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Die europäische Wirtschaft ringt um die besten Köpfe

Die Wirtschaft floriert in Europa, doch vielerorts fehlt es an Mitarbeitern. Wir werfen einen Blick über Österreichs Grenzen.

Europa
© Denys Rudyi - stock.adobe.com Europas Unternehmen mangelt es an qualifiziertem Personal.

Der Fachkräftemangel ist kein steirisches oder österreichisches Phänomen, sondern vielmehr ein europäisches. Fünf Berufsgruppen sind es laut „Europäischem Zentrum für die Förderung der Berufsbildung“, in denen es in der EU am häufigsten an qualifiziertem Personal fehlt: Informations- und Kommunikationstechnologen, Ärzte, Techniker bzw. Naturwissenschaftler, Pflegepersonal sowie Lehrkräfte. Zudem gibt es mancherorts zu wenig Köche, Schweißer und Lkw-Fahrer.

„Österreich ist im Vergleich zu anderen Ländern der EU stark vom Fachkräftemangel betroffen, Deutschland und Luxemburg allerdings noch stärker“, berichtet Jörn Kleinert vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Graz. Ursache für den Mangel an geeignetem Personal ist neben dem demografischen Wandel auch ein tiefgreifender Strukturwandel hin zu Technologisierung und Digitalisierung. Die Ausbildung kann derzeit nur schwer mit dem Tempo des technologischen Wandels mithalten. So gibt es etwa in der Technik und besonders in der IT-Branche schlicht und einfach zu wenig Absolventen. 

Unterschiedliche Wege

In den Ländern Europas nimmt der Fachkräftemangel ganz unterschiedliche Formen an: Mancherorts findet nach wie vor ein „Braindrain“, eine Abwanderung etwa von Technikern in Länder mit besseren Arbeitsbedingungen statt. Auch zieht es Gesundheitsfachkräfte beispielsweise aus Bulgarien, Ungarn und der Slowakei in Länder mit höheren Gehältern. Besonders stark von ausländischen Fachkräften abhängig ist das britische Gesundheitssystem, das nun zugleich Brexitgrund und -opfer sei, so Kleinert. Versprachen sich doch die Brexitbefürworter, dass Geld dorthin statt in die EU fließen würde. „Mittlerweile werden von anderen EU-Ländern die Gesundheitsfachkräfte aus Großbritannien massiv abgeworben.“ In Estland und Frankreich gibt es übrigens einen Mangel an Juristen und in Irland, Luxemburg, Ungarn und dem Vereinigten Königreich fehlen Fachkräfte im Bereich Finanzen. 

Die eine europäische Lösung gegen den Fachkräftemangel gibt es demnach nicht. Viele Länder setzen auf eine Verbesserung der Berufsausbildung und Österreich, Deutschland und die Schweiz haben dahingehend mittlerweile eine Vorbildfunktion eingenommen. Zum anderen wird aber auch weiterhin auf die Zuwanderung kluger Köpfe aus aller Welt gesetzt.

Club International

In der Steiermark unterstützt der Club International (CINT) Fach- und Führungskräfte aus aller Welt. Dort erfahren sie, was sie wissen müssen, um sich in der Steiermark rasch zu Hause zu fühlen. Dabei wird auch eng mit steirischen Unternehmen zusammengearbeitet. Auf www. welcometostyria.com erhalten zukünftige Steirer zudem umfassenden Einblick in die Unternehmens- und Industrielandschaft, aber auch Informationen zur Landesstruktur, Bildungseinrichtungen und Freizeitaktivitäten.


Jörn Kleinert
© Universität Graz

Nachgefragt

Jörn Kleinert, Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Graz:

Welche Strategien gibt es, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen?

Die Schweiz, Österreich und Deutschland sind mit ihrer Berufsausbildung für einige Länder zum Vorbild geworden. In manchen Staaten wird stärker auf Migration gesetzt.

Wie sieht es in den anderen Ländern der EU aus? 

Es gibt Fachkräftemangel und auch -überschuss. Migration hilft nur teilweise und findet sowohl von Süd nach Nord als auch von Ost nach West statt.

Wie wird die Entwicklung weitergehen?

Österreich befindet sich am Ende einer Hochkonjunkturphase, da sind personelle Engpässe normal. Die strukturellen Ursachen gilt es technologisch und organisatorisch zu lösen. Der Fachkräftemangel ist nichts an dem Österreich scheitern wird.





Von Petra Mravlak

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