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Fiber Day: Paradigmenwechsel beim Glasfaserausbau

Der rasche Ausbau von Glasfaserinfrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung für die Digitalisierung – hier zeichnet sich in Österreich ein Paradigmenwechsel ab.

Der rasche Ausbau von Glasfaserinfrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung für die Digitalisierung.
© Foto Fischer Der rasche Ausbau von Glasfaserinfrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung für die Digitalisierung.

Die Digitalisierung steht ganz oben auf der Agenda von Politik und Wirtschaft. Der rasche Ausbau von Glasfaserinfrastruktur ist die wichtigste Voraussetzung dafür. Beim CMG Fiberday 2019 in der WKO Steiermark wurden aktuelle Zahlen präsentiert: In den nächsten drei Jahren entstehen knapp 300.000 zusätzliche Glasfaseranschlüsse für Haushalte und Betriebe in ländlichen Regionen. Dafür werden österreichweit insgesamt rund 600 Mio. Euro investiert.

Paradigmenwechsel zeichnet sich ab

Bereits in fünf Bundesländern errichten alternative Infrastrukturunternehmen offene Glasfasernetze bis ins Haus (FTTH, Fiber-to-the-Home). Die öffentlichen Gesellschaften sind im ländlichen Raum aktiv, wo man nicht davon ausgehen kann, dass traditionelle Telekommunikationsunternehmen den Ausbau vorantreiben. Sie sorgen für Infrastruktur, die von allen Serviceanbietern genutzt werden kann. So können Haushalte und Betriebe aus einer Vielzahl an Produkten wählen. Sie sind nicht länger an Monopolisten gebunden und bekommen leistungsfähige Internetzugänge anstatt Marketingversprechen in Form von „Bis zu“-Geschwindigkeiten.

Im Rahmen des CMG Fiberday 2019 stellten die Geschäftsführer der fünf Infrastrukturgesellschaften, die in österreichischen Bundesländern selbst Glasfaserinfrastruktur im ländlichen Raum errichten oder den Ausbau koordinieren, ihre Pläne vor. Die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), die Fiber Service OÖ, dieSteirische Breitband- und Digitalinfrastrukturgesellschaft (sbidi), die Breitbandinitiative Kärnten (BIK) und die Breitbandserviceagentur Tirol sorgen für offene Netze und für eine zukunftsfähige Infrastruktur. Gastgeber Heinz Pabisch (CMG AE): Digitalisierung ohne Glasfaser ist nicht denkbar. Glasfasernetze bis zum Endkunden sind die unabdingbare Voraussetzung dafür. Die Aktivitäten der neuen Infrastrukturunternehmen haben für einen echten Paradigmenwechsel gesorgt. Endlich wird auch am Land eine langfristig tragfähige Basis für die Digitalisierung geschaffen.

Glasfaserausbau ist zentral für die Erreichung der Breitbandziele

Österreich ist beim Breitbandausbau im Hintertreffen. Egal, welche Kennzahlen man heranzieht: Eines der reichsten Länder der Welt weist unterdurchschnittliche Werte bei Faktoren auf, die ganz wesentlich für seine Zukunft sind. Die Politik hat dieses Problem erkannt und ehrgeizige Ziele formuliert: Laut Breitbandstrategie des Bundes wird bis Ende 2030 „eine flächendeckende Versorgung mit Gigabit-fähigen Anschlüssen“  angestrebt. Als „gigabit-fähig“ gelten „Internetanschlüsse mit einer Empfangsgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s, die ohne weitere Kosten auf Gigabit-Geschwindigkeit aufgerüstet werden können.“ Igor Brusic, Netz-Experte der aggfa: Glasfaser ist die einzige Infrastruktur, die die Voraussetzungen der Breitbandstrategie erfüllt – und zwar nur, wenn sie auch bis ins Haus reicht. Alles andere sorgt für Engpässe, die man früher oder später negativ zu spüren bekommt.

Offene Glasfasernetze setzen sich durch

Wie bei Strom, Gas oder Wasser ist auch bei Glasfaser davon auszugehen, dass es keinen zweiten physischen Anschluss des Gebäudes geben wird. Mit offenen Netzen ist sichergestellt, dass die Kundinnen und Kunden aus unterschiedlichen Produkten wählen können. Wo bislang niemand Internetzugang mit ausreichender Bandbreite angeboten hat, herrschen nach dem Ausbau der offenen Netze faire Wettbewerbsbedingungen für mehrere Diensteanbieter, die Produkte in echter Glasfasergeschwindigkeit verkaufen können. Heinz Pabisch erklärt: Mit offenen Glasfasernetzen herrscht kein Verdrängungswettbewerb mehr. Die nahezu unbegrenzten Kapazitäten der Infrastruktur können gleichzeitig von vielen Betreibern und Diensteanbietern genutzt werden, ohne dass jeder von ihnen seine eigene Infrastruktur baut und andere hindert, diese zu nutzen, weil er vordringlich seine eigenen Dienste vermarkten will.

Investitionen in offene Infrastruktur rechnen sich

Alternative Infrastrukturgesellschaften sind bereits in Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Tirol aktiv. Diese Unternehmen pflegen keine Endkundenbeziehungen. Die Einnahmen kommen aus der gleichzeitigen Nutzung der Glasfasernetze durch regionale Diensteanbieter, große Internet Service Provider sowie Mobilfunkbetreiber, die Glasfaser für die Anbindung ihrer 5G-Antennen brauchen. Je mehr sich die offenen Netze füllen, desto höher sind die Umsätze. Eine hohe Auslastung der Infrastruktur sorgt für schnellere Refinanzierung, fasst Igor Brusic zusammen.

Mehr als eine halbe Milliarde Euro für knapp 300.000 Glasfaseranschlüsse im ländlichen Raum

Die fünf Gesellschaften sind im Auftrag der jeweiligen Landesregierungen tätig. In den kommenden drei Jahren werden in Summe mehr als 600 Millionen Euro für die Errichtung offener Glasfaserinfrastruktur investiert. Damit können knapp 300.000 Haushalte bzw. Unternehmen erschlossen werden. Das ist ein großer Schritt vorwärts: Die aktuelle Abdeckung mit Glasfaser bis ins Haus (FTTH und FTTB, Fiber-to-the-Building) liegt in Österreich bei ca. 340.000, das entspricht nur etwa 7,4 Prozent der Haushalte und Firmenstandorte. Die Finanzmittel für den Ausbau durch die alternativen Infrastrukturgesellschaften kommen nicht nur aus der öffentlichen Hand. Das Modell ist auch attraktiv für Investoren, wie das Beispiel der Niederösterreichischen Glasfasergesellschaft (nöGIG) zeigt. Hier ist ein institutioneller Investor eingestiegen, der die gebaute Infrastruktur nach 30 Jahren komplett in den Besitz des Landes übergeben wird.

Bernd Stockinger (GF Citycom), Heinz Pabisch, LR Barbara Eibinger-Miedl, WKO Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und Igor Brusic (v.l.)
© Foto Fischer Bernd Stockinger (GF Citycom), Heinz Pabisch, LR Barbara Eibinger-Miedl, WKO Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und Igor Brusic (v.l.)

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