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Duale Ausbildung als Exportschlager

Die Lehre hat in den deutschsprachigen Ländern eine lange Tradition. Bis 2020 soll das System des „arbeitsplatzorientierten Lernens“ nun auch flächendeckend in der EU eingeführt werden.

Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, das nun europaweit flächendeckend umgesetzt werden soll.
© industrieblick - Fotolia Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, das nun europaweit flächendeckend umgesetzt werden soll.
Während beispielsweise in den USA nahezu 100 Prozent der 18-Jährigen in einem rein schulischen System ihre Ausbildung erfahren, machen in Österreich rund 80 Prozent der jungen Menschen in diesem Alter eine praktische Berufsausbildung. Und das hat sich bewährt: Das duale Aubildungssystem – also die Kombination aus theoretischer, schulischer Ausbildung und praktischer Qualifizierung im Betrieb – ist mittlerweile für viele Länder in und außerhalb Europas zum Best-Practice-Beispiel geworden. Besonders deutlich wurden die Vorteile in der Wirtschaftskrise: „Dort, wo es die  duale Ausbildung gibt, etwa in Österreich, Deutschland und der Schweiz, fiel die Jugendarbeitslosigkeit deutlich geringer aus und die Krise wurde rascher überwunden“, berichtet Thomas Mayr, Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW). Und so ist es auch zum erklärten Ziel der EU geworden, das System des arbeitsplatzbasierten Lernens bis 2020 flächendeckend einzuführen. Zum Teil habe man dabei bereits gute Fortschritte gemacht, weiß Mayr. Auch Österreich steht etwa Serbien oder der Slowakei bei der Umsetzung unterstützend zur Seite. Mitunter sei es allerdings schwierig, da die notwendigen Strukturen oft nicht vorhanden seien. „Betriebe müssen sich aktiv an der Berufsausbildung beteiligen, und das funktioniert dort gut, wo es starke Institutionen auf Unternehmerseite gibt, die die unterschiedlichen Interessen bündeln und die Koordination und Administration übernehmen – also Kammern, Berufsverbände oder Arbeitgeberverbände“, so Mayr. Ein Gesetz ohne geeignete Strukturen reiche nicht aus. Immer öfter blicken aber auch Länder wie die USA und Kanada bei der Berufsausbildung nach Europa: Dort befinden sich Jugendliche viel länger in einem rein schulischen System. Viele machen erst nach dem Besuch von High School und Community College erste Schritte in der Arbeitswelt. Mittlerweile übernimmt man aber auch dort Elemente des dualen Systems und so werden Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen eingegangen.

Ganz anders als bei uns ist das Ausbildungssystem auch in Japan: Man setzt stark auf Hochschulausbildung und Unternehmen rekrutieren künftige Mitarbeiter oft direkt von der Schule bzw. der Universität. „Es kann sogar so weit gehen, dass erst danach überlegt wird, in welchem Beruf die jungen Menschen im Unternehmen eingesetzt werden“, berichtet Mayr. Eine besonders enge Bindung zu seinem Arbeitgeberbetrieb hat in Japan Tradition und die jeweiligen Berufe werden nach den Regeln der Unternehmen erlernt, die sich sehr stark voneinander unterscheiden können.

Von Petra Mravlak

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