen einer angemessenen Frist die Entlassung androhen. Soll die Entlassung noch vor Ablauf des besonderes Kündigungs- und Entlassungsschutzes ausgesprochen werden, setzt dies die vorherige Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichts voraus. 

Richter mit einem wichtigen Zusatz: „Nach Ablauf von vier Monaten nach der Geburt ist der Ausspruch der Entlassung auch ohne vorherige gerichtliche Zustimmung möglich.“ 

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