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Frankreich ist zurück auf der Überholspur

EU-Präsidentschaft und die Wiederwahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten – wir haben Österreichs Wirtschaftsdelegierten Christian Schierer nach den aktuellen Entwicklungen in der „Grande Nation“gefragt.

Paris mit Eiffelturm
© Adobestock, Eyetronic In der Hauptstadt Paris gibt es zahlreiche, auch für österreichische Firmen interessante, Projekte.

Emmanuel Macron wurde als Präsident Frankreichs wiedergewählt. Was bedeutet der Wahlausgang für die Wirtschaft und für Europa?

Schierer: Die Wiederwahl Macrons bedeutet für Frankreich und Europa in sowohl wirtschaftlich als auch politisch und militärisch herausfordernden Zeiten ein starkes Signal für Stabilität und eine reflektierte Zustimmung zu einem vor fünf Jahren eingeschlagenen, notwendigen Reformkurs. Die rechte Aufsplitterungsstrategie von Le Pen und Zemmour ist nicht aufgegangen und sie haben ihr Ziel nicht erreicht.

Wofür steht die Regierung Macron?

Schierer: Sie geht Themen an wie die Vereinheitlichung des Pensionssystems, die Anhebung des Pensionsalters auf 65 Jahre, die Förderung des grünen Wasserstoffs und Investitionen in kleine Kernreaktoren. Zudem ist die Entlüftung des Steuerrechts ein Signal an die internationale Wirtschaftsgemeinschaft, dass Frankreich weiterhin Investitionsstandort Nummer 1 in der EU bleiben will. Macron ist in Europa wohl der pro-europäischste Staatsmann überhaupt. Auf Europa-Ebene wird sicherlich eine Reform des Schengen-Raums mit einem stärkeren Schutz der Außengrenzen oder aber auch das Einführen des Umweltschutzes in die EU-Grundrechts-Charta angestrebt. Auch die Stärkung des Europaparlaments und der Ausbau des Erasmus-Programms sowie der europäischen Lehrlingsausbildung werden sicherlich wichtige Akzente sein. Nicht zuletzt ist Frankreich auch auf der Weltbühne stark präsent.

Wie wird sich die Wirtschaft im Land weiter entwickeln? 

Schierer: Frankreich wird sich weiterhin als der Wirtschafts-TGV gegenüber der schnaufenden Dampflok Deutschland präsentieren. Man hat große Ambitionen: So wird massiv in die strategische Autonomie – also die Stärkung der französischen Industrie –,  in erneuerbare Energie und in thermische Sanierung investiert. Pro Jahr sollen 700.000 Wohnungen thermisch saniert werden. 25 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen fließen zudem in Forschung und Entwicklung, Universitäten und das Ausbildungssystem. 

Kann man schon eine Bilanz zu Frankreichs EU-Ratspräsidentschaftsvorsitz ziehen?

Schierer: Es ist eine sehr erfolgreiche, effiziente Ratspräsidentschaft. Insbesondere auch deshalb, weil sie aufgrund der französischen Präsidentschaftswahlen eigentlich auf vier Monate zusammengeschrumpft war.

Wo sehen Sie Chancen für österreichische Firmen?

Schierer: Frankreich braucht österreichische  Lösungen und ist unter den Top 5 der wichtigsten Märkte Österreichs. Ein massives Reindustrialisierungsprogramm, die Stärkung der Bereiche Umwelttechnologien, thermische Sanierung, aber auch Mobilität, insbesondere Aeronautik, E-Mobility und Eisenbahnwesen, werden weiterhin starke Treiber sein. Bedeutend sind auch Großprojekte wie „Le Grand Paris“, das größte Stadterweiterungsprojekt in Europa, die Ski-WM 2023 in Courchevel-Méribel und die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Es gibt 460 österreichische Niederlassungen sowie zahlreichen Filialen, die insgesamt etwa 18.900 Menschen beschäftigen.

Aktuelle Zahlen

  • 65,48 Millionen Menschen leben im Jahr 2022 in Frankreich auf einer Fläche von etwa 643.800 Quadratkilometern.
  • 365,3 Millionen Euro an Waren exportierte die Steiermark im 1. Halbjahr 2021 nach Frankreich.
  • 160,6 Millionen Euro war der Wert  der Waren, die im 1. Halbjahr 2021 von Frankreich in die Steiermark geliefert wurden.

Von Petra Mravlak

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