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Frutura startet den nächsten Ausbauschritt

Während in der Frutura Thermal-Gemüsewelt die ersten Tomaten geerntet werden, rücken vor dem Glashaus bereits die Bagger für Bauabschnitt zwei an. Die „Steirische Wirtschaft“ war auf Verkostungs- und Erkundungstour.

Manfred Hohensinner und Tochter Katrin ernten die ersten Bio-Tomaten.
© Fischer Manfred Hohensinner und Tochter Katrin ernten die ersten Bio-Tomaten.

Fruchtig, saftig, frisch: So präsentieren sich die allerersten Tomaten und Gurken der Saison 2017. Doch hier handelt es sich nicht etwa um südeuropäische Importware, sondern um knackiges Bio-Gemüse aus der Steiermark. Geht Ende März nicht? Geht ab jetzt doch! Denn diese Vitaminspender kommen aus der Frutura-Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau – dem so imposanten wie auch umstrittenen Projekt von Frutura-Geschäftsführer Manfred Hohensinner. Grund genug für die „Steirische Wirtschaft“, pünktlich zum Start der Gemüseernte und des „ersten Anpflanz-Geburtstags“ dem Glashausprojekt einen Besuch abzustatten.
Was auffällt, ist die, für österreichische Verhältnisse, doch enorme Dimension. 43.000 Quadratmeter Produktionsfläche „unter Glas“ misst alleine die Bio-Fruchtgemüse-Abteilung – also jener Teil des Thermal-Gemüsewelt-Projekts, der schon von Weitem zu sehen ist. „Bis zum Spätherbst kommen hier aber noch weitere 120.000 Quadratmeter Glashausfläche für den konventionellen Anbau hinzu“, erzählt Hohensinner und verweist auf das rege Treiben auf den benachbarten Feldflächen. Der lange erwartete Baubescheid für die zweite Ausbaustufe kam zwar erst im Februar, doch schon jetzt sind die Planierraupen eifrig am Werkeln, „damit es bereits im heurigen Dezember auch in diesem Segment frische Tomaten zu ernten gibt“, zeigt Hohensinner, dass man hier von der ganz schnellen Truppe ist.


„Wir haben dafür zweimal den Glockner durchbohrt“


Aber dass hier ohne lange Umschweife gleich Nägel mit Köpfen gemacht werden, ist auch kein Wunder, wenn man auf die Historie dieses österreichweit einzigartigen Projekts blickt. Denn vom Warten hat Hohensinner beileibe genug: „Zu lange wurde gegen dieses Vorhaben von verschiedensten Seiten gemauert – auch von Institutionen und Gruppierungen, die es nicht einmal der Mühe wert gefunden haben, sich persönlich ein Bild von der Sache zu machen, gegen die sie so öffentlichkeitswirksam auftreten.“
Ein Umstand, der dem Gemüseanbau-Visionär und „leidenschaftlichen Landwirt“ besonders sauer aufstößt. Auch jetzt noch, wo doch – nach dem ersten Ernte-Testlauf im Mai 2016 – nun zum ersten Mal in Vollbetrieb gegangen wird. „1.000 Tonnen Bio-Gemüse werden es bis Mitte Dezember diesen Jahres sein, die dank perfekter Raumheizung heranwachsen“, erzählt Hohensinner, dem die Freude über den nun so gelungenen Start anzusehen ist. Was verständlich ist, hat er doch bereits vor 16 Jahren die Idee geboren, mit heißem Thermalwasser, „das es hier in der Gegend ja zur Genüge gibt“, einen ganzjährigen Fruchtgemüseanbau in der Region anzudenken. „Es kann nicht sein, dass wir, vor allem in den kalten Monaten, bis zu 80 Prozent des Gemüses von weit her importieren müssen“, verdeutlicht Hohensinner seine Motivation, die nun – zwei Monsterbohrungen auf 3.500 Meter Tiefe und ein Gesamtinvest von 50 Millionen Euro später – im wahrsten Sinne des Wortes die ersten Früchte trägt.
Ebenso ertragreich ist seine Idee auch für die eher strukturschwache Region. „Aktuell arbeiten hier 60 Mitarbeiter, im Endausbau werden es 200 sein“, beziffert Hohensinner die „Job-Ernte“. Und während er durch die angenehm warmen Gänge der Thermal-Gemüsewelt führt, hat der Unternehmer auch noch weitere spannende Zahlen parat. So sei das Thermalwasser, das nur zur Erwärmung des in sich ebenso geschlossenen Glashauskreislaufs dient, 125 Grad heiß. 100 Grad werden mittels Wärmetauscher daraus entzogen, um den großen „Boiler“ aufzuheizen, bevor es, „ohne einen Tropfen davon zu entnehmen“, wieder in die Erde zurückgeleitet wird.
Doch um an dieses so wichtige „natürliche Heizelement“ zu kommen, das nun dafür sorgt, dass im Steirerland auch im Winter regionales Gemüse sprießt, musste Hohensinner etliche schlaflose Nächte ertragen: „Wir haben umgerechnet zweimal den Glockner durchbohrt und dafür Millionen investiert, ohne zu wissen, ob wir wirklich an der richtigen Stelle ansetzen.“

Frutura-Facts

Ab 2019/20 (Endausbaustufe) werden insgesamt 11.000 Tonnen Tomaten, Gurken und Paprika (bio und konventionell) pro Jahr geerntet werden. Der Geothermie-Einsatz spart im Vergleich zu mit Gas beheizten Glashäusern über 28.000 Tonnen CO2 ein. Rund eine Million Lkw-Kilometer werden durch den regionalen Anbau eingespart. Weitere Infos zum Projekt: www.frutura.com

Von Veronika Pranger

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