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„Die Leute wollen unterhalten werden“

Messe-Geschäftsführer Armin Egger weiß, warum Publikumsveranstaltungen Volksfestcharakter haben müssen und trotz Digital-Booms der Messerubel rollt.

Messe-Chef Armin Egger
© Foto Fischer Armin Egger im Gespräch, was das Business mit Messen und Kongressen der Wirtschaft bringt.

Nach der Häuslbauermesse im Jänner steht jetzt die Frühjahrsmesse vor der Tür. Was steht am Programm?

Armin Egger: Es ist die größte Publikumsmesse im Jahr, dementsprechend bunt ist das Angebot. Neben Klassikern wie Genuss und Wohnen, dem Italien-Schwerpunkt sowie Bauen und Garten gibt es naürlich auch Neues – wie etwa der Ausstellungsbereich im Foyer, der sich maritimen Freuden widmet. 

Die schätzen Sie dieses noch junge Veranstaltungsjahr ein?

Egger: Die Flächen in unserem Kalender sind gut gefüllt, da merken wir mit etwas Verzögerung den aktuellen Konjunkturaufschwung. Aus diesem Grund gehen wir auch von einem positiven Messejahr aus, in dem wir zumindest das sehr gute Niveau des Vorjahres halten, wenn nicht sogar übertreffen werden können. 

Bleiben wir beim Vorjahr: Wie bilanzieren Sie den Messe- und Event-Reigen Ihres Hauses?

Egger: 2017 zählten wir unterm Strich 1.123.059 zahlende Besucher bei 409 Veranstaltungen. Was die neun Eigenveranstaltungen der Messe Graz betrifft,  waren es 175.000 Besucher und 2.000 Aussteller. Und hiervon profitieren nicht nur die teilnehmenden Betriebe, sondern auch ein immens breites Umfeld. Unser Schlüssel lautet: 85 Prozent der generierten Wertschöpfung gehen nach außen, in vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche.

Was bringt das der heimischen Wirtschaft konkret?

Egger: 134 Millionen Euro wurden im Vorjahr durch alle unsere Veranstaltungen – außerhalb von unseren Umsätzen – an Wertschöpfung ausgelöst. Hier reicht die Bandbreite von Handwerk, Handel und Industrie über die Gastronomie bis hin zur Mobilität. Die von uns durchgeführten Kongresse, Messen und Events bewirken in der Landeshauptstadt zwischen 20 und 25 Prozent aller Nächtigungen. Wobei man hervorheben muss, dass ein Kongress- bzw. Businessgast in der Regel doppelt so viel Geld bei seinem Besuch in Umlauf bringt wie ein normaler Tourist. Summa summarum sichert der Messe Congress Graz außerhalb des eigenen Hauses weit über 2.000 Arbeitsplätze. 

Stolze Zahlen, wenn man bedenkt, dass dem Messe-Business vor zehn, zwanzig Jahren noch eine kurze Lebenszeit vorausgesagt ­wurde…

Egger: Das hat man nicht nur für Messen, sondern auch von unserem zweiten großen Standbein, den Kongressen, gesagt. Man ging im großen ­Digitalisierungshype davon aus, dass dank der neuen Technik alles nur mehr per Computer oder am Telefon erledigt werden wird. 

Heute sind die Hallen voll?

Egger: Ganz genau. Man kann Emotionen eben digital nicht in der Stärke erzeugen, wie es das echte Leben tut. Warum kaufen Menschen teure Tickets für Konzerte und nehmen dafür tagelange Anreisen in Kauf, wenn sie doch eine weit bessere Soundqualität zu Hause per Stream oder mittels CD erreichen? Oder warum setzt man sich immer noch für eine Kaufentscheidung in den echten Wagen, anstatt diesen einfach online zu konfigurieren? Es muss also auch im digitalen Zeitalter weiter menscheln, es braucht den persönlichen Kontakt. Die traditionellen Märkte in den Regionen laufen deshalb so gut, weil sie mit ihrem regelrechten Volksfestcharakter dieses Bedürfnis der Menschen stillen. Und das muss auch eine moderne Messe leisten können.

Man muss sich also schon etwas einfallen lassen, um die Gunst der Besucher zu erwerben?

Egger: Auf jeden Fall spielt das Drumherum eine immer entscheidendere Rolle: Denn nur mit einem neuen Traktor alleine holt man heute keinen vom anderen Ende des Landes in die Grazer Hallen. Die Besucher gehen ja zu Recht davon aus, dass auf Messen neue Produkte ausgestellt werden. Sie wollen für ihren Eintritt auch unterhalten werden – und das nicht nur mit immer neuen, modernen Show-Acts, Lifestyle-Themen und Erlebniswelten, sondern auch mit liebgewordenen Traditionen, wie dem Rummelplatz oder den Marktschreiern. 


Armin Egger (geb. 1964 in Tirol) hat internationale Wirtschaft studiert und ist seit 2009 Geschäftsführer des Messe Congress Graz (MCG). Seit 2007 sind der Congress Graz in der Innenstadt, der Messecongress an der Stadthalle, die Stadthalle Graz, die Messe Graz sowie die Merkur Arena und das Merkur Eisstadion unter der Dachmarke Messe Congress Graz vereint. Infos: mcg.at

Von Veronika Pranger

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