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Das Internet ist kein Gratis-Lieferant

Wenn im Internet Bilder oder Texte gratis zur Verwendung angeboten werden, dann rät die Expertin berechtigt zur Vorsicht.

Business-Mann auf Skateboard mit Laptop in der Hand
© cstirit – stock.adobe.com Bilder und Texte aus dem Netz garantieren keine kostengünstige Vorfahrt im Marketing.

Grundsätzlich sind auch im Internet veröffentlichte Werke wie Bilder, aber auch Texte urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne Zustimmung des Werkerstellers nicht verwendet werden. Dennoch wird auf vielen Webseiten die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken kostenlos angeboten. Dabei kann es sich sowohl um Fotos, aber auch um Textvorschläge wie allgemeine Geschäftsbedingungen handeln. Besonders aktuell sind zur Zeit vor allem Ratgeber bezüglich Datenschutzerklärungen oder Impressumsvorschriften. Dazu Tamara Charkow, Expertin im WKO-Rechtsservice: „Es spricht nichts dagegen, derartige kostenlose Angebote anzunehmen. Wichtig ist jedoch, auf die Bedingungen zu achten, unter denen diese kostenfrei angeboten werden.“ Charkow rät grundsätzlich dazu, das Angebot in jedem Fall zum Beispiel mittels Screenshot zu dokumentieren bzw. zu sichern: „Oft handelt es sich nämlich nur um befristete Angebote, die für eine bestimmte Zeit gratis zur Verfügung stehen. Im Nachhinein kann es dann schwierig sein, zu beweisen, dass ein später kostenpflichtiges Angebot tatsächlich legal kostenfrei angenommen wurde.“

Der Urheber kann in jedem Fall bestimmen, ob und mit welcher Urheberbezeichnung das von ihm geschaffene Werk zu versehen ist, was von vielen kostenlosen Anbietern auch dezidiert gefordert wird. Dazu die Expertin: „Auf diese Urheberrechtsnennung darf keinesfalls vergessen werden, da es durchaus vorkommen kann, dass das Fehlen des Nachweises zu einer kostenpflichtigen Abmahnung eines Rechtsanwaltes
führt“, so Charkow.
Die Expertin rät auf jeden Fall dazu, die Bedingungen, unter denen ein Gratisangebot erstellt wird, akribisch durchzulesen und im Zweifel immer einen Urheberrechtsnachweis (Quellennach-weis) hinzuzufügen.
Flattert Betroffenen eine Abmahnung ins Haus, dann sollten diese die Vorwürfe des Rechtsanwalts und auch die üblicherweise eingeforderte Unterlassungserklärung genauestens lesen. Charkow rät dabei zu folgender Vorgehensweise:

  • Vorwürfe überprüfen, Beweise für Gegenargumente finden und diese untermauern.
  • Bei Zeitdruck in jedem Fall Kontakt mit dem Rechtsanwalt oder Rechteinhaber (am besten schriftlich oder per E-Mail) aufnehmen und um Fristverlängerung ersuchen.
  • Kontakt mit einer eigenen Rechtsberatung oder der Wirtschaftskammer aufnehmen.
  • Über die Höhe des Honorars verhandeln, besonders, wenn die Rechtsverletzung nicht eindeutig ist. Oft besteht Verhandlungsbereitschaft.
  • Wenn alles nichts hilft, muss die Unterlassungserklärung unterschrieben, in die Tasche gegriffen und bezahlt werden. Und nur das kann eine Klage verhindern.

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