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Die ersten Tage einer neuen Realität

Wie ist es den steirischen Unternehmen in den ersten Einkaufstagen ergangen? Wir haben einen Rundruf durch die Regionen und Branchen gestartet und dabei sehr unterschiedliche Antworten erhalten.

Anfang Mai durften nun auch Einkaufszentren und Betriebe über 400 Quadratmeter wieder aufsperren.
© Foto Fischer Anfang Mai durften nun auch Einkaufszentren und Betriebe über 400 Quadratmeter wieder aufsperren.

Seit dem 2. Mai haben wir wieder ein Stück unseres gewohnten Alltags zurück: Nach den ersten Wiederöffnungen von kleinen Geschäften und Baumärkten am 14. April durften Anfang Mai nun auch Einkaufszentren und Betriebe über 400 Quadratmeter nachziehen. Eine große Erleichterung für Unternehmer, Mitarbeiter und Kunden, die nach zahlreichen Wochen nun erstmals wieder – unter strengen Hygienevorschriften und Sicherheitsmaßnahmen – einen großen Schritt Richtung „neue Normalität“ gehen durften. Doch wie ist es den steirischen Unternehmen in den ersten Einkaufstagen ergangen? Wir haben einen Rundruf durch die Regionen und Branchen gestartet und dabei sehr unterschiedliche Antworten erhalten:

Ein unerwartet starker erster Einkaufstag

Große Freude herrschte im „Leoben City Shopping“ nach dem ersten Einkaufstag am 2. Mai: „Wir sind positiv überrascht, wie viele Kunden bereits am ersten Tag ins LCS gekommen sind. Die Kundenfrequenz betrug 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – damit haben wir nicht gerechnet“, freut sich LCS-Geschäftsführer Christian Trampus. Die Tiefgarage war am 2. Mai zu 68 Prozent belegt. „Viele Besucher sind mit dem Rad oder zu Fuß gekommen, das war auffallend“, so Trampus. 

Auch der zweite Einkaufstag ließ keine Wünsche offen – am 4. Mai wurden sogar noch mehr Kunden gezählt als am ersten Tag der Lockerungen. „Unsere Kunden haben sich schon sehr auf die Wiederöffnung gefreut. Vor allem der Elektro-Fachhandel und die Friseure wurden regelrecht gestürmt. Ebenfalls gut besucht wurden Sport- und Modegeschäfte“, so Trampus. Damit die Sicherheit der Besucher und Mitarbeiter auch weiterhin sichergestellt bleibt, setzt der Geschäftsführer nun auf eine Gratis-Maskenausgabe, Sonderreinigungen und Securitypersonal. 

Das „LCS“ in Leoben konnte sich über einen guten Start freuen.
© Freisinger Das „LCS“ in Leoben konnte sich über einen guten Start freuen.

Sicherheit hat oberste Priorität

Vom Start in die „neue Normalität“ hat man sich im Modehaus Roth ein wenig mehr erwartet. „Der Andrang war leider verhalten, man hat gemerkt, dass Kunden in den ersten Einkaufstagen andere Prioritäten hatten, als sich neu einzukleiden“, informiert  Rainer Rauch, der das Modehaus Roth zusammen mit seiner Frau Katrin Roth an zahlreichen Standorten in der Steiermark leitet. Trotzdem sei die Freude der Mitarbeiter, endlich wieder Kunden persönlich beraten zu können, sehr groß. „Man kann bei uns ohne Bedenken einkaufen – es gibt kein Gedränge und wir arbeiten in drei Teams, damit auch unsere Mitarbeiter bestmöglichst geschützt bleiben“, so Rauch. Noch sind alle 151 Mitarbeiter in Kurzarbeit – „wie lang noch, ist für uns momentan schwer abschätzbar“, so Rauch. Auch die Kernöffnungszeiten wurden verkürzt und an die aktuelle Nachfrage angepasst.

Modehaus Roth ermöglicht einen Einkaufsbummel ohne Gedränge.
© Mode Roth Modehaus Roth ermöglicht einen Einkaufsbummel ohne Gedränge.

„Kommen mit blauem Auge davon“

Von Inline-Skates über Fahrräder bis hin zur Tennis- und Golfausrüstung – bereits am ersten Einkaufstag nach dem Corona-Shutdown wurde in zahlreichen steirischen Sportgeschäften fleißig eingekauft. „Am 2. Mai war bei uns genau so viel los wie vor dem Corona-Virus, die Tage darauf war es etwas ruhiger, aber wir bleiben weiterhin optimistisch und freuen uns auf jeden Besucher“, so Harald Überbacher, Geschäftsführer des gleichnamigen Sportgeschäfts in Leibnitz. Während die Freude am Sport durch das Virus offenbar nicht eingebremst wurde, bemerkt Überbacher bei der Freizeitmode hingegen einen deutlichen Rückgang. „Textilien lassen sich momentan schwer verkaufen, reine Modegeschäfte haben es derzeit nicht leicht. Die Sportbranche wird da hoffentlich noch mit einem blauen Auge davonkommen“, betont Überbacher, von dessen neunköpfigem Team fünf Mitarbeiter nach wie vor in Kurzarbeit sind. 

