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Der digitale Highway soll auf die Überholspur

Warum Digitalisierung noch mehr Priorität braucht und wieso jeder Jugendliche einmal nach Brüssel reisen soll – das und noch viel mehr erklärt Neo-Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl im großen Auftaktinterview.

Die neue Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Gespräch mit den Redakteuren Mario Lugger, Karin Sattler und Klaus Krainer (v. l.).
© Fischer Die neue Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Gespräch mit den Redakteuren Mario Lugger, Karin Sattler und Klaus Krainer (v. l.).
Frau Landesrätin, ist der neue Job so, wie Sie ihn sich vorgestellt haben?

Barbara Eibinger-Miedl: Ich bin ja schon viele Jahre in der Politik und wusste, was mich erwartet. Aber natürlich sind die ersten Wochen sehr intensiv und ich arbeite derzeit drei Kalender ab: Den von Christian Buchmann, in Wissenschaftsagenden den von Christopher Drexler und meinen eigenen. Das Resultat sind durchwegs Zwölf-Stunden-Tage, manchmal auch 14. Aber es wird sich schon einpendeln.

Wo wollen Sie inhaltlich Ihre Schwerpunkte setzen?
Eibinger-Miedl: Einerseits hat der Landtag die Wirtschaftsstrategie beschlossen, die wird natürlich weiterverfolgt. Dennoch gibt es einige Themen, wo ich mich noch stärker einbringen will. Etwa beim Breitbandausbau, wo wir zwar schon recht gut unterwegs sind, aber noch mehr machen müssen, vor allem in den ländlichen Regionen. Verbunden damit ist der Bereich der Digitalisierung. Wir sehen, dass sich Betriebe heute ohne schnelles Internet nicht mehr weiterentwickeln können. Da meine ich nicht nur Industrie und Gewerbe: Ich denke auch an den Tourismus und die Landwirtschaft.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Regionen stärken?
Eibinger-Miedl: Die Infrastruktur muss passen, damit man Betriebe in ländlicheren Gemeinden ansiedeln bzw. halten kann. Damit entlasten wir gleichzeitig den Zentralraum, der ein jährliches Wachstum um mehrere Tausend Menschen nur sehr schwer stemmen wird können. Breitband ist dabei nur ein Thema. Wir brauchen auch die Nahversorger, und dass diese Strategie zieht, sehen wir an der starken Nachfrage nach unserer Nahversorger-Förderung in der SFG. Außerdem will ich noch mehr Unternehmen dazu bewegen, den Schritt in Wachstumsmärkte zu wagen.

Internationalisierung als Stichwort: Wie wichtig ist Ihnen der Export?
Eibinger-Miedl: Der Export, besser gesagt die Internationalisierung, ist ein entscheidender Faktor für die Steiermark. Ich glaube, wir müssen das den Menschen in der Steiermark noch mehr bewusst machen. Wir müssen stärker kommunizieren, wie stark unser Land davon profitiert und dabei auch aufzeigen, wie wichtig die Europäische Union für uns war und ist. Neben Zahlen, Daten und Fakten will ich das in Zukunft stärker über die persönliche Schiene machen: Jeder Jugendliche, ob Schüler oder Lehrling, sollte einmal in Brüssel gewesen sein. Dort bekommt man erst eine Vorstellung davon, wie Europa funktioniert und was mithilfe der EU in der Steiermark möglich wurde.

Wenn Sie sich selbst beschreiben müssten: Wer ist eigentlich die neue Landesrätin?
Eibinger-Miedl: Ich stehe für junge, gut ausgebildete Frauen, die unbeirrt ihren Weg gehen. Ich stehe als Politikerin für jemanden, der offen auf Menschen zugeht, kontaktfreudig ist und vor allem zuhören kann. Ich bin jemand, der einsatzfreudig ist und gleichzeitig auf Interessensausgleich bedacht ist.  Und ich bin grundsätzlich ein gelassener und fröhlicher Mensch.

Zuletzt war zu lesen, dass die Wirtschaft zu sehr männerdominiert sei. Sind Sie für eine Frauenquote?
Eibinger-Miedl: Ich glaube, man muss unterscheiden: Wenn man die Gründerzahlen anschaut, sieht man, dass die Wirtschaft schon fast zu gleichen Teilen aus Frauen besteht. In Top-Positionen sieht das anders aus, aber ich glaube, auch hier erleben wir einen Wandel. Die heutigen jungen und gut ausgebildeten Frauen tun sich mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon leichter, weil es mittlerweile auch für die Väter wichtig ist, Zeit für ihre Kinder zu haben. Bezüglich Quote schlagen aber zwei Herzen in meiner Brust: Einerseits wünsche ich mir natürlich mehr Frauen in Führungspositionen. Allerdings tue ich mir schwer damit, so weit in die Unternehmen hineinzuregieren. Ich komme selber aus einem Familienbetrieb, bei uns waren es vier Personen: Mein Vater, mein Onkel, mein Bruder und ich. Soll ich einem von ihnen sagen, dass er aufhören muss, weil wir da jetzt eine Frau haben müssen?

Aus Sicht der Unternehmerin: Verstehen Sie die andauernde Kritik an der Bürokratie?
Eibinger-Miedl: Ich persönlich habe vor allem auf Gemeinde- und Bezirksebene recht gute Erfahrungen gemacht. Dazu kommen aber natürlich noch viele Vorschriften auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, und dann wird es problematisch. Seitens der Politik müssen wir es also schaffen, diesen Vorschriftendschungel Schritt für Schritt wieder abzubauen. Dabei ist auch die Rechtsbereinigung – also das Aufheben alter und nicht mehr nötiger Gesetze – ein Punkt.

Im Herbst stehen Nationalratswahlen an. Hat das Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen SP und VP in der Steiermark?
Eibinger-Miedl: Ich glaube, wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir in der Steiermark ein gutes politisches Klima haben. Das wird sich auch durch die Wahlen auf Bundesebene nicht ändern.


Das Interview führten Mario Lugger, Karin Sattler und Klaus Krainer.

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