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Die Lehrausbildung befindet sich im Aufwind

Einen Beruf zu erlernen, ist wieder in Mode: Trotz weniger Jugendlichen ist die Zahl der Lehranfänger heuer bundesweit um satte 4,6 Prozent gestiegen.

© Die Industrie

Die großartigen steirischen Erfolge bei der Berufs-WM in Abu Dhabi (siehe Seiten 4–5) zeigen: Die Qualität der heimischen Lehrausbildung hat Weltklasse-Niveau. Erfolge, die in den vergangenen Jarhen auch das Image der Lehre aufpoliert haben. Dies schlägt sich nun auch deutlich in der neuesten Lehrlingsstatistik nieder, wie die aktuellen Zahlen vom September 2017 zeigen: Demnach verzeichnet man in der Alpenrepublik (siehe Tabelle unten) ein kräftiges Plus von 4,6 Prozent bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr. Dieser Zuwachs ist umso wichtiger für die endlich wieder wachsende Wirtschaft, da die Zahl der 15-Jährigen eines Jahrganges innerhalb der letzten zehn Jahre um 25 Prozent gesunken ist. Das bedeutet: Es gibt weniger Jugendliche und daraus resultierend ein geringeres Fachkräftepotenzial für eine Wirtschaft, die immer mehr Mitarbeiter braucht: Denn seit Jahren jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Das bringt wiederum die Chance, in der Wirtschaft mit einer fundierten Fachausbildung rasch auf der Karriereleiter nach oben klettern zu können. „Wir spüren einen starken Zuzug von talentierten Jugendlichen in die Lehre und nicht zuletzt eine steigende Zahl an Maturanten, die im Anschluss an ihre Schulausbildung noch einen Beruf erlernen“, erklärt der Leiter der Lehrlings- und Meisterprüfungsstelle in der WKO Steiermark, Gottfried Krainer. 2016 starteten bereits 583 Maturanten eine Lehrausbildung – das ist ein Plus von 37 Prozent binnen vier Jahren. Dies sei nicht zuletzt auf die hohe Qualität und ständige Weiterentwicklung der Berufsbilder und -ausbildungen zurückzuführen. Damit sei es letztlich gelungen, beim nun weitgehend bewältigten demographischen Schnitt den Anteil der Jugendlichen in der Lehre konstant zu halten. „Wir liegen in der Steiermark bei rund 41 Prozent der Jugendlichen eines Jahrganges, die in die Lehre gehen“, erklärt Krainer.

Diese Entwicklung ist durchaus ein Grund zur Freude – wie WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk betont: „Durch unermüdlichen Einsatz unserer Ausbildungsbetriebe und nicht zuletzt der Wirtschaftskammer haben wir nun bereits das zweite Mal hintereinander steigende Lehrlingszahlen. Damit ist uns in Zeiten des demographischen Wandels eine Trendwende gelungen. Daran müssen wir weiter arbeiten, um künftig noch mehr Lehrstellen auch wieder besetzen zu können.“

Denn das ist aktuell bei weitem nicht der Fall, wie die Monatsstatistik des AMS Steiermark im September verrät: Demzufolge sind 783 Lehrstellen im Steirerland aktuell unbesetzt – um 208 (oder 36,2 Prozent) mehr als noch vor einem Jahr.

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