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Düstere Wolken am Motorradhimmel

Klauseln in Herstellerverträgen machen den Zweiradhändlern das Leben schwer. Ein Drittel ist in seiner Existenz bedroht. Die Bundeswettbewerbsbehörde ist alarmiert. Jetzt soll EU-weit gehandelt werden.

Die österreichischen Zweiradhändler haben massive Probleme mit Klauseln und Vorgaben in Herstellerverträgen. Nun will man gemeinsam dagegen vorgehen.
© Andrii IURLOV - stock.adobe.com Die österreichischen Zweiradhändler haben massive Probleme mit Klauseln und Vorgaben in Herstellerverträgen. Nun will man gemeinsam dagegen vorgehen.

Das Business mit Zweirädern boomt – doch die Erträge für die Händler sind klein. Klingt nach Jammern auf hohem Niveau, doch die Zahlen, mit denen die WKÖ-Branchenvertretung nun an die Öffentlichkeit gegangen ist, sprechen eine deutliche Sprache: „Ein Drittel der Zweiradhändler ist in seiner Existenz bedroht“, so Bundessprecher Ferdinand Fischer.

Nachgefragt beim steirischen Branchenvertreter, Gerald Hütter, bestätigt sich die trübe Stimmung: „Auch wenn die Verkäufe gut laufen, bleibt extrem wenig für den Unternehmer übrig.“ Verantwortlich dafür seien auch Klauseln und Vorgaben in den Hersteller-Verträgern, so Hütter. Als logisch denkender Kaufmann dürfte man hier eigentlich gar nicht unterschreiben, so Hütter, weil man von vornherein wisse, die hier fixierten Anforderungen könnten gar nicht rentabel sein – ganz im Gegenteil: „Aber was soll man tun?“

Diese marktbeherrschende Situation der großen Hersteller hat bereits die Bundeswettbewerbsbehörde alarmiert. Kartellanwalt Martin Brenner: „Die gängige Praxis, die Ertragsmöglichkeiten der Händler immer weiter einzuschränken, ist aus kartellrechtlicher Sicht äußerst bedenklich.“ Auch verurteilt er „aufs Schärfste den Trend der letzten Jahre, Bestimmungen in Händlerverträge einzubauen, die eindeutig österreichischem Recht widersprechen“. 

Wenn das so weitergehe, werden nur noch die großen Händler überleben können, so Hütter: „Was wiederum marktbeherrschende Umstände, in dem Fall eben zu Lasten der Konsumenten, schaffen wird.“

EU-weiter Verband

Vier Jahre lang versuche die Bundesvertretung bereits, mit den Herstellern zu sprechen, um gemeinsam – schließlich sei man ja Partner – bessere Lösungen zu finden: „Doch es kam keine einzige Antwort. Deshalb sehen wir uns jetzt gezwungen, diese Probleme öffentlich zu machen. Irgendwann muss man uns ja zuhören.“

Aber Österreich alleine sei zu klein, um etwas auszurichten, deshalb werde man auf EU-Ebene aktiv, um einen markenunabhänigen Zweiradhändlerverband – ähnlich jenem in der Autobranche – zu initiieren. Erfreut über diesen Vorstoß zeigten sich sofort die Kollegen aus Deutschland, Italien oder auch der Schweiz, so Hütter: „Sie stehen vor genau denselben Problemen wie wir.“

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