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Explosives Säbelrasseln fesselt Korea

Seit Wochen sorgt der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un mit seinen Raketen für Schlagzeilen. Doch was heißt das für die Wirtschaft? Wir haben Experten gefragt.

Die innerkoreanische Grenze ist hermetisch abgeriegelt.
© Neumayr Die innerkoreanische Grenze ist hermetisch abgeriegelt.

Nicht nur auf der koreanischen Halbinsel blickt man gebannt auf die durch die neuerlichen Raketentests ausgelösten Spannungen. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, trotzdem fühlt es sich derzeit konkreter an als sonst. Nicht nur weil kommende Woche in Südkorea eine Präsidentschaftswahl ansteht. Wir haben die aktuelle Situation mit Experten unter die Lupe genommen. 

„Der aktuelle Konflikt unterscheidet sich dadurch, dass es in den USA einen neuen Präsidenten gibt. Donald Trump ist im negativen wie im positiven Sinne in der Lage, eingefahrene Rituale über den Haufen zu werfen“, erklärt Rüdiger Frank, Vorstand des Instituts für Ostasienwissenschaften an der Uni Wien. 

Doch welche Auswirkungen hat die politische und militärische Unsicherheit auf das südkoreanische Wirtschaftsleben, wo auch zahlreiche steirische Unternehmen engagiert sind? Der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Seoul, Franz Schröder, kann beruhigen: „Der Konflikt hat keinen Einfluss auf das tägliche Wirtschaftsleben. Die Exporte laufen gut. Die Installation der amerikanischen Raketenabwehr beschert dem Tourismus aber derzeit Milliardenverluste, weil China Sanktionen erlassen hat.“

Warum das Säbelrasseln der Politik die Wirtschaft nicht so sehr betrifft, kann Frank erklären: „Es gibt einen sogenannten Nordkorea-Discount, doch den fakturieren Investoren in und um Korea schon lange ein. Solange die Eskalation nicht schlimmer wird, bleibt es dabei. Wenn es aber zu einer echten Annäherung zwischen Kim Jong-un und Donald Trump käme, dann würde der Aktienmarkt explodieren, und zwar nach oben.“ Doch der Wunsch Vieler – eine Wiedervereinigung nach deutschem Vorbild – ist unrealistisch, gibt Schröder zu bedenken: „Korea würde das nie allein schaffen, hier müssten die Nachbarländer helfen. Ich persönlich meine, dass in Korea die technologischen und organisatorischen Unterschiede enorm sind.  Selbst in Deutschland, wo es Gemeinsamkeiten gab, hat das viel gekostet.“ 

DDR und Nordkorea sind nicht vergleichbar

Und auch Rüdiger Frank, selbst in der DDR aufgewachsen, sieht wenig Parallelen: „Die Situation in Deutschland 1990 und Korea 2017 ist grundsätzlich anders, und zwar in so gut wie jeder Hinsicht. Die geopolitische Lage, der Entwicklungsstand der zwei Kontrahenten, deren Ressourcenausstattung, die schon vollzogenen marktwirtschaftlichen Entwicklungen in Nordkorea, selbst der Stand der Demokratie in Südkorea. So muss man zum Beispiel davon ausgehen, dass es nach einer Vereinigung zum Abwandern von Industrie in den Norden kommen wird. Allein das würde zu einer Vielzahl von ganz neuen Herausforderungen führen.“

Und welche Rolle spielt China in der ganzen Geschichte? „Der indirekte Einfluss ist enorm, immerhin kopiert Nordkorea seit einigen Jahren eine sehr abgespeckte Fassung des chinesischen Reformmodells mit Joint Ventures und Sonderwirtschaftszonen. Unmittelbar sind China aber die Hände gebunden. Befehle wird Pyongyang von Beijing sicher nicht entgegennehmen, und Zwang wird entweder nicht funktionieren oder zu einem Kollaps führen, an dem China keinesfalls interessiert ist“, so Frank. 

Ist der Markt in Südkorea spannend? Das Außenwirtschaftscenter Seoul hilft gerne weiter: seoul@wko.at

Autor: Michael Neumayr


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