Harald Überbacher (links) begrüßt seit  2. Mai wieder Kunden im Geschäft.
© kk Harald Überbacher (links) begrüßt seit 2. Mai wieder Kunden im Geschäft.

„Fast ein üblicher Einkaufssamstag“

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Die Frequenz ist einem üblichen Einkaufssamstag schon recht nahegekommen. Die großzügig angelegte Architektur und die weitläufigen und breiten Gänge im Center West sind in dieser Situation ein Vorteil. Wir bieten mit rund 60 Shops auf 60.000 Quadratmetern mit Abstand das sicherste Shopping-Erlebnis in Graz,“ zieht Center-West-Manager Martin Wittigayer zufrieden Bilanz. Damit sowohl Mitarbeiter als auch Kunden weiterhin bestmöglichst geschützt werden können, wurden die generell hohen Hygiene-Standards im Center weiter verstärkt und auch zusätzliches Personal für die Maskenausgabe, Reinigung und Sicherheit eingestellt. „Mit kreativen Bodenmarkierungen und speziellen Hinweisen an Türen und Toiletten sowie Plakaten im ganzen Center machen wir unsere Kunden auf die notwendigen Verhaltensweisen aufmerksam“, so Wittigayer. 

Wittigayer hat die Hygiene-Standards im Center West verstärkt.
© Center West Wittigayer hat die Hygiene-Standards im Center West verstärkt.

Die passende Frisur zum Neustart

Mit 2. Mai hat auch die Haarwerkstatt Zeltweg wieder ihre Pforten geöffnet. „So sehr haben sich die Leute noch nie gefreut, wenn sie zu uns gekommen sind“, berichtet Chefin Waltraud Hübler über die enorme Wertschätzung, die ihrem Team nach der Öffnung entgegengebracht wurde. Nach Ende des Lockdowns sind nun alle vier Mitarbeiter wieder zurück an ihrem Arbeitsplatz. Wo auf 80 m2 zuvor sieben Kunden bedient werden konnten, sind es aufgrund der strengen Abstandsregeln nunmehr drei bis vier. Damit das Geschäft weiterläuft, hat Hübler die Öffnungszeiten ausgeweitet und die einzelnen  Mitarbeiter und ihre Kunden sind so nicht gleichzeitig im Salon, sondern wechseln einander ab. „Die geänderten Arbeitszeiten haben durchaus Vorteile“, so Hübler. „Bis wir die Verluste einholen werden, wird es ein Jahr dauern, aber ich bin positiv eingestellt.“

„Der Staat muss vor allem kleine Betriebe besser unterstützen“ 

„Wir leben vom Tagesgeschäft – wenn dieses wegfällt, wird‘s eng für uns“, erzählt Jürgen Pagger, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Markus Eichl seit fünf Jahren die Bierboutique am Grazer Lendplatz führt. Seit 14. April empfangen die beiden Bier-Connaisseure – bei beschränkten Öffnungszeiten – wieder Kunden im Geschäft. „Viele unserer Gäste kommen aber vor allem wegen der Verkostungen zu uns. Diese werden aber erst wieder gemeinsam mit der restlichen Gastronomie ab dem 15. Mai möglich sein, und auch dann nur begrenzt. Es bleibt also schwierig“, betont Pagger. Auch wenn einige Bestellungen per Mail durchgeführt wurden, ersetzen diese nicht die Kunden im Geschäft. „Jetzt heißt es einfach abwarten und hoffen, dass der Staat auch den kleinen Betrieben noch stärker unter die Arme greift“, betont Pagger. 

Jürgen Pagger und Markus Eichl (v. l.) hoffen auf bessere Unterstützung der Regierung.
© kk Jürgen Pagger und Markus Eichl (v. l.) hoffen auf bessere Unterstützung der Regierung.

Erfolgreicher Neustart im ELI Einkaufszentrum in Liezen

Sowohl mit der Anzahl der Kunden als auch mit dem Einhalten der Hygienebestimmungen und der Abstände zufrieden war man im ELI Einkaufszentrum Liezen. „Besonders groß war die Nachfrage am ersten Tag der Öffnung bei den Friseuren“ so Center-Managerin Daniela Schlemmer. „Auch für Elektronik und Schuhe stellten sich Kunden bereits vor Geschäftsöffnung an.“ Aufgrund der mehrwöchigen Schließung sei viel saisonale Ware – besonders Textilien – liegen geblieben, die jetzt teilweise abverkauft werde. „Das Angebot wird gut angenommen und wir gehen davon aus, dass sich das Kaufverhalten in den kommenden Wochen normalisiert“, so Schlemmer.

