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"Eine Quote kann eine Chance sein"

Im Juni zieht Walburga Seidl als erste Frau in den Vorstand der Steiermärkischen Sparkasse ein. Die Betriebswirtin über Rollenbilder und die Bank der Zukunft.

Walburga Seidl ist ab Juni Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse.
© Foto Fischer Walburga Seidl ist ab Juni Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse.

Vor 25 Jahren haben Sie als Trainee begonnen, in wenigen Monaten sind Sie Teil des Vorstands. Welche Kompetenzen und persönlichen Voraussetzungen braucht es, um – als Frau – im Bankensektor erfolgreich zu sein?
Seidl:
Ich denke, Kompetenz ist keine Frage des Geschlechts. Was man mitbringen muss, um erfolgreich zu sein, ist neben Beziehungsintelligenz viel Ausdauer und fachliche Kompetenz. Um als Team zu reüssieren, braucht es Männer und Frauen, die gemeinsam an einem Strang ziehen: Gemischte Teams bringen die bessere Performance, das zeigen Untersuchungen.

Immer wieder werden Quoten diskutiert, um den Frauenanteil in Spitzenpositionen heimischer Betriebe zu erhöhen. Wie sehen Sie das?
Seidl:
Die Quote ist ein vielstrapaziertes Thema. Man muss aber auch sehen, dass es bisher nicht gelungen ist, leistungsfähigen Frauen gleichberechtigte Chancen zu eröffnen – eine Quote kann so eine Chance sein.

Wie wird das bei der Steiermärkischen Sparkasse gelebt?
Seidl:
Bei uns ist die Chancengleichheit  auf allen Ebenen gelebte Praxis, der Anteil der weiblichen Führungskräfte ist im Steigen. Auch im Aufsichtsrat sind fünf von zwölf Mitgliedern weiblich. Im Idealfall ist eine ausgewogene Mischung in Führungsteams selbstverständlich – dann ist die Quote kein Thema mehr.

Aktuell leiten Sie das Strategische Risikomanagement. Welche Aufgaben werden Sie im Vorstand übernehmen?
Seidl:
Ich werde das Risikomangement insgesamt verantworten, d.h. zusätzlich zum strategischen auch das operative Geschäft. Das umfasst die Kreditentscheidung und das Problemkreditmanagement. Weitere Schwerpunkte werden der Finanzbereich, Compliance, Recht und die Interne Revision sein.

Sie sind Betriebswirtin. Woher kommt Ihre Leidenschaft und die Affinität für das Bankgeschäft?
Seidl:
Ich bin ein „Sparkassenkind“. Meine Mutter war selbst viele Jahre in einer Sparkasse tätig, der Sparefroh war Gast in meinem Kinderzimmer. Der Weltspartag war für mich als Kind immer ein großes Ereignis. Im Studium habe ich diese Leidenschaft fachlich vertieft. In der Steiermärkischen Sparkasse habe ich rasch spannende Aufgaben bekommen.

In welchen Bereichen möchten Sie Schwerpunkte setzen?
Seidl:
Unsere oberste Prämisse als Regionalbank ist, Menschen bei der Gestaltung ihres Lebens zu unterstützen. Es braucht bei Kreditentscheidungen eine gute Kooperation zwischen Risikomanagern und Kundenbetreuern, das sehe ich als meine Verantwortung. 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Seidl:
Die anhaltende Niedrigzinsphase, das geänderte Verhalten von Kunden und Marktteilnehmern sowie die hohen IT-Kosten – sie sind getrieben durch die Digitalisierung und die Regulatoren. Dazu kommen steigende Eigenmittelanforderungen. Das alles stellt das Geschäftsmodell einer Bank vor große Herausforderungen.

Smartphones ersetzen immer mehr herkömmliche Bankstellen. Wie schaut die Bank der Zukunft aus?
Seidl:
Die einzige Konstante ist die Veränderung. Das Beratungsgeschäft der Zukunft wird über mehrere Kanäle laufen, in den Filialen wollen wir positive Kundenerlebnisse schaffen.

Wie tanken Sie Kraft für die neue Aufgabe?
Seidl:
Die Arbeit mit Menschen ist für mich schon Kraftquelle. Privat verbringe ich gern Zeit mit meiner Familie, das ist für mich eine wichtige Energiequelle. 

Zur Person: Walburga Seidl, geboren am 14. Jänner 1973. BWL-Studium, Trainee am Finanzplatz London, Stationen bei der Steiermärkischen Sparkasse: Vertrieb, Interne Revision, Sanierungsmanagerin, Basel-II-Projektleiterin, Leiterin Strategisches Risikomanagement, ab Juni Vorstandsmitglied.


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