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Der große Profit der Special Olympics

Am Dienstag starten die „World Winter Games“ in Graz, Ramsau und Schladming. Das weltweit größte Sportereignis des Jahres 2017 ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Der größte Gewinn dabei ist sogar völlig steuerfrei.

 
Special Olympic Teilnehmer: Schneeschuhrennen
© Special Olympics Österreich 2.700 Athleten aus 107 Nationen sind bei den Special Olympics mit dabei.

„Die Ehrlichkeit, die Offenheit und die Herzlichkeit der Menschen, die ist einfach nicht zu überbieten. In diesen Begegnungen mit intellektuell beeinträchtigten Menschen wird ersichtlich, wie klar und offen diese Menschen auf einen zukommen. Dabei lernt man erst, was im Leben wirklich wichtig ist.“ Jürgen Winter ist Bürgermeister von Schladming und weiß, wovon er redet: Als Nachfolger des im Herbst 2016 verstorbenen langjährigen Special-Olympics-Österreich-Präsidenten Hermann Kröll ist er seit Jahren in der Szene tätig und darf von 14. bis 25. März als Ortschef von Schladming gemeinsam mit Ramsau am Dachstein und der Stadt Graz die „XI. Special Olympics World Winter Games“ beherbergen. Zum zweiten Mal übrigens, denn schon 1993 waren die Spiele im Ennstal zu Gast. Was sich seit damals geändert hat? „Damals ist die Idee sicher nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Im Gegenteil, da hieß es schon einmal: Was wollts denn mit den Dodeln?“, erinnert sich Winter. Seither hat sich vieles geändert – zum Besseren. „Die Flamme der Hoffnung, diese Flamme der Wärme, hat damals sehr viel bewegt. Nicht nur in unserer Region, sondern in ganz Österreich, in ganz Europa“, sagt Winter. Die Akzeptanz der Sportler und all jener, die sie repräsentieren, sei heute eine ganz andere – und bei allen sportlichen und wirtschaftlichen Effekten der Veranstaltung sei ein Gewinn besonders wichtig und groß: „Wir wollen allen intellektuell beeinträchtigten Menschen rund um den Globus das Gefühl vermitteln, ein Teil unserer Gesellschaft zu sein und nicht am Rand zu stehen, sondern mittendrin“, sagt Winter.

Die größten Werbeträger dabei sind die rund 2.700 Athleten aus 107 Nationen: Sie kämpfen in neun Disziplinen – ausgetragen in Rohrmoos-Hochwurzen, im Sprungstadion Ramsau sowie in der Eis- und Stadthalle Graz – um Medaillen. Über alle Grenzen und Nationen hinweg begeistern die Athleten dabei mit unglaublicher Freude, unbändigem Willen und Emotionen in reinster Form. Winter: „Egal, ob man als Zuschauer, Volunteer, Mitarbeiter oder auch Athlet dabei ist: Man bekommt irrsinnig viel von dieser Veranstaltung zurück.“ Es ist zweifelsohne der größte Profit dieses großartigen sozialen Projekts, das außerhalb der Vereinigten Staaten nur in Österreich zweimal ausgetragen wurde.

Die Auslastung ist gut, der Werbewert enorm

Angesichts der internationalen Strahlkraft dieser Veranstaltung wird sie sich auch in den wirtschaftlichen Kategorien niederschlagen. Schließlich werden die Athleten von rund 80.000 Fans, 1.100 Trainern, rund 5.000 Familienangehörigen, 3.000 Volunteers, knapp 1.000 Medienvertretern sowie rund 2.000 Ehrengästen und Kongressteilnehmern begleitet (mehr Zahlen dazu siehe links unten). Das wird dem März 2017 ein dickes Nächtigungs­plus in den Tourismusstatistiken und den heimischen Betrieben sowie der öffentlichen Hand zusätzliche Einnahmen bringen. Auch der internationalen Bekanntheit der Steiermark mit ihren Host-Cities und dem Image unseres Landes sind die World Winter Games zuträglich: Mit Live-Bildern des ORF, vor allem aber von ESPN, einem der größten Fernsehnetzwerke der Welt, das allein in den USA rund 100 Millionen Haushalte erreicht, lässt sich das Steirerland im Schatten der Sportler so nebenbei ganz hervorragend vermarkten. Dennoch sind Umsätze, Nächtigungen und Profite dabei zweitrangig – und der größte Gewinn bleibt diesmal steuerfrei.

Von Klaus Krainer, klaus.krainer@wkstmk.at

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