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Ein Coach, der Ordnung ins Chaos bringt

Sie hilft auch, wenn man beim Frühjahrsputz den Überblick verliert: Olivia Ruderes ist Steiermarks erster Ordnungscoach.

Was bleibt? Was kann weg? Und wo überhaupt anfangen? Olivia Ruderes hilft Menschen beim „Ausmisten“ und einem gut sortierten „Neustart“.
© globalmoments - stock.adobe.com Was bleibt? Was kann weg? Und wo überhaupt anfangen? Olivia Ruderes hilft Menschen beim „Ausmisten“ und einem gut sortierten „Neustart“.
Die bis an den Rand des Dachbodens gestapelten alten Kindersachen, die für mögliche Enkerl gehortet werden, der Keller voller verstaubter Krimskramskisten oder der Kleiderschrank, dicht bepackt mit Stücken, die man zwar jahrelang nicht mehr getragen hat, die aber zum Ausrangieren viel zu schade sind: Wer kennt es nicht, das Problem des Zuviel im Haushalt? „Aber auch wenn einem bewusst ist, dass man ausmisten sollte, ist das Weggeben das eine und zu wissen, wo man damit anfängt, das andere Problem“, erzählt Olivia Ruderes aus Kapfenberg. Und sie weiß, wovon sie spricht, schließlich ist sie der erste gewerbliche „Aufräumcoach“ im Steirerland.
Wie es dazu kam? „Ich bin in meinem alten Job 18 Mal in zehn Jahren umgezogen und habe gelernt, dass mir zwei Taschen an persönlichem Hab und Gut reichen, um zufrieden zu sein“, erzählt sie. Ebenso gebe es einen internationalen Trend zum Minimalismus beim Wohnen, also einem Leben mit weniger, dafür aber bewusst Ausgewähltem. Das geschehe nicht nur aufgrund verkleinerter Wohnformen, sondern auch, weil damit neben Kästen und Schränken auch gleich das ganze Leben „entrümpelt“ werde. Denn Aussortieren bedeute, Strukturen zu schaffen, in der Wohnung wie auch im persönlichen Alltag.
„Doch Dinge loszulassen, auch wenn sie ein Schattendasein in Abstellkammern, Küchenkästen oder Schränken fristen, ist für viele eine zu große Herausforderung“, verdeutlicht Ruderes, dass es sich hier nicht ums Aufräumen per se, sondern um Kopfarbeit handelt. Wenn sie gerufen wird, steht deshalb Kommunikation mit einer großen Portion Einfühlungsvermögen im Vordergrund: „Wir sprechen darüber, was warum geändert werden soll.“

Die zwei Fragen, die sich die Kunden dann bei jedem Stück stellen müssten, seien: Brauche ich es wirklich und macht es mich glücklich? „Die Hauptargumente fürs Horten – es ist ja noch gut bzw. es war einmal sehr teuer – entkräften sich aber schnell, wenn die Kunden wissen, dass die von ihnen  ausgemusterten Stücke woanders ihren Zweck weiter erfüllen“, erzählt Ruderes. Deshalb vermittelt sie im Auftrag der Kunden Ausrangiertes an Antiquitäten- und Second-Hand-Händler bzw. gibt nicht mehr Benötigtes, aber noch Gutes an Sozialeinrichtungen weiter.

Olivia Ruderes
© picwish fotodesign Olivia Ruderes


"Zwei Fragen müssen sich die Kunden stellen: Brauche ich es wirklich und macht es mich glücklich."

Quergefragt:

Behalten Kunden die mit Ihnen erarbeitete Ordnung bei?
Ja, weil sie es alleine geschafft haben und der Effekt  sofort sichtbar ist.
Woher kommt der Trend?
Die Leitfigur dieses internationalen Trends ist die japanische Bestsellerautorin Marie „Konmari“ Kondo. In wenigen Tage fliege ich nach London, um mich zum Konmari-Consultant zertifizieren zu lassen.
Sie bieten auch Senior-Services an…
Ja, wenn Raum für die 24-Stunden-Pflege geschaffen werden soll oder für die ältere Person ein Aufenthaltswechsel ansteht.

Alle Infos: www.ordnungsprofi.at

Von Veronika Pranger

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