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"Formel 1 wird für uns ein Quotenhit"

Unternehmer, Hotelier und Motorsportchef bei Spielberg-Titelverteidiger Red Bull – Helmut Marko sprach mit der "Steirischen Wirtschaft" über Krisen und Chancen.

Schauplatz Schloßberghotel: Helmut Marko im Interview.
© Foto Fischer Schauplatz Schloßberghotel: Helmut Marko im Interview.

Die Sportwelt schaut am 5. und 12. Juli nach Spielberg, wenn die Königsklasse des Motorsports im Murtal ihr Comeback gibt. Herr Marko, welche Chancen ergeben sich dadurch für die Region?
Helmut Marko: Man hat jetzt kapiert, welche Bedeutung die  Formel 1 für Österreich hat. Es ist das erste digitale Großereignis, daher rechnen wir mit den höchsten TV-Quoten, die überhaupt jemals erzielt wurden.


Welche Bedeutung hat ein Geisterrennen für die Formel-1-Piloten?
Marko: Die Bedeutung eines, nennen wir es Geisterrennen, hat im Motorsport ein völlig anderes Gewicht als etwa im Fußball. Der Fahrer sitzt isoliert in seinem Fahrzeug, der kriegt kaum mit, was rund um ihn passiert. Daher ist es auch für die Emotion eines Fahrers nicht so entscheidend.


Sie sind als einer von gerade einmal 3.000 Menschen während der Formel-1-Tage in Spielberg akkreditiert – wie schaut es mit den Schutzmaßnahmen aus, was haben Sie zu beachten?
Marko:
Maskenpflicht, Abstand halten – von den Tests her bin ich jeweils am Mittwoch vor den Rennen an der Reihe. Die Ängste der Formel 1 sind viel größer als die Vorschriften in Österreich.


Acht Rennen, alle in Europa, stehen bisher im WM-Kalender, mehrere hängen aber noch in der Warteschleife. Wie ist aktuell Ihr Wissensstand, wurden bereits weitere Rennen fixiert?
Marko:
In Europa gehe ich davon aus, dass alle Rennen stattfinden werden, in Übersee wird es sicher Verschiebungen geben. Das einzig fixe Rennen außerhalb Europas findet skurrilerweise in China statt.


Nach zwei Spielberg-Siegen in Folge zählt Max Verstappen im Red Bull zum Favoritenkreis – wie sieht die Marschrichtung in dieser ungewöhnlichen WM-Saison bei Red Bull aus?
Marko:
Wir stehen vor einer skurrilen Situation, niemand kann jetzt die genaue Anzahl der Rennen vorhersagen. Daher musst du von Anfang an vorne dabei sein, es aggressiv angehen, aber Ausfall darf man sich auch keinen leisten, falls tatsächlich nur acht Rennen stattfinden. Ich sehe Lewis Hamilton als Favorit, der auf den siebenten Titel aus ist. Wir wollen die erste Meisterschaft für Verstappen – das ist jetzt Geschmackssache, was mehr Druck erzeugt.


Themenwechsel: Sie haben in einem Interview vor einiger Zeit gesagt, dass die Stadthotels am meisten leiden werden. Hat sich das bestätigt?
Marko:
Das stimmt nach wie vor: Wir sind als Stadthotellerie auf Businessgäste ausgerichtet. Wir sind logistisch irrsinnig gefordert, damit wir die Leute in der Kurzarbeit halten können, damit wir das finanziell halbwegs überstehen. Solange beim internationalen Reiseverkehr keine Sicherheit besteht, dass man wieder zurückkommt, wird sich das nicht ändern. Wir brauchen ganz einfach offene Grenzen.

Das Parkhotel ist einen ganz anderen Weg gegangen, hat das Hotel über Pfingsten zum Nulltarif vermietet. Wurde so eine Option in einem Ihrer vier Grazer Hotels angedacht?
Marko:
Wir sind hochpreisig und sehr individuell, daher war das für uns kein Thema. Schön ist, dass wir unsere treuen Stammkunden schon wieder sehen. Aber heuer haben wir natürlich viel Konkurrenz durch die anderen Bundesländer, jeder will die Österreicher bei sich sehen. Man muss also auuch ein anderes Klientel erschließen.


Sie hatten persönlich auch den Verdacht, eine Covid-19-Infektion erwischt zu haben. Hat sich diese Vermutung bestätigt?
Marko:
Ich bin über Australien nach Dubai geflogen und dort am Flughafen in einem Großraumlift gewesen, da habe ich schon gedacht, dass ich das Virus erwischt habe. Aber ich bin zum Glück negativ getestet worden.


Wie haben Sie die erzwungenen motorsportfreien Wochen verbracht?
Marko:
Ich bin täglich sechs Stunden im Büro und sechs Stunden in der Natur gewesen. Ich habe Baumpflege betrieben, aber natürlich keine Bäume gefällt.


Zum Abschluss: Wie sehr hat Sie die Krise wirtschaftlich getroffen?
Marko:
Ich bin in der Hotellerie, Vermietung und Verpachtung tätig, Plötzlich konnten Betriebe, die seit Jahrzehnten bei mir sind, Miete und Pacht nicht mehr zahlen. Bei der Holzwirtschaft ist der italienische Markt weggebrochen. Ich habe gedacht, dass ich halbwegs abgesichert bin. Aber mit Corona wurde ich eines Besseren belehrt.

Zur Person:

Helmut Marko ist Doktor der Rechtswissenschaften, Hotelier sowie ein ehemaliger Automobilrennfahrer und gewann 1971 die legendären 24 Stunden von Le Mans. Der Grazer beschäftigt in seinen vier Hotels in Graz (Augarten-, Schloßberg-, Lendhotel und Kai 36) rund 100 Mitarbeiter. Als Motorsportdirektor von Red Bull geht er ab 5. Juli in Spielberg auf den WM-Titel in der Formel 1 los.


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