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Eine neue Partnerschaft auf Augenhöhe

Nun, da das europäisch-kanadische Abkommen CETA endlich in Kraft ist, stehen österreichische Exporteure in den Startlöchern. Eine Analyse mit Experten.


© Artur Marciniec - Fotolia

300 bis 400 Prozent. So hoch sind die kanadischen Zölle auf europäischen Käse. Lediglich eine geringe Menge konnte bisher zollfrei eingeführt werden. Das soll sich nun, da das Freihandelsabkommen CETA in Kraft tritt, ändern. Zwar bleibt in diesem Fall ein Zoll bestehen, doch wird es gerade beim Käse großzügige zollfreie Kontingente geben. In Summe winken aber für Exporteure umfassende Erleichterungen. Wir haben bei Experten nachgefragt, wie sich das neue Abkommen auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Kanada auswirken wird.

„Kanada ist für uns ein wichtiger Exportmarkt. Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Euro werden jedes Jahr dorthin verschickt“, weiß der Wirtschaftsdelegierte in Toronto, Christian Lassnig. Er betont, dass es bei CETA nicht nur um Freihandel geht, sondern auch um eine Annäherung bei Standards und Normen. Ein sensibles Thema, ist sich Lassnig bewusst:  „Das heißt nicht, dass wir kanadische Standards bei uns anerkennen und umgekehrt. Aber Prüfzertifikate werden anerkannt und im Laufe der Zeit wird vieles einfacher werden.“ Das gilt vor allem für die Dienstleistungserbringung, denn berufliche Qualifikationen  werden künftig leichter anerkannt. Das vereinfacht auch die Entsendung von Mitarbeitern – etwa zur Montage von Anlagen. „Die Zollerleichterungen und der Bürokratieabbau erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit“, betont Lassnig. Und das wirkt sich positiv auf die Stimmung aus, freut sich WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth: „Die Exportzahlen nach Kanada entwickeln sich hervorragend. Viele österreichische Unternehmen haben schon vorgebaut um jetzt schnell im Markt präsent zu sein.“ Außerdem würden manche heimische Unternehmen überlegen, ihre Nordamerikazentrale von den USA nach Kanada zu verlegen. Roth ist überzeugt, dass aber auch die kleineren Firmen von CETA profitieren. „Die doppelte Produktzertifizierung fällt weg. Dadurch werden wir wettbewerbsfähiger, denn jetzt können auch kleine Unternehmen ihre Produkte in Kanada leichter verkaufen“, erklärt Roth. Aber auch große Unternehmen, die längst in Kanada tätig sind, profitieren. „Durch den Wegfall der Zölle sinken unsere Preise. Dadurch könnten wir das große Potenzial des kanadischen Marktes nutzen“, so Roth. 

Wichtig für österreichische Exporteure ist jedoch ein kleiner bürokratischer Schritt, erklärt der Wirtschaftsdelegierte Christian Lassnig: „Um in Zukunft nach Kanada exportieren zu können, benötigt man mit Jahreswechsel die registrierte Ausführernummer REX. Diese muss man rechtzeitig beim regionalen Zollamt anfordern.“

Nicht zu vergleichen mit CETA ist übrigens das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA – TTiP. „Die EU ist weiterhin der Meinung, dass das Abkommen noch nicht gestorben ist und auch Teile der USA sind weiterhin an Freihandel interessiert. Es braucht aber jetzt eine Abkühlungsphase,  mittelfristig sollte man das Thema aber unbedingt angehen. Ich rechne mit einer abgespeckten Version unter neuem Namen“, sagt Jürgen Roth. 


Haben wir Ihr Interesse am spannenden kanadischen Markt geweckt. Das Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) unterstützt Sie gerne bei ihren Exportplänen. Nähere Infos: www.ic-steiermark.at



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