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Der härteste Job in Graz zum Schutz historischer Dächer

Die Grazer Dachlandschaft ist ein zentraler Teil des Weltkulturerbes und sorgt oft für heftige Debatten. Ein Lokalaugenschein.

Zu Besuch bei der Arbeit am Weltkulturerbe: Die Dachdecker der Firma Rockebauer trotzen der Hitze.
© Foto Fischer Zu Besuch bei der Arbeit am Weltkulturerbe: Die Dachdecker der Firma Rockebauer trotzen der Hitze.

Graz. Was wäre die Grazer Innenstadt ohne ihre roten Dächer? Wahrscheinlich kein Weltkulturerbe. Umso hitziger wird oft über die Erhaltung dieser wertvollen Dachlandschaft debattiert. Wir haben einen der Erhalter dieses Kulturgutes – die Dachdeckerei Rockenbauer – besucht, und das am heißesten Tag des Jahres. „Es ist ein besonders harter Job und gerade, wenn es so heiß ist, fangen wir oft schon um sechs Uhr an, um früher aufhören zu können“, erzählt Kurt Rockenbauer. Er hat sich auf die Sanierung des Weltkulturerbes, die roten Dächer von Graz, spezialisiert. 80 Prozent seiner Aufträge wickelt er in der Grazer Altstadt ab. „Ich gehöre zu den Wenigen, die die bis zu 600 Jahre alten Schindeln datieren können“, erzählt der promovierte Bauingenieur, der sich schon in seiner Dissertation an der TU Graz mit dem historischen Erbe der Grazer Innenstadt beschäftigt hat. Ursprünglich waren die Ziegeldächer eine Brandschutzmaßnahme, weiß Rockenbauer: „Schon sehr früh wurden Holzdächer in der Stadt verboten. Ganz eingehalten wurde das Verbot aber lange nicht.“ 

Der Unternehmer, der seine Dachdeckerei in zweiter Generation führt, weiß: „Den Umgang mit den historischen Ziegeln beherrschen nur wenige. Trotzdem wird die Konkurrenz auf den Grazer Dächern immer härter.“ Doch nicht Dachdeckereien aus dem nahen Ausland, sondern Konkurrenz aus anderen Regionen der Steiermark drängt verstärkt in die geschützte Innenstadt. „Mein größter Vorteil ist aber, dass wir seit Jahrzehnten eng mit der Altstadtkommission zusammenarbeiten. Hier können wir unsere Kunden umfassend beraten“, so Rockenbauer. Denn gerade hier ist oft eine Gratwanderung gefragt. „Der technische Fortschritt und das historische Erbe lassen sich nicht immer einfach vereinbaren. Hier müssen wir oft kreativ sein und individuelle Lösungen entwickeln“, so Rockenbauer, der dringend Lehrlinge für seinen Betrieb sucht. NEM ■

Nähere Infos zum Unternehmen unter www.rockenbauer.at


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