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Eine oscarverdächtige Bilanz

Mehr als 17 Millionen Kinotickets wurden zuletzt in Österreich verkauft – ein deutliches Plus. Dabei ist der Film selbst nur mehr für 58 Prozent Hauptgrund für den Besuch: Kino wird zum Gesamterlebnis.

Die Österreicher sind begeisterte Kino-Besucher: Mehr als 17 Millionen Kinotickets wurden im vergangenen Jahr verkauft.
© Fotolia Die Österreicher sind begeisterte Kino-Besucher: Mehr als 17 Millionen Kinotickets wurden im vergangenen Jahr verkauft.

Wenn in der Nacht auf Montag zum 90. Mal die begehrten „Academy Awards“ – die „Oscars“ – vergeben werden, blickt die Filmwelt gespannt nach Los Angeles. Die höchste Auszeichnung in diesem Business garantiert volle Kinokassen – auch hierzulande. Dennoch ist der Film selbst nur mehr für 58 Prozent der ausschlaggebende Grund für den Kinobesuch: Das periphäre Angebot wird immer wichtiger.

„Der Kinobesuch ist heute viel mehr als nur das Ansehen des Films“, erklärt einer, der es wissen muss: Ernst Diesel ist gemeinsam mit seinen Brüdern Andreas und Wolfgang vor 22 Jahren ins Business eingestiegen und hat mittlerweile eine Gruppe mit neun Standorten in der Steiermark, in Salzburg, Oberösterreich und im Burgenland aufgebaut. „Es geht um das Kompletterlebnis. Dazu zählen Gastronomie, Unterhaltung und immer öfter auch ein Rahmenprogramm.“ 

Laut einer aktuellen Erhebung des Instituts für Höhere Studien aus dem Herbst 2017 schlägt sich das mittlerweile auch deutlich in den Bilanzen der Unternehmen nieder. In Summe erwirtschafteten die Kinos in Österreich mittlerweile einen Netto-Umsatz von 191 Millionen Euro. Im Schnitt stammen aber nur mehr 58 Prozent davon aus Ticketverkäufen. Fast ein Viertel wird laut Studie im Durchschnitt für Knabbereien und Getränke ausgegeben, zehn Prozent kommen aus der Gastronomie. Die Unterschiede zwischen innerstädtischen Kinos und Multiplex-Standorten an der Peripherie sind jedoch signifikant: Während in der Innenstadt oft auch drei Viertel des Umsatzes direkt aus den Tickets kommt, sind es in Multiplex-Standorten weniger als die Hälfte: Dort fallen die „Nebengeräusche“ also deutlich stärker ins Gewicht. 

Das richtige Angebot für jede Zielgruppe

Um aber mit den Zusatzangeboten, die teils mit enormen technischen Investitionen wie beispielsweise Virtual-Reality-Zonen oder Gaming-Bereichen verbunden sind, auch Kapital zu schlagen, wird das Zielgruppenmarketing zum zentralen Inhalt. „Wir veranstalten zum Beispiel rund um Filmstarts hier spezielle Themenabende für bestimmte Zielgruppen – etwa die Ladie’s  und Men’s Nights – und bieten andererseits für Kinder und Familien von aufregenden Spielen bis hin zum Filmfrühstück und Kindergeburtstag ein vielfältiges Programm“, sagt Diesel. Voraussetzung dafür sei aber auch ein ausgezeichnetes Angebot seitens der Gastronomiepartner, die für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Laut IHS-Studie werden je nach Kinotypus und Lage zwischen 12 und 18 Euro in- und außerhalb des Kinos konsumiert. Zehn ausgegebene Euro in einem größeren Kino bewirken dabei rund sechs Euro an zusätzlichen Ausgaben. Hauptnutznießer dabei ist die Gastronomie, aber auch kleinere Impulskäufe etwa im Buch- oder Elektrohandel spielen hier eine Rolle.

Nicht zuletzt sind die Kinos auch ein wichtiger Werbepartner für die regionale Wirtschaft. „Kinowerbung ist direkt, effektreich und wird in einer Art und Weise wahrgenommen, die nicht mit Print, Radio oder Fernsehen vergleichbar ist“, erklärt Diesel. „Durch die große Bilddarstellung und das besondere Klangerlebnis im Kino wird auch die Werbebotschaft intensiver wahrgenommen.“ In seinen Kinos beschränkt Diesel die Werbeblöcke jedoch auf maximal fünf Minuten – das steigere die Wertigkeit des Kinobesuchs. Nicht zuletzt gehe es auch um die Ausstattung des Saales selbst: Zusammen mit moderner Vorführtechnik – etwa der 4K-Laserprojektion und Dolby-Atmos-Sound – seien bequeme Stühle und eigene VIP-Sitze ein nachgefragtes Qualitätsmerkmal, erklärt Diesel, der vor der Eröffnung des ersten Kinos mit seinem Unternehmen ein führender Ausstatter für Lichtspielhäuser in Österreich war.

Die Voraussetzungen, dass diese Sitze auch in diesem Jahr wieder ähnlich gut gefüllt sein werden wie zuletzt, sind jedenfalls gut, kommen doch zahlreiche Blockbuster mit großen Namen neu ins Kino: Von „Solo – a Star Wars Story“ über „Lara Croft: Tomb Raider“, „Jurassic World 2“, „Pacific Rim: Uprising“ und „Spiderman“ spannt sich das Angebot bis zu „Mission Impossible: Fallout“, und mit Familienhighlights wie „Hotel Transsilvanien 3“ sollte die Auswahl filmseitig gut genug sein, um neuerlich Millionen Österreicher ins Kino zu locken.

Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Kino: 

• 4.500 Menschen haben in Österreich dank der Kinos einen Arbeitsplatz. Davon arbeiten 1.424 Mitarbeiter in den Kinos selbst.

• 227 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung in Österreich und zusätzlich 156 Millionen Euro im Ausland werden durch die Kinos ausgelöst.

• 81 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren werden von den rund 140 Kinos in Österreich, die in 67 Prozent aller Bezirke liegen, erreicht.

Von Klaus Krainer

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