Das ELI befindet sich in unittelbarer Nähe des Bahnhofs Liezen.
© Bruno Klomfar Das ELI befindet sich in unittelbarer Nähe des Bahnhofs Liezen.

Hohe Kundenfrequenz im Grazer Murpark bei der Wiederöffnung

„Wir haben in den vergangenen Tagen eine extrem positive Stimmung bei unseren Kunden  und Shoppartnern gespürt“, berichtet Edith Münzer, Center-Managerin im Murpark. Sie erwartet sich eine weitere Stabilisierung der Situation durch die „Normalisierung des Alltags“, etwa durch die Öffnung der Schulen und der Gastronomie. Mit den ersten Tagen nach dem  Neustart ist sie sehr zufrieden: „Die Kundenfrequenz lag über unseren Erwartungen bei etwa 80 Prozent zum Vorjahr, damals waren es extrem starke Einkaufstage. Heuer waren die Durchschnittseinkäufe viel höher“, so Münzer. Viele Geschäfte der Grundversorgung hatten schon in den letzten sechs Wochen geöffnet. „Ich freue mich, wenn wir ab 15. Mai mit der Öffnung der Gastronomie wieder Vollbetrieb haben.“

Das Einkaufszentrum Murpark liegt an der Grazer Westeinfahrt.
© Murpark Das Einkaufszentrum Murpark liegt an der Grazer Westeinfahrt.

Hoffen auf mehr Normalität und Besucher im Zentrum von Graz

„Die Kunden freuen sich, dass wir wieder geöffnet haben, es läuft langsam wieder an“, so Marie-Therese Chaloupek von Sonnentor, Spezialist für Bio-Kräuter, Gewürze und Tees. Die Personenfrequenz in der Grazer Sporgasse sei nach wie vor geringer als zuvor. Und so wird auch weiterhin angeboten, online zu bestellen und sich das Paket dann einfach im Geschäft abzuholen. „Obwohl ein Stück Normalität zurückgekehrt ist, werden uns die Auswirkungen sicherlich bis Ende des Jahres begleiten“, so Chaloupek. „Das sechsköpfige Team ist aber zuversichtlich, dass unsere Fans uns die Treue halten. Gerade jetzt sind gesunde Bio-Lebensmittel stark nachgefragt.“

Bei Sonnentor in der Grazer Innenstadt ist man bestens gerüstet.
© Sonnentor Bei Sonnentor in der Grazer Innenstadt ist man bestens gerüstet.

Gastronomie soll potenzielle Kunden in die Innenstadt locken

„Der erste Einkaufstag war umsatzreich – allerdings nur wegen enger Freunde, die zur Wiedereröffnung in den Laden kamen. Die Laufkundschaft blieb in den ersten Tagen komplett aus“, berichtet Margareta Maxonus, die bereits seit 1985 das Modegeschäft „Maxonus“ direkt neben der Grazer Oper führt. „Ich musste meine drei Mitarbeiter in Graz und Wien in Kurzarbeit schicken und die Öffnungszeiten drastisch verkürzen, damit ich niemanden entlassen muss“, so Maxonus. Einen Hoffnungsschimmer sieht die Unternehmerin ab dem 15. Mai, wenn Gastrobetriebe wieder vermehrt Kunden in die Innenstadt locken. „Sonst wird es eng“, betont Maxonus. 

Im Grazer Modegeschäft Maxonus bleiben noch die Kunden aus.
© kk Im Grazer Modegeschäft Maxonus bleiben noch die Kunden aus.

Bücher werden nicht nur online geshoppt

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich auch die Hobbys der Menschen stark gewandelt: Zeitschriften, Magazine und Bücher haben in den letzten Monaten enorm an Wert gewonnen. „Das zeigt sich auch bei unseren Online-Bestellungen, die in den vergangenen Wochen stark gestiegen sind“, erzählt Barbara Reischl, Geschäftsführerin der Buchhandlung „Lesezeichen“ in Voitsberg. Aber auch die Zahl der Kunden, die seit 14. April wieder persönlich in der Bücherei nach neuer Leselektüre suchen, ist laut Reischl sehr zufriedenstellend: „Die Leute brauchen neuen Lesestoff, das merkt man eindeutig. Ich bin froh, dass die Regionalität und persönliche Beratung nun wieder im Vordergrund stehen.“

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