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Der Steiermark geht die Jugend aus

Die Zahl der 15-Jährigen hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert: Was das für die Arbeitswelt von morgen bedeutet, darüber haben wir mit Experten gesprochen.

43,7 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Steirer, das kontinuierlich steigt. Nur in Graz ist die Bevölkerung im Schnitt jünger geworden.
© juniart - Fotolia 43,7 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Steirer, das kontinuierlich steigt. Nur in Graz ist die Bevölkerung im Schnitt jünger geworden.

Ob Techniker, IT-Fachkräfte, Friseure oder Gastro-Mitarbeiter: Beim Blick auf Stellenangebote wird offensichtlich, dass Betriebe quer durch alle Branchen händeringend nach qualifiziertem Personal suchen – und oftmals nicht finden. Denn Fachkräfte fehlen da wie dort, und zwar im ganzen Land. Eine Entwicklung, die durch den demographischen Wandel noch weiter befeuert wird: Wie ein Blick auf die Statistik zeigt, gehen der Steiermark die Jugendlichen – und damit die Fachkräfte von morgen – aus.  Gab es laut Daten der Statistik Austria im Jahr 1979 noch 22.413   15-Jährige, ist ihr Anteil binnen 40 Jahren auf die Hälfte geschrumpft – nämlich auf 11.361 im Jahr 2019. Wir haben mit Experten über die Ursachen dieser Entwicklung und Auswirkungen auf die Gesellschaft gesprochen.

„Mittel- und langfristig ist mit einem steigenden Anteil der älteren und einem sinkenden Anteil der jüngeren Generation zu rechnen“, erklärt Martin Mayer, Leiter der Landesstatistik Steiermark. Die Altersstruktur der weiß-grünen Bevölkerung habe sich in den letzten 40 Jahren massiv zugunsten der älteren Generation verschoben, der Anteil der 0–19-Jährigen ist seit 1981 von 30,2 Prozent auf zuletzt 18,2 Prozent gesunken. Insgesamt sieht Mayer drei Trends, die für die Bevölkerungsentwicklung in der Steiermark maßgeblich seien: zum einen die steigende Lebenserwartung, die zunehmende Migration und die sinkende Geburtenrate.

Weitreichende Auswirkungen 


Vor allem mit den Folgen der schrumpfenden Geburtenrate sind einschneidende Veränderungen verbunden, ist Mayer überzeugt: „Die demografischen Wandlungsprozesse haben weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft – unter anderem auf Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitsmarkt, auf Politik, Sozial- und Gesundheitssysteme.“


Ins selbe Horn stößt auch Markus Hadler, Soziologe an der Karl-Franzens-Universität Graz: „Seit dem Pillenknick in den 1970er-Jahren ist die Geburtenrate rückläufig, die Folgen für den Arbeitsmarkt werden immer deutlicher spürbar. Der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen.“


Besonders unter Druck stehe der Lehrlingsmarkt, ist der Experte überzeugt: „Denn abgesehen von der sinkenden Zahl an Jugendlichen drängen immer mehr in die höhere schulische Ausbildung. So wird der Mangel an Fachkräften weiter zunehmen.“ Die Lücken am Arbeitsmarkt, so Hadler, werden sich mittel- und langfristig nur durch Arbeitskräfte aus dem Ausland bzw. Migration füllen lassen.   


Was man abseits von Imagekampagnen tun könne, um wieder mehr Jugendliche zu einer Lehrausbildung zu bewegen? „Status und finanzielle Anreize spielen dabei eine große Rolle“, sagt Hadler, innerhalb der Lehrberufe gebe es eine große Bandbreite.
In einer Studie über „Sozialstruktur und Wertewandel“ haben Soziologen der Universität Linz übrigens untersucht, wie sich zusätzliche Schuljahre auch monetär niederschlagen. Zentrales Ergebnis der Bildungsrendite-Studie: Höhere Bildung lässt sich nicht mehr eins zu eins auf höheres Einkommen umlegen. Während im Untersuchungszeitraum 1986 ein zusätzliches Bildungsjahr noch mit einem Einkommensgewinn von zwölf Prozent pro Jahr verbunden war, sank dieser Wert im Jahr 2016 auf knapp über vier Prozent ab. „Die Verzinsung hat im Laufe der Zeit klar abgenommen“, schließt Hadler.


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