th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

"Frauen müssen sichtbarer werden"

Gabriele Lechner wurde an die Spitze von „Frau in der Wirtschaft“ gewählt. Wie die Landesvorsitzende über Quoten, Vereinbarkeit und die gläserne Decke denkt, hat sie im großen Antrittsinterview verraten.

Gabriele Lechner ist die neue Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft.
© Foto Fischer Gabriele Lechner ist die neue Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft.

Als Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ folgen Sie Adelheid Moretti nach, die sich fast 20 Jahre für bessere Bedingungen für Unternehmerinnen einsetzte. Wie groß sind da die Fußstapfen?
Gabriele Lechner:
Zweifelsohne hat Adelheid Moretti wichtige Weichenstellungen für Unternehmerinnen mitgestaltet und viel geleistet. Ich möchte jedoch nicht in ihre Fußstapfen treten, sondern eigene Spuren hinterlassen und selbst Akzente setzen.

In welchen Bereichen möchten Sie Schwerpunkte setzen?
Lechner:
Intern möchte ich die Wertschätzung gegenüber den Funktionärinnen an der Basis stärken. Und wir müssen nach außen hin sichtbarer werden. Zudem möchte ich Frauen bei der Gründung unterstützen und mit dem Projekt „Unternehmerin macht Schule“ erfolgreiche Frauen vor den Vorhang holen und unternehmerisches Denken forcieren. 

Der Frauenanteil bei den Gründungen liegt bei fast 49 Prozent. Braucht es da noch Einrichtungen wie „Frau in der Wirtschaft“?
Lechner:
Meine Vision ist, dass es eines Tages nicht mehr gebraucht wird, aber davon sind wir noch weit entfernt. Denn in den Köpfen ist die Gleichstellung noch immer nicht angekommen. Auch in den Gremien der Wirtschaftskammer sind Frauen mit 29 Prozent Funktionärinnenanteil zu wenig abgebildet. Den Anteil auch hier zu erhöhen, ist ein weiteres Ziel, das wir verfolgen.

Sind Männer die besseren Netzwerker?
Lechner:
Sie sind die kontinuierlicheren Netzwerker. Frauen verlieren oft das Netzwerk, wenn sie sich für Familie entscheiden. Und sie sind insgesamt vorsichtiger, zurückhaltender und selbstkritischer – und sie trauen sich zu wenig zu. Das ist auch der Grund, warum manche Frauen in der Gründungsphase wieder abbrechen. Hier möchten wir mit einem Mentoring-Programm gegensteuern.

Wo möchten Sie sonst noch Akzente setzen?
Lechner:
Wir wollen uns zusätzlich zu spezifischen Frauenthemen für eine Senkung der Lohnnebenkosten stark machen und ein besseres Bewusstsein schon bei den Eltern für Lehrberufe schaffen, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Das sind Themen, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.

Die gläserne Decke ist indes ein Phänomen, das nur Frauen betrifft. Trotz steigenden Akademikerinnenanteils sind noch immer zu wenig Frauen in Führungspositionen in heimischen Betrieben. Wie stehen Sie zu Quoten?
Lechner:
Quoten sollen nicht der einzige Grund sein, warum Frauen in gewissen Positionen sitzen. Aber wenn sie zur Unterstützung dienen, um den Frauenanteil zu erhöhen, ist es gerechtfertigt, zumindest darüber zu diskutieren. 

Was hat sich bisher getan bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Und wo gibt es noch Aufholbedarf?
Lechner:
Es gab Verbesserungen beim Kinderbetreuungsgeld und beim Wochengeld für Unternehmerinnen, aber es gibt noch immer viel zu tun: Wir brauchen noch mehr Kinderbetreuungsangebote in den Ferien – auch für ältere Kinder – und eine Vereinheitlichung der schulautonomen Tage. Das Wichtigste aber ist, dass das Umdenken in den Köpfen stattfindet.

Was wäre der vordringlichste Wunsch aus Frauensicht?
Lechner:
Für Frauen wäre es wichtig, dass es eine echte Wahlfreiheit gibt, und zwar ohne Vorbehalte. Beide Lebensentwürfe – Beruf und Familie – müssen legitim und kombinierbar sein. 

Sie stammen aus einer Unternehmerfamilie. Welche Werte und Haltungen wurden Ihnen quasi in die Wiege gelegt?
Lechner:
Ein Unternehmen zu führen, war immer mein Herzenswunsch. Was mir mein Vater mitgegeben hat, waren Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Mir wurde eine gute Ausbildung ermöglicht, wofür ich dankbar bin, aber den Rest habe ich mir selbst erarbeitet.

Sie sind Chefin einer Werbeagentur und haben zwei Kinder. Wie stehen Sie zur Frage, wie Sie beides unter einen Hut bekommen?
Lechner:
Es wäre schön, wenn diese Frage eines Tages nicht mehr notwendig wäre. Einem Mann werden solche Fragen ohnedies nicht gestellt. Ich habe mich bewusst für eine Familie entschieden, aber vor der Gründung meines Unternehmens musste ich mein Netzwerk wieder aufbauen. Dabei war „Frau in der Wirtschaft“ eine große Hilfe. Ohne Netzwerk und die Unterstützung meiner Familie hätte ich meine Werbeagentur nicht so gut aufbauen und entwickeln können.


Zur Person

Gabriele Lechner wurde am 25. März 1967 in Graz geboren. Studium Geschichte/Germanistik, langjährige Tätigkeit in Marketing und Vertrieb, 2007 Gründung der eigenen Werbeagentur. Seit 2012 engagiert sie sich für „Frau in der Wirtschaft“. Lechner ist verheiratet und hat zwei Kinder.


Das könnte Sie auch interessieren

Gesucht werden Personen ab 15 Jahren mit guten Englischkenntnissen. Infos unter www.euroskills2020.at/volunteers.

600 Freiwillige für Berufs-EM gesucht

Im Rahmen der Berufs-EM in Graz gibt es viel zu tun – 600 Volunteers sollen die EuroSkills 2020 GmbH dabei unterstützen.  mehr

Umsatzverdoppelung im 15. Jubiläumsjahr:  HTS-Geschäftsführer Johann Harer.

Doppelter Umsatz mit digitaler Wende

Höchststand: Fünf Milliarden Euro an Umsatz verzeichnet die steirische Medizintechnik im 15. Jubiläumsjahr. mehr