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Wettlauf gegen drohenden Gas-Engpass

Energieexperte Oliver Dworak über zu langsam befüllte Gasspeicher und den angespannten Blick der Industrie Richtung Winter. 

Speicher Haibach
© Wikipedia/www.arne-mueseler.com Um einem drohenden Gas-Stopp aus Russland entgegenzuwirken, werden neue Bezugsquellen gesucht bzw. auch vorhandene Speicherkapazitäten wie Haidach (Bild) genutzt.

Es ist und bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit – denn auch wenn Russland Nord Stream 1 wieder „freigegeben“ hat, sind die Mengen dennoch a) zu wenig und b) zu langsam. „Die russischen Gaslieferungen nach Europa sind signifikant gesunken. Nach den Wartungsarbeiten waren es nur einige Tage, an denen Lieferungen wie zuvor – wir sprechen hier von etwa 40 Prozent der technisch möglichen Kapazität – gekommen sind. Seit Ende Juli wurde auf 20 Prozent gekürzt“, erzählt WKÖ-Energieexperte Oliver Dworak. Im Online-Talk, organisiert von der steirischen Sparte Industrie, hatte Dworak dennoch eine gute Nachricht zu verkünden: Trotz Ukrainekriegs und reduzierter Gasflüsse aus Russland sei die Versorgung der Endkunden aktuell noch uneingeschränkt gewährleistet, die Speicher seien moderat gefüllt. „Wobei hervorzuheben ist, dass Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern mit einer Speicherkapazität von 95 Terrawattstunden bei einem Verbrauch (2021) von rund 96 TWh einen kompletten Jahresbedarf auf Vorrat halten kann“, erklärt Dworak.

EU-Gas-Notfallplan

Ein Blick auf die aktuellen Füllstände zeigt knapp 53 Terrawattstunden Gas in den Speichern an. Die staatliche Notreserve (mit der Österreich im Worst Case über den Winter kommt) ist mit 20 TWh zwar in trockenen Tüchern, dennoch sorgen Unternehmen zusätzlich auch selbst für den Ernstfall vor. So erklärte die voestalpine, zumindest für die nächsten drei Monate genügend Gas gesichert zu haben. Doch das ist nur ein winzigkleiner Tropfen auf den heißen Stein, steigt doch mittlerweile europaweit die Befürchtung, dass Russland – hier bezieht Österreich 80 Prozent des Gases – den Hahn komplett zudreht. Konsequenz: Der europäische Notfallplan zur Vorbereitung auf einen möglichen Stopp russischer Gaslieferungen trat deshalb mit 9. August in Kraft. Zwar wird hier zuerst auf freiwillige Reduktionen der Länder gesetzt, doch verbindliche Schritte könnten folgen. Und das hätte massive Auswirkungen für die heimische Industrie, auf die rund 40 Prozent des Gas-Gesamtverbrauchs entfallen. Die Mengen liegen hier monatlich zwischen 2,6 und vier TWh, mit den weiteren Verbrauchern sind es in den Sommermonaten insgesamt zwischen vier und fünf Terrawattstunden. Ab Oktober aber steigen die Verbräuche von Haushalten, Gaskraftwerken und Co. drastisch an. Dworak: „Von Oktober bis Jänner zählt man Spitzen von bis zu 13,5 TWh. Im Winter kann es also zu Verknappungen kommen.“ Deshalb werde versucht, weitere Bezugsquellen zu sichern bzw. vorhandene Kapazitäten, etwa den Speicher Haidach, zu nutzen. 

Die steigenden Sorgen energieintensiver Industrieunternehmen seien also mehr als begründet, so der Experte: „Sollte es zu Lenkungsmaßnahmen kommen, werden in Stufe zwei rund 30 Großabnehmer aus der Industrie zusätzlich zu Anlagen der Energiewirtschaft Reduktionen hinnehmen müssen. Ab Stufe drei sprechen wir von 7.000 Betrieben quer durch alle Industriebranchen.“ 



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