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"Daten sind jetzt die neue Währung"

Ob Corona-Krise oder Regularienflut: Gerhard Fabisch tritt die Nachfolge von Othmar Ederer an der Spitze der Sparte Bank in turbulenten Zeiten an. Wo der neue Spartenobmann Akzente setzen will, verrät er im Interview.

Gerhard Fabisch
© Fischer Gerhard Fabisch ist der neue Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WKO Steiermark.

Sie sind seit kurzem neu an der Spitze der Sparte Bank und Versicherung – in einer turbulenten Zeit. Wo herrscht im Moment der größte Handlungsbedarf?
Gerhard Fabisch: Aktuell geht es darum, die Wirtschaft so gut wie möglich zu unterstützen und die Menschen durch die Corona-Krise zu begleiten. Dazu braucht es freilich eine gute Zusammenarbeit zwischen Banken und Förderstellen.

In welchen Bereichen war die Nachfrage in den letzten Wochen besonders groß?
Fabisch: Ratenstundungen waren sehr gefragt, aber auch Überbrückungskredite, die mit einem großen Aufwand verbunden waren. Die Banken mussten die Förderkriterien prüfen, wo die Republik ihre Haftung zugesagt hat. Es wurde immer Kritik laut, dass die Abwicklung zu lange dauert.

War diese Kritik berechtigt?
Fabisch: Freilich wollen wir als Banken helfen, aber wir müssen uns an die Vorgaben halten und die Bonität prüfen. Auf der anderen Seite standen Unternehmer, die dringend Liquidität brauchten. Wir sind nicht die Totengräber der Unternehmer, im Gegenteil: Wir wollen die Betriebe gut durch die Krise begleiten. Daher haben wir auch in der Sparte Fälle überprüft – und sind zum Schluss gekommen, dass in 80 Prozent die Kritik unberechtigt war. Wir hätten beim besten Willen nicht anders entscheiden können.

Wie schätzen Sie mittelfristig die weitere Entwicklung ein?
Fabisch: Es ist eine Frage der Perspektive. Wenn für nächstes Jahr ein Wachstum von fünf Prozent prognostiziert ist, ist das mehr als sonst. Allerdings müssen wir heuer ein Minus von sieben bis neun Prozent verschmerzen. Doch ich bin optimistisch: Wenn sich die Beschäftigungslage verbessert, werden wir zur Normalität zurückkehren. Den Weg dorthin werden nicht alle Betriebe schaffen, aber ich schätze, dass wir im Jahr 2022 wieder auf dem Vorkrisenniveau sein werden.

Steigt die Investitionsbereitschaft der Unternehmer?
Fabisch: Das ist branchenabhängig und lässt sich nicht pauschal sagen. Während der Tourismus eher zurückhaltend ist, orten andere Chancen und nehmen Geld in die Hand für Produkterweiterungen und Zukäufe.

Können Sie der Krise einen positiven Aspekt abgewinnen?
Fabisch: Die Corona-Krise hat zu einem regelrechten Schub bei der Digitalisierung geführt. Ob Online-Banking, digitale Archive oder Online-Wertpapierdepots: Das Thema wird eines der Zukunftsthemen bleiben. Wir müssen den Einsatz jetzt richtig dosieren. Sie bietet enorme Vorteile, beschleunigt Prozesse und wird die Qualität von Dienstleistungen verbessern.

Ohne Wenn und Aber?
Fabisch: Die Banken müssen verantwortungsvoll mit den Daten umgehen. Daten sind in Zeiten der Digitalisierung die neue Währung. Gleichzeitig ist es eine Gratwanderung, weil gerade für Regionalbanken auch die persönliche Beratung unverzichtbar ist.

Mit welchen Herausforderungen kämpfen die Banken abseits der Corona-Krise noch?
Fabisch: Bei der Regularienflut ist der Plafond erreicht. Wir werden noch Jahre daran arbeiten, die derzeitigen Regularien umzusetzen. Die zweite Herausforderung ist das anhaltende Niedrigzinsniveau. Durch die Corona-Krise wird diese Phase noch länger dauern, wir rechnen mit weiteren fünf Jahren. Was für Kreditnehmer erfreulich ist, wirkt sich für Sparer negativ aus – besonders bei der privaten Altersvorsorge wird der Zinseffekt spürbar fehlen. Eine ganze Generation wird das mit mageren Erträgen zu spüren bekommen.


Zur Person: Gerhard Fabisch

Nach dem Studium der BWL und VWL Eintritt in die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG, seit 2004 Vorstandsvorsitzender. Zudem Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes und Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WKO Steiermark.   


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