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Forschungs- und Innovationsstandort Steiermark auf dem Prüfstand

Eine Innovations-Performancestudie der WKO und der Industriellenvereinigung Steiermark zeigt erstmals die Output-Effekte von Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf. Im österreichischen wie auch europäischen Vergleich liegt die Steiermark bei einigen der erhobenen Indikatoren im Spitzenfeld. Aufholbedarf gibt es im Bereich der Bildung und der Infrastruktur.

WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und IV-Steiermark-Präsident Georg Knill (v. l.)
© Fischer WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und IV-Steiermark-Präsident Georg Knill (v. l.)

Mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von rund 4,9 Prozent zählt die Steiermark europaweit zu den forschungsintensivsten Regionen. Den Einfluss dieser Forschungstätigkeit auf Beschäftigung und Wertschöpfung im Land analysierte erstmals eine Studie des Joanneum Research, Institut Policies unter der Leitung von Eric Kirschner im Auftrag von WKO und Industriellenvereinigung Steiermark (IV). Demnach investieren steirische Unternehmen bereits knapp zwei Milliarden Euro pro Jahr in Forschung und Entwicklung (F&E), sichern damit österreichweit direkt mehr als 30.000 Arbeitsplätze und lösen unmittelbar über 2,2 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in Österreich – die Hälfte davon in der Steiermark – aus. Die indirekten und induzierten Effekte der F&E-Tätigkeiten übersteigen diese Werte um ein Vielfaches. Damit ist die Steiermark wesentlichster Innovationstreiber in Österreich.

Als besonders F&E-intensiver Bereich in der Steiermark wurde der Fahrzeugbau mit einem Forschungsanteil an der Bruttowertschöpfung von 37,1 Prozent identifiziert. Ihm folgen die Elektronik, die Elektrotechnik, der Maschinenbau und die Kunststofftechnik.

  • Kraftfahrzeugbau: 37,1 Prozent
  • Elektronik: 27,4 Prozent
  • Elektrotechnik: 26,7 Prozent
  • Maschinenbau: 14 Prozent
  • Kunststofftechnik: 10,9 Prozent

Die Besonderheit der vorliegenden Studie liegt darin, dass erstmals Indikatoren wissenschaftlich definiert wurden, die das Verhältnis zwischen Input (F&E-Quote) und Output von Forschung (unter anderem die Arbeitsproduktivität im jeweiligen Bereich) beleuchten. Mit Hilfe dieser Indikatoren, die sieben wesentliche Aspekte abdecken, wurde die Steiermark mit den führenden Innovationsregionen Europas verglichen.

In einigen davon ist die Steiermark schon jetzt Europa-Spitze, andere dokumentieren die Potenziale und die zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen:

  1. F&E-Quote des Unternehmenssektors
    Die steirischen Unternehmen stehen für 74,7 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben und liegen damit mit jenen aus Europas innovativsten NUTS II-Regionen (Stuttgart, Braunschweig, Darmstadt und Rheinhessen-Pfalz) auf Augenhöhe.
  2. Innovative Unternehmen mit Kooperationen Auch hier liegt die Steiermark im Spitzenfeld. 3 von 4 Unternehmen im industriell-gewerblichen Bereich kooperieren in Clustern und anderen Netzwerken zu Innovationsthemen.
  3. Anteil Personen mit wissenschaftlich-technischer Berufstätigkeit Potenzial ortet die Studie in diesem Untersuchungsfeld: 25,9 Prozent der steirischen Erwerbstätigen sind wissenschaftlich-technisch tätig. Damit liegt die Steiermark im österreichweiten Vergleich sehr gut, im Vergleich der europäischen TOP-Regionen nicht im absoluten Spitzenfeld. Zum Vergleich: Die NUTS II - Regionen Köln und Darmstadt bewegen sich hier über der 32-Prozent-Marke.
  4. Anteil Wissenschaftler und Ingenieure Im wissenschaftlichen Bereich zeichnet sich folgendes Bild: 5,8 Prozent der Berufstätigen in der Steiermark sind Wissenschaftler oder Ingenieure. Die schwedische Region Östra Mellansverige setzt mit 10,3 Prozent den internationalen Benchmark.
  5. Teilnahmequote am lebensbegleitenden Lernen Mehr als 13 % der Beschäftigten nutzt betriebliche und überbetriebliche Weiterbildungsangebote. Damit liegt die Steiermark deutlich über dem Durchschnittswert der europäischen Top-Regionen (TOP-Regionen bei rd. 10 %).
  6. Multimodale Erreichbarkeit Fluganbindungen, Bahnverbindungen und Straßennetz beeinflussen die Attraktivität des Forschungsstandortes und damit den Erfolg von regionaler Innovationstätigkeit. Umso wichtiger ist es, die teilweise schwierigen (topografischen) Rahmenbedingungen optimal zu kompensieren.
  7. Breitbandzugang Der Abdeckungsgrad (100 MBit) liegt in der Steiermark durchschnittlich (großes Gefälle zwischen Ballungs- und ländlichem Raum) aktuell bei rund 40 Prozent, hier besteht Nachholbedarf gegenüber Europas Top-Regionen.


