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Feinschliff fürs Match um WM-Edelmetall

1.200 Fachkräfte aus 77 Nationen kämpfen in vier Wochen bei den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi um die Medaillen. 40 WorldSkills-Teilnehmer aus Österreich sind am Start, darunter elf Steirer. Wir haben sie beim Trainingsendspurt besucht.

Die elf steirischen WorldSkills-Teilnehmer
© wkö-skillsaustria Go for Gold! Die elf steirischen WorldSkills-Teilnehmer starten in vier Wochen zur Berufs-WM nach Abu Dhabi..
Diesen Montag wurde das „Team Austria“ feierlich zur Berufs-WM in Abu Dhabi verabschiedet. Und in genau vier Wochen, von 14. bis 19. Oktober, wetteifern diese 40 rot-weiß-roten Fachkräfte bei den WorldSkills mit mehr als 1.200 Teilnehmern aus 77 Nationen ums begehrte WM-Edelmetall. Zum ersten Mal überhaupt findet ein Skills-Bewerb im Mittleren Osten statt, 55.000 Quadratmeter Wettkampffläche stehen bereit, 150.000 Zuseher werden erwartet.
Mit dabei sind auch elf Steirer (s. Steckbriefe). Sie stellen das Gros der Teilnehmer im Österreich-Feld, und diese „Steirer-Übermacht“ kommt nicht von ungefähr. Denn wenn es um Medaillen bei Europa- bzw. Weltmeisterschaften geht, zeigen die weiß-grünen Fachkräfte jedes Mal aufs Neue auf. Zuletzt war es Malerin Lisa Janisch, die sich bei den EuroSkills in Göteborg 2016 die Goldene sowie den Titel „Beste Nachwuchskraft Europas“ holte. Oder auch Manfred Zink (Bild li.): Der Möbeltischler sicherte sich bei den letzten WorldSkills in São Paulo 2015 ebenfalls den ersten Platz.
Kein Wunder, dass ob dieser Steilvorlagen die Aufregung bei den aktuellen WorldSkills-Teilnehmern groß ist. Wir haben das steirische Team sozusagen beim letzten „Intensiv-Trainingslager“ vor dem großen WM-Match besucht.
„Wenn Jahr für Jahr die Stockerlplätze rot-weiß-rot leuchten, erhöht das den Druck auf die Teilnehmer enorm“, erzählt Experte Michael Tobisch. Er weiß, wovon er spricht, schließlich gilt er als erfolgreichster Skills-Trainer: Fünf Mal Gold und zwei Mal Silber in den vergangenen sieben Skills-Bewerben konnten „seine“ Schützlinge abstauben. Gut dotierte Abwerbe-Offerte anderer Länder gebe es deshalb immer wieder, lacht Tobisch, „aber ich trainiere lieber unseren Nachwuchs daheim“.
Aktuell arbeitet er mit Sebastian Gruber am letzten Feinschliff – auch länderübergreifend. Die russische Mitstreiterin Olga Yachmeneva war diese Woche als Sparringpartnerin zu Gast. „Mal schauen, was sie kann. Das Level bei den Skills ist hoch, aber ich bin Maler aus Leidenschaft in der dritten Generation. Ich werde Abu Dhabi rocken“, zeigt Gruber Nervenstärke. Und diese wird er benötigen, wenn es in knapp einem Monat unter anderem darum geht, die Skyline der Stadt auf zwei Metern Länge freihändig – also ohne abzukleben – zu malen, mit einer Plus-Minus-Toleranz von nur einem (!) Millimeter.
Aufgaben wie diese trennen schnell die Spreu vom Weizen. Doch Tobisch zeigt sich mit Blick auf das gesamte Team-Austria höchst zuversichtlich: „Wie exzellent die Lehre in Österreich ist, zeigt sich umso mehr, wenn man bedenkt, dass Länder wie Russland oder China ihre Teilnehmer bis zu zwei Jahre lang bezahlt von der Arbeit freistellen, nur damit diese für die Skills trainieren können. Unsere Wettkämpfer tun das neben ihrer Arbeit in den Betrieben. Und dennoch wehen bei der Siegerehrung so häufig die rot-weiß-roten Flaggen.“

Respekt, aber keine Angst vor der Konkurrenz zeigt deshalb Floristin Jennifer Meyer. Sie bereitet sich so kurz vor der großen Show in Abu Dhabi vor allem mental vor: „Alle, die hier mitmachen, sind auf weltmeisterlichem Niveau. Die wahre Challenge ist also, wer im entscheidenden Augenblick auch die Nerven bewahren kann.“

Zitat Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark:

„Wir sind sehr stolz darauf, dass elf von 40 WorldSkills-Teilnehmern aus der Steiermark kommen.“

Zitat Michael Tobisch, Experte für die Kategorie "Maler":

„Die Lehrlingsausbildung in Österreich ist einzigartig, die Erfolge bei den Skills beweisen das.“

Weitere Infos zum Thema: www.skillsaustria.at

Von Veronika Pranger & Karin Sattler

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