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"Frauen müssen sich besser vermarkten"

Den weiß-grünen Unternehmerinnen will sie Mut machen und Vorbild sein: Gabriele Lechner wird sich als neue Vizepräsidentin der WKO Steiermark vor allem für frauenpolitische Anliegen stark machen.

Gabriele Lechner
© Foto Fischer Gabriele Lechner

Sie stehen seit wenigen Monaten an der Spitze von „Frau in der Wirtschaft“ und werden künftig das Präsidium der WKO Steiermark als Vizepräsidentin verstärken. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Gabriele Lechner: Mir liegen – nicht nur als Landesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ – natürlich Frauenanliegen am Herzen, von der Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum bis hin zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen. Wenn ich diese Themen als Vizepräsidentin artikuliere, bekommen sie eine noch größere Bühne, noch mehr Resonanz. Ich halte es für ein wichtiges Signal, eine Frau an die Spitze zu holen – zumal ja die Zahl der Unternehmerinnen ständig steigt.

Der Frauenanteil bei den Gründungen liegt bei fast 49 Prozent. War der Schritt, eine Frau an der Spitze der WKO Steiermark zu positionieren, nicht überfällig?

Lechner: Ich denke schon. Wenn wir als Wirtschaftskammer den Unternehmerinnen nicht zeigen, dass auch eine Frau für sie da ist, dann laufen wir Gefahr, sie zu verlieren. So aber können wir sie zurück ins Boot holen. Ich bin auch überzeugt davon, dass dieser Schritt die Glaubwürdigkeit der WKO für Unternehmerinnen stärkt, weil sie  sich vertreten fühlen. Ich komme aus dem Marketing und der Kommunikation – und weiß daher auch um die Bildsprache einer auch weiblich besetzten Institution.

Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen?

Lechner: Mir ist es sehr wichtig, Frauen zu stärken. Frauen müssen sichtbarer werden und sich mehr zutrauen. Aus meiner Sicht wäre ein Mentoring-Programm sinnvoll – vor der Gründung, nach drei Jahren und für etablierte Unternehmerinnen. Abseits der Frauenthemen möchte ich mich vor allem für die Senkung der Lohnnebenkosten stark machen. Wenn das gelingt, könnten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wollen Sie auch Vorbild sein für andere Frauen?

Lechner: Ich nehme die neue Aufgabe mit Demut an – und ja, ich möchte Vorbild sein für andere Frauen. Neben der Fachkompetenz möchte ich vor allem Empathie einbringen, das beherrschen Frauen ganz anders als Männer.

Apropos Unterschiede: Sind Männer die besseren Netzwerker?

Lechner: Sie sind die kontinuierlicheren Netzwerker. Frauen verlieren oft das Netzwerk, wenn sie sich für Familie entscheiden. Und Männer hinterfragen grundsätzlich weniger, gehen auf ein Bier, klopfen sich auf die Schulter. Frauen sind da insgesamt zurückhaltender, vorsichtiger. Sie müssen sich besser vermarkten.

Die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertun ist trotz Papamonat & Co noch immer ein Frauenthema. Was muss sich ändern?

Lechner: Es muss selbstverständlich sein, dass eine Frau, die Kinder hat, anders arbeitet. Abgesehen von den Rahmenbedingungen ist das Wichtigste, dass ein Umdenken in den Köpfen stattfindet. Eine echte Wahlfreiheit muss möglich sein. Beide Lebensentwürfe – Familie und Unternehmertum – müssen legitim und kombinierbar sein.

Die gläserne Decke ist ein Frauen-Phänomen: Der Akademikerinnenanteil steigt, aber der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist ausbaufähig. Sind Quoten ein adäquates ­Mittel, um das zu ändern?

Lechner: Quoten sollen nicht der einzige Grund sein, warum Frauen in gewissen Positionen sitzen. Aber wenn sie zur Unterstützung dienen, um den Frauenanteil zu erhöhen, ist es gerechtfertigt, zumindest darüber zu diskutieren.
Sie kommen selbst aus ­einer Familie mit unternehmerischem Background.

Welche Eigenschaften zeichnen Sie aus? 

Lechner: Ich hatte immer die erforderliche Portion Mut, bin zu Entscheidungen gestanden, auch wenn sie nicht immer richtig waren. Das hat mir in meinem unternehmerischen Leben sehr geholfen. Meinem Vater bin ich dankbar, dass er mir Eigeninitiative und Eigenverantwortung beigebracht hat. Mir wurde eine gute Ausbildung ermöglicht, aber den Rest habe ich mir selbst erarbeitet.

Sie haben zwei Kinder. Wie stehen Sie zur Frage, wie Sie Familie und Firma gemanagt haben?

Lechner: Es wäre schön, wenn diese Frage eines Tages nicht mehr notwendig wäre. Einem Mann werden solche Fragen nie gestellt.


Zur Person: Gabriele Lechner ist studierte Historikerin und Germanistin. Langjährige Tätigkeit im Marketing und Vertrieb, 2007 Gründung einer Werbeagentur. Seit März 2019 Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“, Nominierung zur Vizepräsidentin der WKO Steiermark.


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