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Die lange Mission des ersten Flugfotografen

Zum Abschluss des heurigen Gedenkjahres 2018: Der Kapfenberger Franz Pachleitner war ein Pionier der kaiserlichen Flugaufklärungsfotografie. Trotz kriegerischer Einsätze ist sein Erbe ein Plädoyer für den Frieden, das seine Enkelin zur Verlegerin hat werden lassen.

Franz Pachleitner (2. v. re.) erklärt Kaiser Karl (Mitte) die  Fotoausrüstung.
© Carina Verlag Franz Pachleitner (2. v. re.) erklärt Kaiser Karl (Mitte) die Fotoausrüstung.

Unsere Republik feierte am 12. November ihren 100. „Geburtstag“. Ein Anlass, dem die „Steirische Wirtschaft“ eine eigene Sonderpublikation gewidmet hat und nun, zum Abschluss des Gedenkjahres, mit dem Fohnsdorfer Carina-Verlag ein Unternehmen vorstellt, dessen „Ursprung“ eigentlich mit einer Kriegsmission begonnen hat, die dann aber in eine Friedensmission mündete. Im Mittelpunkt steht dabei der Kapfenberger Franz Pachleitner. Er war der erste kaiserliche Flugaufklärungsfotograf, der die Gräuel des Ersten Weltkriegs an der Ostfront und an der Isonzofront bildlich dokumentierte. Sein „Vermächtnis“ – mehr als 800 Glasplattendias – veranlassten Enkelin Carina Klemmer, eigentlich Einzelhandelskauffrau, Fotografin und Sozialpädagogin, seine „Mission“ weiterzuführen.

 „Mein Großvater hat mir seine Erlebnisse immer wieder erzählt, nie ohne den Verweis, dass die Hoffnung auf Frieden zentral für das Überleben in dieser Zeit war. Ich war 13, als ich ihm an seinem Sterbebett versprach, das für die Nachwelt zu erhalten“, berichtet Klemmer. Lange habe sie jedoch gezögert, die Geschichte ihres Großvaters und die seines Kameraden Leopold Guggenberger niederzuschreiben. „Als sich dann mit 2014 das erste große Gedenkjahr zum Ersten Weltkrieg langsam näherte, wusste ich, dass nun die Zeit dafür reif war. Und mir war auch klar, dass ich dieses große Erbe nicht in fremde Hände geben konnte.“

Deshalb gründete sie 2013 gemeinsam mit ihrem Mann den Carina-Verlag, um die Erinnerungen Pachleitners und Guggenbergers unter dem Titel „Zum Himmel wir marschieren“ zu veröffentlichen. „Hier werden Ereignisse des Krieges durch zwei Freunde, zwei Fronten, zwei Schicksale erzählt“, erklärt Klemmer. Eine Geschichte, auf die auch der steirische Regisseur Alfred Ninaus aufmerksam wurde und der die Erlebnisse der Kameraden 2015 verfilmte. „Der Film wurde vom Unterrichtsministerium als Schulfilm gelistet. Dass die Geschichte des Großvaters jetzt als Mahnmal gegen den Krieg wichtige Aufkläfungsarbeit leistet, darauf sind wir sehr stolz.“

„Friedensflug 2018“


Ein weiteres Zeichen setzte das Verleger-Ehepaar schließlich auch im Mai diesen Jahres mit einer historischen „Flugmisson“, die von Italien nach Zeltweg führte. Hierfür konnte kein Geringerer als der Enkel des letzten Kaisers von Österreich, Karl Habsburg-Lothringen, gewonnen werden,. Dieser flog mit einer alten Cessna L-19 exakt jene Strecke ab, die Soldaten am Ende des Ersten Weltkriegs von der Piave-Front zurück in die Heimat zu Fuß bewältigten. „Vor genau 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Dieser Flug ist ein Symbol“, betont Klemmer, die auch bereits für das kommende Jahr Aktionen in diesem Sinne plant: „Ich werde nicht müde, mich dafür einzusetzen, dass unsere Kinder den ersten Weltfrieden, und nicht den dritten Weltkrieg erleben. Deshalb muss man sich erinnern und darf die Gräuel des Krieges nicht in Vergessenheit geraten lassen.“


Ein Bestreben, das auch Habsburg-Lothringen unterstützt und deshalb auch für das Vorwort im Buch gewonnen werden konnte. Wie es aber dazu kam? „Bei einer Veranstaltung stellte ich mich ihm folgend vor: Wir sind die Enkelkinder des ersten großen Krieges. Mein Großvater hat für Ihren Großvater gekämpft.“ Was Eindruck hinterlassen habe, denn drei Tage später habe der Adjudant Habsburg-Lothringens bei ihr angerufen, um sie nach Wien einzuladen. „Ich hielt es für einen Scherz und habe aufgelegt. Ein paar Minuten später klingelte es wieder und er sagte nur: Bitte nicht auflegen, ich arbeite wirklich für ihn“, erinnert sich Klemmer mit einem Schmunzeln.


Das Buch zum Film:

Das Buch „Zum Himmel wir marschieren“ publizierte Carina Klemmer im dafür eigens 2013 gegründeten Carina-Verlag. Der gleichnamige Film wurde von Alfred Ninaus verfilmt. Videos zum „Friedensflug 2018“ sind auf Youtube nachzusehen. Die Bücher des Fohnsdorfer Verlags sind in allen in allen Buchhandlungen durch den Vertrieb Mohr Morawa sowie im Internet erhältlich: www.carinaverlag.com


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