Josef Herk, Präsident WKO Steiermark

„Wir sehen, dass unsere Initiativen zur Verbreitung der Innovationsspitze Früchte getragen haben. Mittlerweile verzeichnen wir hier nämlich auch viele Klein- und Mittelbetriebe, die international ihresgleichen suchen können. Besonders erfreulich ist zudem, dass wir neben der hohen F&E-Quote auch bei anderen Einflussfaktoren europaweit Spitze sind. In diesem Zusammenhang darf ich mit Stolz unseren Bildungsbereich mit WIFI, FH Campus 02 und Talentcenter hervorheben. Um hier noch besser zu werden beziehungsweise um noch mehr steirische Wertschöpfung aus den F&E-Aktivitäten generieren zu können, müssen wir die steirische Bildungsinfrastruktur aber auf ein noch exzellenteres Level heben, darum sind auch wir als WKO Steiermark gerade dabei unsere Infrastruktur großflächig zu erneuern. Es muss uns aber auch gelingen im Bereich der technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungen noch mehr Leute zu begeistern. Und auch der Breitband-Ausbau ist im Sinne der Standort-Exzellenz mehr als notwendig.“

Georg Knill, Präsident IV-Steiermark

„Jeder Euro, der in Forschung und Entwicklung investiert wird, rechnet sich – besonders in der Steiermark. Das belegt diese Studie eindrucksvoll. Wir sehen anhand der erhobenen Daten aber auch, dass es noch Potenzial gibt. Innovation braucht Taten. Um unserem Ziel „Technologie- und Innovationsschmiede Nummer 1“ näher zu kommen, müssen wir insbesondere dem Brain Drain entgegenwirken. Es zeigt sich, dass wir in der Steiermark über gute Bildungs- und Ausbildungsangebote verfügen, eine Übersetzung in regionale Beschäftigung jedoch noch nicht optimal erfolgt. Regionale Bedarfe müssen daher verstärkt mit regionalen Bildungs- und Ausbildungsangeboten abgeglichen werden. Wir als Industrie sehen gerade im Bereich der IT-Fachkräfte Handlungsbedarf. Ein weiterer Stellhebel ist der Ausbau der Dateninfrastruktur. Aus Sicht der Industrie müssen internationale Breitband-Standards flächendeckend installiert werden. Davon würden nicht nur Industrie und Wirtschaft, sondern auch Verwaltung und Bildung profitieren.“

Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung:

„In der Steiermark ist es uns gelungen eine in Österreich einzigartige und in Europa beispielhafte Kultur der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft & Forschung zu etablieren. Diese findet sowohl direkt zwischen den Unternehmen und unseren Hochschulen als auch mit der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Resarch, den 25 steirischen Kompetenzzentren, den steirischen Clustern und unseren mehr als 30 Impulszentren statt. Durch diese unterschiedlichen Plattformen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Kooperation, die von allen Beteiligten intensiv in Anspruch genommen werden, was sich in der Rekord-F&E-Quote von 4,87% des BIP äußert.

Durch diese vielfältige Kooperationskultur zwischen Wirtschaft und Wissenschaft & Forschung und dem gemeinsamen Ziel neue Innovationen hervorzubringen ist die Steiermark auch bestens gerüstet, um Entwicklungen wie die Digitalisierung, die sich auf alle Wirtschafts- und Lebensbereiche auswirkt, zum Positiven zu nutzen.
So wurde das erfolgreiche Programm ScienceFit-Plus, bei dem die Wissenschaft gezielt auf Unternehmen zugeht, um gemeinsame Innovationsprojekte zwischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und KMU zu entwickeln, bereits verlängert.
Im Rahmen des jüngsten Calls für K2-Zentren – dabei handelt es sich um die Kategorie der größten Kompetenzzentren – wurden zwei steirische Zentren für vier weitere Jahre verlängert. Das „IC-MPPE – Integrated Computational Materials, Process and Product Engineering“ der Materials Center Leoben Forschung GmbH und das „K2 Digital Mobility – Context-Embedded Vehicle Technologies“-Kompetenzzentrum erhalten so Zugang zu Gesamtmitteln in der Höhe von 140 Millionen Euro, zu denen die Wirtschaft und Industrie einen großen Teil beisteuern.

Unser jüngster Cluster – der Mikroelektronik-Cluster „Silicon Alps“, der im Jahr 2016 gemeinsam mit dem Land Kärnten gegründet wurde – verfügt aktuell bereits über 64 Mitgliedsbetriebe. Hier befinden wir uns gerade in Bewerbung um das vom Bund ausgeschriebene Kompetenzzentrum für Mikroelektronik „Silicon Austria Lab“, eine Entscheidung soll demnächst fallen.

Diese Initiativen sorgen dafür, dass die Steiermark Forschungs- und Innovationsland Nr. 1 bleibt. Im Bereich des Breitbandausbaus, der zweifelsohne eine Grundvoraussetzung für die weitere positive Entwicklung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in der Steiermark darstellt, habe ich die Überarbeitung der bestehenden Strategie Highway 2020 veranlasst. Entsprechende Maßnahmen werden im Herbst dieses Jahres präsentiert, denn auch hier soll die Steiermark in das absolute Spitzenfeld Europas aufschließen.“


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