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"Die Natur ist unser Arbeitgeber"

Fabrice Girardoni übernimmt von Arthur Moser mit Jahresende die Seilbahnen, der als Vorstand zu Snow Space Salzburg wechselt. Was der neue Obmann vorhat.

Arthur Moser, Josef Herk, Fabrice Girardoni (v.l.n.r.)
© Foto Fischer Hofübergabe mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: Arthur Moser (links) übergibt an Fabrice Girardoni (rechts)

Sie waren vier Jahre lang Obmann-Stellvertreter und sind künftig der neue Mann an der Spitze der steirischen Seilbahnen.Was bringen Sie mit in Ihre neue Funktion?

Girardoni: Die Freude am Job und viele Jahre Erfahrung. Nicht nur praktische, als Geschäftsführer der Stuhleck Bergbahnen, sondern seit 2010 auch operative, aufgrund meiner vielen Funktionen im Fachverband der Seilbahnen, in dem das Miteinander ausgesprochen konstruktiv gelebt wird. Sicher das Erfolgsrezept für die wirtschaftliche Bergfahrt der Betriebe.


Als Unternehmer am Stuhleck und Funktionär kennen Sie die Branche. Welchen Herausforderungen müssen sich Seilbahnen in nächster Zeit stellen?

Girardoni: Die größte Herausforderung heißt Schneesicherheit. Aber da haben wir schon vor Jahren die Signale in Richtung Zukunft gesetzt. Es wurde weitblickend in Beschneiungsanlagen investiert, die heute in der Steiermark fast schon flächendeckend garantieren, dass uns auch dann das Weiß auf den Pisten nicht ausgeht, wenn Frau Holle einmal streikt. Übrigens, der Schnee, der bei uns aus den Kanonen rieselt, besteht ausschließlich aus Wasser und Luft.


Die Steiermark ist touristisch erstklassig aufgestellt, auch dank der Seilbahnen. Wie schwierig wird es künftig sein, Expansionsbestrebungen und Natur unter einen Hut zu bringen?

Girardoni: Ja, wir sind in der Steiermark mehr als gut aufgestellt. Es geht daher auch nicht darum, gänzlich neue Skigebiete aus dem Boden zu stampfen, sondern darum, Skigebiete zu optimieren bzw. zu verbinden. Und das mit großem Respekt vor der Natur, die ja eigentlich unser Arbeitgeber ist. Wir setzen nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Ich kenne kein Land, in dem der Komfort in den Bahnen und auf den Pisten so groß ist wie in Österreich und ganz speziell in der Steiermark. In Kombination mit Kulinarik und der Freundlichkeit der Mitarbeiter prägt das eine einzigartige Marke, die bei unseren Gästen ankommt.

Kleine Skigebiete werden als Brutstätten für den Nachwuchs bezeichnet. Wie stark wird Ihr Augenmerk auf die Kleinen gerichtet sein?

Girardoni: In ganz, ganz hohem Ausmaß. Wir helfen nicht nur mit der Hardware, sondern auch mit Software. Im Klartext, wir geben nicht nur gebrauchte Geräte zu günstigen Konditionen weiter, sondern unterstützen die kleinen Liftbetreiber auch mit unserem Know-how. Es wird ja immer schwieriger, das Gesetzesdickicht zu durchschauen, das die Kleinen fast verzweifeln lässt. Bester Beweis für den perfekten Schulterschluss von Groß und Klein war vor kurzem der Schlepplifttag in der WKO in Niklasdorf mit 80 Teilnehmern.

290 Millionen Euro Wertschöpfung über die Seilbahnbenutzer haben 2017/18 eine Rekordmarke gesetzt. Wie viel Luft ist noch nach oben?

Girardoni: Wir praktizieren das Bergerlebnis auf unglaublich hohem Niveau, das es zu halten gilt. Statt Rekordmarken nach oben zu schrauben, werden wir in die Aus- und Weiterbildung unserer 1.200 Mitarbeiter investieren und auch alle Kräfte mit Hotellerie und Gastronomie bündeln, dass dort die Fachkräfte nicht ausgehen. Weil geschlossene Hütten wären auch für die Bahnen fatal. Die Gäste erwarten sich ein Gesamtpaket: Schnee und Pistenspaß, Hüttengaudi und Kulinarik. Die Menschen verbringen bei uns ja ihre Freizeit.

Investments am Berg sind nicht nur auf den Winter, sondern zunehmend auch auf den Sommer ausgerichtet. Wohin geht die Reise?

Girardoni: Seilbahnen, in die viel investiert wurde, sollten auch ganzjährig genutzt werden. Eine nur allzu verständliche Kosten-Nutzenrechnung für die Bahnbetreiber. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass die Gäste unsere Ambitionen begeistert vorantreiben. Die Berge werden zunehmend im Sommer bespielt, was ein ganz neues Erlebnis schafft, das begeistert angenommen wird. Auch von uns „Liftlern“.

Wenn eine Fee käme, um ­Ihnen einen beruflichen Herzenswunsch zu erfüllen, welcher wäre das?

Girardoni: Ich habe zwei Wünsche. Erstens stabile Saisonen, die uns das Wirtschaften erleichtern, aber vor allem den Wunsch, die Fähigkeit nicht zu verlieren, die Wünsche unserer Gäste zu hören. Der Stress nimmt uns dazu die Fähigkeit. Wenn wir aber nicht mehr hören, was gewünscht wird, dann verlieren wir unsere Kreativität.


Zur Person

Fabrice Girardoni, Jahrgang 1980, ist seit 2004 Geschäftsführer der Stuhlecker Bergbahnen. Der Betriebswirt führt das Familienunternehmen, das 1959 gegründet wurde, bereits in dritter Generation. Seine Familie stammt, wie der Name verrät, ursprünglich aus Cortina d‘Ampezzo, lebt aber schon lange in Österreich. Girardoni geht in seiner Freizeit gerne in einer Propeller-Maschine in die Luft, liebt die Natur und ist ein begeisteter Skifahrer.


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