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Deutsche Starbesetzung im Holzlöffel-Dauerstreit

In ihrem Kampf gegen die Bürokratie erhält „Holzlöffel-Rebellin“ Ushij Matzer jetzt Unterstützung von Starköchin Sarah Wiener.

„Mehr Holz in der Küche“: Starköchin Sarah Wiener erklärt sich mit Matzers „Löffel-Rebellion“ solidarisch
© Sarah Wiener „Mehr Holz in der Küche“: Starköchin Sarah Wiener erklärt sich mit Matzers „Löffel-Rebellion“ solidarisch
„Plastik sollte aus allen Bereichen der Küche verbannt werden. Kunststoff hat hier wegen seiner möglichen Wechselwirkungen mit Lebensmitteln nichts zu suchen.“ Mit diesem Statement gegenüber der Deutschen Presseagentur stärkte nun die deutsche Starköchin Sarah Wiener der steirischen „Holzlöffel-Rebellin“ Ushij Matzer den Rücken. „Ich möchte meine absolute Solidarität mit Frau Matzer ausdrücken. Es kann nicht sein, dass sie für die gewissenhafte Nutzung von umweltschonenden Materialien ins Gefängnis muss“, so Wiener.
Sie spricht damit jenen „Worst Case“ an, der der Grazer Bioladen-Pionierin Matzer droht, sollte diese sich weiter standhaft weigern, die von der Behörde – mittlerweile von 550 auf 280 Euro reduzierte – Strafe zu bezahlen. Diese bekam Matzer (wie berichtet) bereits 2012 aufgebrummt, da trotz Beanstandung durch den Kontrolleur „noch immer Küchenhelfer aus Holz bzw. mit Holzanteil in Verwendung waren“ – so der Wortlaut aus dem ursprünglichen Strafbescheid aus dem Jahr 2012 (s. dazu Story unten).

Doch Matzer denkt bis heute nicht daran, die Strafe zu berappen. Auch dass mittlerweile sogar ihr altes Auto gepfändet wurde, setzt sie nicht unter Druck. Lieber stelle sie sich der Ersatzfreiheitsstrafe (Anm.: ein Tag). Denn Holz sei keineswegs unhygienisch oder schwer zu reinigen und für den Einsatz in der Küche geeignet. Ein Punkt, den nicht nur zahlreiche Studien bestätigen, sondern auch Sarah Wiener unterstreicht, die selbst auch ein biozertifiziertes Restaurant in Berlin betreibt.
Rückendeckung erhält Matzer einmal mehr auch von WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Was hier passiert, ist ein Musterbeispiel für Bürokratie und Gold-Plating.“ Schließlich wurde hier durch die Übererfüllung einer EU-Vorschrift, die eigentlich für Großküchen gilt – alle Materialien müssen demnach leicht desinfizierbar sein –, ein Holzverbot in Matzers Bioladen.
Letzteres dementiert die Behörde jedoch: Man habe massiv abgearbeitete Küchenhelfer, die in diesem Fall eben aus Holz waren, beanstandet. Was Matzer so nicht auf sich sitzen lassen will: Die verwendeten Holzbretter und -kochlöffel hätten keinerlei Beschädigungen aufgewiesen. Beanstandungen hätten sich lediglich auf eine Arbeitsplatte bezogen, die auch umgehend ausgetauscht worden sei. „Auf der wurde ohnehin nie Obst oder Gemüse geschnitten.“ Auch heißt es vom Amt, es ginge nicht ums Holz per se – was sich im Strafbescheid aber anders liest. Hier ist nur von „Küchenhelfern aus Holz“ die Rede. Diese Suppe ist also noch lange nicht ausgelöffelt.

Ein „kurzer“ Streifzug durch eine (un)endliche Kochlöffel-Geschichte:

2012: Ushji Matzer erhält das Straferkenntnis.
2014: Weil sich Matzer weiterhin dagegen verwahrt, im Bioladen statt Holz Plastik zu verwenden, drohen ihr bereits Strafzahlungen von 550 Euro – oder 2,5 Tage Ersatzfreiheitsstrafe.
Die Bioladen-Pionierin erhält breite Unterstützung aus der steirischen Unternehmerschaft, die sich ebenso gegen Behördenwillkür und bürokratische Übererfüllung wehrt. WK-Präsident Josef Herk kündigt an, im Ernstfall „mit in den Häfn zu gehen“.
2015: Mit Hilfe der WKO hat Matzer eine Revision beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Die Strafe wurde auf 280 Euro bzw. einen Tag Ersatzarrest reduziert.
2018: Matzers altes Auto wird gepfändet und Sarah Wiener „steigt“ in die Debatte um „Holz beim Kochen“ mit ein.

Von Veronika Pranger

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