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Einstiger Hoffnungsmarkt am Abgrund

Säbelrasseln und Sanktionen – der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich zu ­– mit unabsehbaren Folgen für die Menschen, aber auch Unternehmen vor Ort.

Blick auf Teheran
© WKO Der Wind hat sich gedreht: Die neuerlichen Sanktionen der USA schaden dem Iran nachhaltig.

Noch Anfang 2016 herrschte im Iran geradezu Aufbruchstimmung: Die wirtschaftliche Öffnung des Landes schien in greifbare Nähe gerückt. So reiste eine 60-köpfige steirische Wirtschaftsdelegation in den Iran und knüpfte vielversprechende Kontakte. Umso größer war die Enttäuschung, als die wieder aufgeflammten Spannungen zwischen den USA und dem Iran der Annäherung ein jähes Ende setzten. Neuerliche Sanktionen stürzten das Land in eine anhaltende Rezession.

„Der Iran-Hype von damals ist völlig zum Erliegen gekommen“, berichtet der steirische Außenhandelsobmann Manfred Kainz, der mit seinem Autozulieferunternehmen TCM International schon seit dem Jahr 2015 im Iran aktiv ist. „Die Stimmung vor Ort ist sehr deprimierend.“ Das Geschäft funktioniere dennoch und viele von der Industrie benötigte Materialien kämen nun indirekt über Länder wie etwa China oder Korea ins Land. „Es ist aber alles schwieriger geworden“, so Kainz. 

Rezession und galoppierende Inflation

„Die Wirtschaft leidet, aber am meisten trifft es, wie so oft, die Bevölkerung direkt“, weiß Christoph Grabmayr, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Teheran. Die steigende Inflation – für 2019 geht man von etwa 38 Prozent aus – habe zu einem drastischen Einbruch des privaten Konsums geführt. „Und auch die  Unternehmen leiden, da Importe aus dem Westen zu teuer geworden sind.“

Auch österreichische Firmen sind von den  Folgen der Sanktionen betroffen, obwohl diese international und damit innerhalb der EU und Österreichs keine Rechtswirkung haben. „Ein Problem ist, dass sich aufgrund der Sanktionierung vieler iranischer Banken die ordentliche finanzielle Abwicklung von Geschäften oftmals als schwierig gestaltet“, so Grabmayr. „Und das auch in Bereichen, die ausdrücklich von den amerikanischen Sanktionen ausgenommen wären.“ 

Dennoch gibt es Potenzial im Land. So im humanitären Sektor, der eine wichtige Ausnahme von den Sanktionen darstellt. Außerdem birgt das Land aufgrund seiner Größe und Bevölkerungszahl, seiner geografischen Lage am Schnittpunkt traditioneller Handelswege und aufgrund vorhandener Rohstoffe durchaus Möglichkeiten. Auch das Bildungsniveau und der Anteil junger Menschen in der Bevölkerung sind hoch. Wie gehen die Iraner selbst mit dem neuerlichen Bedrohungsszenario um? „Sie sind es, anders als Österreicher, gewohnt, in einem Land der sich ständig ändernden Bedingungen zu leben“, sagt Grabmayr. „Die aktuell angespannte Situation wird daher weniger als große Erschütterung, sondern als weitere Entwicklung, die sich auch wieder ändern kann, gesehen.“

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