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Die Judenburger Lebensader glüht seit 111 Jahren

Stahl Judenburg feiert heuer das 111-jährige Bestehen. Grund genug, einen Blick hinter die Werkskulissen des Edelstahl- Multis zu werfen.

Als die beiden Stahlpioniere Sebastian Danner und Konrad Wittgenstein 1906 in Judenburg die „Steirischen Gussstahlwerke Danner & Co“ aus der Taufe hoben, hatten sie wohl nicht damit gerechnet, dass sie damit den Grundstein für 111 Jahre „glühende“ Firmengeschichte legen würden. 
Walzstraße, Stahl Judenburg
© Foto Fischer Walzstraße, Stahl Judenburg

Wie sich das Business entwickelt hat, davon konnte sich die „Steirische Wirtschaft“ beim Besuch anlässlich des großen Jubiläums selbst überzeugen. Fazit: Hier geht es heiß her – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auch mit ordentlich Sicherheitsabstand zum Vormaterial, das 1.150 Grad heiß die riesige Walzstraße entlangläuft (siehe Foto), sind die Temperaturen zumindest für den Laien doch recht hoch. „Was diesen Arbeitsplatz im Winter bei eisigen Temperaturen draußen zu einem sehr begehrten macht“, scherzt Stahl-Judenburg-Urgestein Ewald Thaller bei der Führung. Nein, im Ernst: Die Zeiten, wo Mitarbeiter den vor Hitze rotglänzenden Teilen sehr nahe kommen mussten, sind längst vorbei. Was den technischen Innovationen wie auch den steten Investitionen am Standort geschuldet ist. „Alleine in den vergangenen sechs Jahren haben wir rund 30 Millionen Euro zur Absicherung des Werkes investiert“, ergänzt Geschäftsführer Thomas Krenn. Weitere Invests von 8,5 Millionen stehen in diesem Jahr für  ein neues Instandhaltungsgebäude am Plan.

Tradition trifft 
auf Innovation

„Diese Investitionen sichern die industrielle Zukunft des Unternehmens“, erklärt Thaller, „gerade in Zeiten, die für die Stahlindustrie nicht immer leicht sind, ist das ein klares Bekenntnis zum Standort.“ Stichwort schwierige Zeiten: Auf solche kann das Unternehmen in seinen 111 Jahren mehrfach zurückblicken, seien es wechselnde Besitzverhältnisse oder zwei Weltkriege. Aber als wohl herausfordernste Zeit erwies sich die Stahlkrise in den 70ern: Sie führte von einem Mitarbeiterhöchststand in den 60er-Jahren mit 2.100 Beschäftigten zum Beinahe-Aus des Standorts. 
Was das „Überleben“ sicherte und, mehr noch, Stahl Judenburg als Lieferant von Hightech-Edelstahlprodukten bis an die Weltspitze brachte? „Investitionen ins Werk und die Infrastruktur sind ein Baustein zum Erfolg, bestens ausgebildete Mitarbeiter der andere. In diesem Unternehmen steckt das Stahlverarbeitungs-Know-how von zig Generationen“, betont Thaller, der selbst seit 1993 an Bord ist. Und mit über 20 Jahren „Firmengeschichte“ ist er in guter Gesellschaft: Beinahe jeder Siebente der insgesamt 459 Mitarbeiter ist seit mehr als 25 Jahren im Betrieb. 


146 dieser Stahl-Profis sorgen im Walzwerk dafür, dass jährlich 75.000 Tonnen an Knüppel (stangenförmiges Vormaterial) verarbeitet werden. Was rauskommt, wenn diese zu immer dünneren Edelstahlstangen gewalzt werden, zeigt sich in der nicht minder imposanten Blankstahl-Halle (kl. Bilder rechts). 6.000 Tonnen Material werden hier pro Monat zu hochpräzisen Teilen verarbeitet und dann rund um den Globus verfrachtet. Krenn: „91 Prozent gehen in den Export. Das Kerngeschäft ist mit 73 Prozent die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Hier haben wir uns als Lieferant für hochtechnologische Bauteile international einen Namen gemacht.“ Es läuft gut, bei Stahl Judenburg. 2016 wurde mit 108 Millionen Euro der beste Umsatz seit fünf Jahren verzeichnet. Bleibt also nur noch die Frage, ob auch der 222. Geburtstag gefeiert werden wird. Thaller: „Wir setzen alles daran. Ob unsere Bemühungen für weitere 111 Jahre reichen, wird die Zukunft zeigen.“


Autorin: Veronika Pranger, Steirische Wirtschaft


Tipp!
Lesen Sie mehr in der Ausgabe 4/2017 der Steirischen Wirtschaft.


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