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Die Holländer „fliegen“ auf die Steiermark

Seit Mai verbindet KLM Graz und Amsterdam. Die neue Linie hat den erfolgreichsten Streckenstart seit Jahrzehnten hingelegt. Wir haben KLM-Österreichchef Guido Hackl gefragt, warum.

Seit Mai verbindet KLM Graz und Amsterdam im Direktflug.
© KLM Royal Dutch Seit Mai verbindet KLM Graz und Amsterdam im Direktflug.

Herr Hackl, KLM fliegt seit Mai von Graz nach Amsterdam. Wie ist es – nach Jahren der Verhandlungen – letzlich dazu gekommen?
Guido Hackl: Die Geschichte dieser Verbindung ist tatsächlich älter, aber so etwas entsteht nicht von heute auf morgen. Ich bin schon sehr lange mit Flughafen-Direktor Gerhard Widmann im Gespräch, um eine KLM- oder Air-France-Verbindung von Graz nach Amsterdam einzurichten. Da gab es über die Jahre immer wieder Business-Cases, die wir gerechnet haben, nicht nur nach Graz, auch nach Salzburg und Linz. Ende 2016 rutschte die Verbindung dann ins Programm.

Was war im Endeffekt ausschlaggebend, dass KLM hierher kommt?
Hackl: Sicherlich der große Zuspruch, den wir hier in der Steiermark gespürt haben. Nicht nur der Flughafen, auch zahlreiche Unternehmen und nicht zuletzt auch die Wirtschaftskammer haben uns zu verstehen gegeben, dass diese Linie wirklich gewünscht ist. Wenn der Arbeitgeber-Präsident einer Region persönlich zu den Verhandlungen kommt, dann ist das auch eine Statement – und das hat letztlich auch das Management beeindruckt.

Wie fällt Ihre erste Bilanz nach rund vier Monaten aus?
Hackl: Die Auslastung liegt bei über 80 Prozent. Das ist höher, als wir es uns erwartet haben und wir sind sehr, sehr zufrieden. Die Sommersaison ist aber natürlich auch die stärkste Zeit, deshalb wird man jetzt sicherlich auch im Zeitraum von November bis Ende Februar noch zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, um das Niveau zu halten. Da werden wir spezielle Pakete schnüren, ich weiß auch, dass die Hotels in Amsterdam da mitziehen. Wir freuen uns auch darüber, dass unser Launch der beste war, den es am Flughafen Graz seit langem gegeben hat.

Wohin fliegen die Passagiere aus der Steiermark?
Hackl: Aktuell fliegen etwa 55 Prozent Point-to-point, also Graz-Amsterdam. Etwa 25 Prozent steigen in Amsterdam um und fliegen weiter zu europäischen Destinationen, da vorrangig Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Die restlichen 20 Prozent gehen auf die Langstrecke – und hier vorrangig in die USA. Das liegt auch daran, dass wir die Hubs der Delta in Amerika sehr gut anbinden, wir haben Top-Verbindungen nach Detroit, Minneapolis, Atlanta und New York. Und von dort kann man dann auch flächendeckend Nord- und Südamerika erreichen. Die Akzeptanz dieser Verbindungen ist bereits sehr gut, das hören wir auch von Delta.

Wieviele Passagiere erwarten Sie sich im ersten Jahr?
Hackl: In absoluten Zahlen ist es schwierig zu sagen. Wir sind beispielsweise auch schon einmal mit einem größeren Flugzeug hergekommen. Jahresziel ist eine Auslastung von über 80 Prozent.

Sie hatten auch Linz und Salzburg am Radar, sich aber für Graz entschieden. Warum?
Hackl: Graz hat mit dem Autocluster ein wirtschaftliches Schwergewicht. Die Flugpläne sind auch darauf abgestimmt: Eine der wichtigsten Verbindungen ist etwa Detroit. Linz ist durchaus interessant, hat aber sehr gute Zugverbindungen zum Flughafen Wien, die auch gut angenommen werden. Salzburg ist traditionell eine starke Incoming-Destination – und die Nähe zu München kommt da natürlich dazu. Graz war also die logische Wahl.

Apropos Incoming-Verkehr: Ist die Steiermark als Destination für Ihre Passagiere interessant?
Hackl: Wir spüren, dass die Menschen gerne auf Sekundärziele gehen. Barcelona, Berlin, London: Da waren alle schon. Da ist der Flug nach Graz sicher interresant: Die Südsteiermark ist hochattraktiv, dort ist es wunderschön. Nach Schladming ist es ebenfalls nicht so weit – und Graz ist ohnehin eine Perle, ein echter Geheimtipp in Europa. Die Niederlande, vor allem aber auch Skandinavien und Großbritannien sind für diese Destination sehr interessante Quellmärkte.

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