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„Es sind Spiele der Völkerverständigung“

Während unsere Sportler um Olympia-Medaillen kämpfen, streiten unsere Politiker über die Austragung 2026: Ideengeber und Graz-Bürgermeister Siegfried Nagl im Interview:

Siegfried Nagl ist ein glühender Fan von weiß-grünen Olympiaspielen.
© Foto Fischer Siegfried Nagl ist ein glühender Fan von weiß-grünen Olympiaspielen.
Neun Millionen, 980 Millionen – oder gar 15 Milliarden: Rund um die Kosten für Winterspiele gab es zuletzt  verschiedenste Zahlen zu lesen. Wie viel kostet Olympia?

Nagl: Geld ist wichtig, aber zuerst sollte man fragen: Warum brauchen wir Olympische Spiele? Weil es die größte Sportveranstaltung der Welt ist, mit bis zu 800 Millionen Zusehern etwa bei den Eiskunstlaufbewerben. Weil es Spiele der Völkerverständigung sind und weil Graz als Gastgeberstadt die Alpe-Adria-Region für Jahrzehnte in die Auslage stellen kann.

Das steht außer Zweifel. Trotzdem: Kann Graz sich Olympia leisten?
Nagl: Das Internationale Olympische Komittee (IOC) möchte auf Grund der Intervention der Sportler und der Sponsoren wieder „normale“ Spiele in einer echten alpinen Weltregion haben. Das wäre die große Chance für Innsbruck gewesen, das ist die Chance für uns und die Kosten werden sich schon deshalb im Rahmen halten, weil wir keine einzige  Infrastruktur errichten werden, die nachher nicht genutzt wird.

Nachhaltige Infrastruktur ausgenommen: Auch die Durchführung kostet Geld.
Nagl: Das IOC zahlt dem Austragungsort 530 Millionen Dollar cash für Sportstätteninfrastruktur und weitere 400 Millionen für die Austragung. Dass wir ein Sicherheitskonzept brauchen, ist klar, aber auch für jedes Donauinselfest und für die Fußball-EM hat es das gegeben und alle österreichischen Steuerzahler haben das getragen – das wird bei Olympia nicht anders sein. Ich sehe ausschließlich notwendige Investitionen in die Zukunft, das werden wir wohl gemeinsam schaffen, denn von diesen werden ausschließlich heimische Firmen profitieren, was auch Arbeitsplätze bedeutet.

Neben Graz und Schladming sind noch zahlreiche andere Namen gefallen. Besteht zu diesen Orten Kontakt?
Nagl: Alle Bürgermeister von Inzell über Hochfilzen bis nach Graz haben sich am 23. Jänner in Schladming getroffen und einstimmig diese Bewerbung beschlossen.

Die Ski-WM hat die Region Schladming nachhaltig gestärkt. Gibt es Studien, ob solche Effekte auch durch Olympia zu erwarten sind?
Nagl: Wenn wir uns am 15. März  als Host City bewerben und am 31. März vom IOC den Kandidatenstatus als Bewerber zugesprochen bekommen, werden wir genau diese Studie machen. Diese wird spätestens bis 30. September fertig sein, und dann werden wir erst endgültig entscheiden, ob sich die Spiele für uns rechnen und wir im Rennen bleiben.

Sie haben argumentiert, dass man mit den Special Olympics zuletzt ein internationales Großereignis sehr erfolgreich organisiert hat. Kann man die beiden Veranstaltungen wirklich vergleichen?
Nagl: Von der Athletenanzahl her natürlich. Olympia hat rund 3.500 Teilnehmer, das sind gerade einmal um 700 mehr als bei den Special Olympics. Journalisten und Fans wird es natürlich deutlich mehr geben. Allein bis zu 5.000 Journalisten werden erwartet.

Ein wesentliches Argument für das „Nein zu Olympia“ in Innsbruck war, dass die Bürger Sorge vor nachhaltig höheren Lebenshaltungskosten nach dem Event hatten. Auch in der Steiermark argumentieren die Gegner der Spiele in diese Richtung. Wie schätzen Sie diese Frage ein?
Nagl: Warum sollte das der Fall sein? Selbst die 700 Wohnungen des Olympischen Dorfs, das wir am Reininghausareal planen, werden in Folge verkauft bzw. vermietet. Sind bei der Kulturhauptstadt die Preise explodiert? Nein, und auch damals haben KPÖ und Grüne ähnlich argumentiert.

Was sind für Sie die drei wichtigsten Vorteile a) der Bewerbung und b) der möglichen Durchführung der Spiele?
Nagl: Ich treffe bei Kongressen immer wieder Menschen aus aller Welt, die mir sagen: „Unglaublich. Bisher haben wir nur von Salzburg und Wien gehört, wir haben gar nicht gewusst, dass es Graz gibt und diese Stadt so toll ist.“ Allein durch den Bewerberstatus kommen wir weltweit ins Gespräch. Bekommen wir die Spiele, wird das etwa einen Hype für den Ausbau des gesamten öffentlichen Verkehrs geben, und das wird uns nachhaltig gut tun. Dass wir extrem gute Gastgeber sind, weiß ich, und auch das wird den Ruf von Graz stärken.

Wie sieht der weitere ­Fahrplan aus?
Nagl: Am 12. März wird es eine Bürgerinformationsveranstaltung auf der Grazer Messe geben. Am 15. März wollen wir einen „Letter of intend“ beschließen. Am 31. März fällt die Entscheidung über den Kandidatenstatus. Wenn das alles geschafft ist, erstellen wir bis 30. September die Machbarkeitsstudie. Ende Oktober wird das IOC dann entscheiden, ob wir offiziell Bewerberstatus erhalten.

Weiß-grüne Großereignisse: 

Die Steiermark hat in den letzten 15 Jahren viele Großereignisse erlebt, darunter die Ski-WM 2013, die Skiflug-WM (2016), die Special Olympics (2017) oder auch das Kulturhauptstadtjahr (Graz 2003).

Interview: Klaus Krainer

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