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Es ist noch genügend Wein in den Kellern

Winzer atmen auf: Dank vorausschauendem Agieren ist trotz 2016er-Frost noch ausreichend Steirer-Wein vorhanden.

Weinland Steiermark
© Steiermark Tourismus - Schiffer Es gibt noch genügend Steirerwein
Der Frost Ende April erwies sich als weniger heftig als befürchtet, die Eisheiligen sind nun vorüber und der letzte „2016er-Steirer-Wein“ ist gerade abgefüllt worden. Grund genug, nachzufragen, wie die heimische Weinwirtschaft die Frostkatastrophe des Vorjahres überstanden hat und wie es um den Vorrat an edlen Tropfen in den Kellern insgesamt steht: „Wie kann man das beschreiben, wenn auf den Jahrhundertsommer 2015 der Jahrhundertfrost von 2016 folgt?“, macht Georg Regele, Obmann des steirischen Weinhandels, deutlich, welch emotionale Achterbahnfahrt die letzten beiden Jahre für die weiß-grünen Winzer bedeuteten. Zum Vergleich: 214.043 Hektoliter (hl) feinster Rebensaft waren es 2015, der hierzulande in Flaschen gefüllt werden konnte – eine gute Ernte, die dem Schnitt der letzten Jahre entsprach (zum Vergleich: 2012: 213.068 hl, 2013: 220.6814 hl, 2014: 198.709 hl). Dann aber kam das Frühjahr 2016 und mit diesem ein Kälteeinbruch, wie man ihn in dieser Heftigkeit noch nie erlebt habe, erzählt Regele: „Zwei Frostnächte vernichteten zwei Drittel der Ernte. Für viele Winzer bedeutete der Frost einen Ausfall von 100 Prozent.“
Insgesamt konnten lediglich 84.542 Hektoliter Steirer-Wein im Vorjahr geerntet werden, weshalb die heimischen Winzer schnell reagieren mussten, berichtet Regele: „Vorausschauendes Agieren war das Gebot der Stunde. Es galt, den Verkauf des 2015ers auf der einen Seite langsam einzuschleifen und unsere Lagerbestände sehr sorgsam zu behandeln.“ Stichwort Weinlager: Der generelle Weinbestand konnte durch die gute Ernte 2015 ordentlich aufgefüllt werden, was das Durchtauchen des Minderertrags von 2016 ebenso erleichterte. „2016 betrug der Bestand 159.988 Hektoliter. Das waren um 9.900 Hektoliter mehr als zum Stichtag von 2015.“
Sommer kann kommen
Mit anderen Worten: Die  durch den 2016er-Frost so drastisch verminderte Weinernte konnte erfolgreich kompensiert und die „Weinversorgung“ auf hohem Level aufrechterhalten werden. Regele: „Wir haben gut gearbeitet, es ist noch genügend steirischer Wein vorhanden. Der Sommer kann kommen.“

Was das heurige Jahr betrifft, so sei man in puncto Frost noch einmal mit einem leicht blauen Auge davongekommen. „Insgesamt rechnen wir mit zehn Prozent weniger Ernte als im langjährigen Schnitt“, zeigt sich Georg Regele erleichtert. „Abgerechnet wird zwar erst im Herbst, aber wir sind sehr zuversichtlich, heuer wieder eine gute Ernte einzufahren.“

Von Veronika Pranger

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