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Die Rechte und Pflichten von Lehrlingen und Lehrherren

Was dürfen Lehrlinge tun? Wozu sind Lehrherren verpflichtet? Wir haben für Sie die jeweils zehn wichtigsten Aufgaben und Pflichten zusammengestellt.

Lehrling und Ausbildner
© industrieblick - stock.adobe.com Eine erstklassige Ausbildung setzt den Schulterschluss von Ausbildern und Lehrlingen ­voraus.

Was Lehrlinge tun müssen

  1. Der Lehrling muss sich bemühen, die Fertigkeiten und Kenntnisse seines Lehrberufes zu erlernen. 
  2. Können Teile des Berufsbildes nicht im Lehrbetrieb vermittelt werden, so ist ein entsprechender Kurs bzw.  Ausbildung in einem anderen Betrieb zu absolvieren (Ausbildungsverbund). 
  3. Lehrlinge sind verpflichtet, die fachliche Berufsschule zu besuchen, sofern sie vom Besuch nicht befreit sind. 
  4. Entfällt ein Schultag, dann müssen die Lehrlinge nach Zumutbarkeit arbeiten.
  5. Zeugnisse der Berufsschule sind nach deren Erhalt unverzüglich dem Lehrberechtigten bzw. dem Ausbilder vorzulegen, Schulhefte allerdings nur auf ausdrückliches Verlangen.
  6. Mit Werkzeug und Material muss sorgsam umgegangen werden. 
  7. Bei Krankheit oder sonstiger Verhinderung muss der Lehrbetrieb unverzüglich durch den Lehrling selbst oder einen gesetzlichen Vertreter verständigt werden.
  8. Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse sind in allen Fällen zu wahren.
  9. Urlaubsbeginn und Dauer sind in jedem Fall mit dem Lehrberechtigten bzw. dem Ausbilder abzusprechen. 
  10. Lehrlinge, die das Lehrverhältnis lösen möchten, müssen das ohne Angabe von Gründen in den ersten drei Monaten ihrer Lehrzeit tun. Das gleiche Recht haben aber auch die Lehrberechtigten.

Was Lehrherren tun müssen

  1. Fertigkeiten und Kenntnisse des Lehrberufes sind durch den Unternehmer selbst oder durch einen fachlich autorisierten Ausbilder zu vermitteln.
  2. Es dürfen vom Lehrling in keinem Fall  Arbeiten verlangt werden, die mit dem Wesen des gewählten Berufsbildes nicht vereinbar sind.
  3. Jobs, die die Kräfte der Auszubildenden übersteigen, dürfen nicht zugeteilt werden. 
  4. Lehrlinge haben das Recht auf sichere Arbeitsbedingungen in ihrem Ausbildungsbetrieb.
  5. Eltern und Erziehungsberechtigte sind von wichtigen Vorkommnissen zu verständigen.
  6. Für den Berufsschulbesuch ist dem Lehrling die erforderliche Zeit frei zu geben. 
  7. Übersteigen die Internatskosten die Lehrlingsentschädigung, dann sind die Mehrkosten durch den Lehrberechtigten abzugelten. Achtung: Ein Gesetz, das die Kosten für das Internat neu regelt (siehe dazu oben Kirsten Fichtner-Koele), tritt am 1. Jänner 2018 in Kraft.
  8. Für die Ablegung der Lehrabschlussprüfung muss die dafür notwendige Zeit frei gegeben werden.
  9. Während der Lehrzeit bzw. der Behaltezeit müssen dem Lehrling beim erstmaligen Antritt Prüfungstaxen und allfällige Materialkosten ersetzt werden.
  10. Der Lohn ist in Form einer Lehrlingsentschädigung zu bezahlen, die durch den Kollektivvertrag festgelegt ist: 14 Mal jährlich, auch bei Krankheit und während des Schulbesuches. 



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