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Klein aber fein: Europas Zwergstaaten

Aufgrund ihrer Größe werden sie als Handelspartner oft vernachlässigt – zu Unrecht. Wir werfen einen wirtschaftlichen Blick auf Europas Kleinstaaten.

Burg Liechtenstein
© Boris Stroujko,stockadobe Liechtenstein ist wirtschaftlich eng mit Österreich verbunden.

Österreich erscheint mit seinen 8,9 Millionen Einwohnern auf 83.900 Quadratkilometern geradezu groß im Vergleich zu Luxemburg, Liechtenstein, Monaco, San Marino, Andorra oder dem Vatikan. Aber klein heißt nicht wirtschaftlich unbedeutend, verfügen Europas Zwergstaaten doch über eine kaufkräftige Bevölkerung. Und auch sonst bieten sie weit mehr als nur Steuervorteile, durch welche sie oft in die Schlagzeilen gelangen. Man punktet mit Klasse statt Masse, mit Qualität und Nischenprodukten. 

Kleinstaaten sind top bei Kaufkraft und Wachstum

In Liechtenstein liegt die Kaufkraft 4,6 Mal über dem europäischen Mittel. Top ist das Fürstentum auch bei Produktivität sowie Forschung und Entwicklung. Der Handel mit Österreich betrifft vorrangig Maschinen, Geräte und Werkzeuge. So exportierten österreichische Unternehmen 2018 Waren im Wert von 443,9 Millionen Euro und Dienstleistungen im Wert von 252 Millionen Euro in das Fürstentum. Als EWR-Mitglied erkennt das Land die vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarkts sowie die Rechtsprechung des EU-Gerichtshofs an.

Mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent im Jahr 2018 ist auch das EU-Mitglied Luxemburg gut aufgestellt. Der EU-Austritt Großbritanniens dürfte allerdings Folgen haben, da die beiden Länder im Finanzbereich stark verflochten sind. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und dem Großherzogtum sind dienstleistungsorientiert – das Volumen beträgt hier mehr als das Doppelte des Warenaustauschs. So wurden 2018 aus Österreich Waren im Wert von 182,6 Millionen Euro und Dienstleistungen im Wert von 536 Millionen Euro exportiert. Österreich ist bei den Luxemburgern zudem beliebtes Urlaubsziel (76.700 Gäste 2018). 

Das Fürstentum Monaco ist einer der teuersten Orte der Welt und ideal, um hochwertige, exklusive Produkte an ein kaufkräftiges Publikum zu bringen. Das Handelsvolumen zwischen Österreich und Monaco lag 2018 allerdings nur bei bescheidenen 18,6 Millionen Euro. Österreich lieferte Waren im Wert von 6,9 Millionen Euro – vor allem Kunststofferzeugnisse für die Autoindustrie, Maschinen, Glaswaren, Bekleidung, Uhren, Fahrzeugteile und Lebensmittel.

Auch mit der Republik San Marino, mit dem Fürstentum Andorra sowie dem Vatikan könnte der Ausbau der Handelsbeziehungen durchaus vielversprechend sein.

Europas Kleinstaaten im Vergleich

Luxemburg: 

Einwohner: 602.000, Fläche: 2.590 km2 , Hauptstadt: Luxemburg, Amtssprachen: Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, Währung: Euro, Bedeutende Branchen: Dienstleistungen im Bereich Transport, Finanz, Telekom, Computer, Reiseverkehr. Außerdem: Maschinen, Mobiltelefone, Handwerk, Montage, Anlagenbau

Liechtenstein:

Einwohner: 38.000, Fläche: 160 km2, Hauptstadt: Vaduz, Amtssprache: Deutsch, Währung: Schweizer Franken, Bedeutende Branchen: Industrie, Bau, Bankwesen, Gebäudetechnik, CleanTech & Umwelt, Konsumgüter & Nahrung, Software & IT, Fintech, Glücksspielmarkt


Monaco:

Einwohner: 38.000, Fläche: 2 km2, Hauptstadt: Monaco, Amtssprache: Französisch, Währung: Euro, Bedeutende Branchen: Bankwesen, Vermögensverwaltung, Infrastrukturentwicklung, Immobilien, Dienstleistungen, Tourismus, Pharma-, Kosmetik-, Chemieindustrie, Umwelt



San Marino:

Einwohner: 33.000, Fläche: 60 km2, Hauptstadt: San Marino, Amtssprache: Italienisch, Währung: Euro, Bedeutende Branchen: Tourismus, Bankwesen, Bekleidungs-, Elektronik- und Keramikindus­trie, Handel und Dienstleistungen


Andorra:

Einwohner: 77.000, Fläche: 470 km2, Hauptstadt: Andorra la Vell, Amtssprache: Katalanisch, Währung: Euro, Bedeutende Branchen: Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Immobilienbranche, Tourismus, Bauindustrie


Vatikan:

Einwohner: 800, Fläche: 0,44 km2, Hauptstadt: Vatikanstadt, Amtssprache: Latein, Italienisch, Währung: Euro, Bedeutende Branchen: Österreich liefert Molkereierzeugnisse wie Butter, aber auch Bekleidung sowie Eisen- und Stahlwaren.



Von Petra Mravlak

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