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Das Geschäft mit dem Garteln blüht

Das Business mit der Lust am Trimmen, Rupfen und Pflanzen boomt: Laut Marktforschung werden 2020 damit bereits 550 Millionen Euro umgesetzt werden. 

Den Steirern ist ihr verlängertes Wohnzimmer Millionen wert.
© reichdernatur - stock.adobe.com Den Steirern ist ihr "verlängertes Wohnzimmer" Millionen wert.
Ein paar warme Frühlingstage genügen schon, um die Steirer ins Freie zu treiben. Und hier wird nicht etwa nur die Sonne genossen, nein – jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt: Da wird gekärchert, gepflanzt, gegraben und getrimmt, was das Zeug hält. Kein Wunder, denn die Lust am Garteln ist hierzulande besonders stark, wie ein Rundruf unter heimischen Unternehmern zeigt.
„Der Frühling hatte heuer gut drei Wochen Rückstand. Alle warteten bereits gierig darauf, ihre Projekte im Freien anzugehen“, erzählt Hermann Klapf, Geschäftsführer des Lagerhauses Wechselgau. Jetzt aber werden die elf Fachmärkte regelrecht gestürmt: „Von Rasenrobotern über Pflastersteine, Baumaterialien und Gartengeräte bis hin zu den ersten Pflanzen ist alles im Einkaufswagen.“ Und der Streusplitt werde gegen die Grillkohle getauscht – wenngleich man „sicherheitshalber“ doch noch einige Schneeschaufeln in den Märkten parat habe, so Klapf: „Man weiß ja nie.“
Startklar für die Fleißigen im Freien ist man auch bei Hornbach. Joachim Ritter, Marktmanager in Seiersberg, weiß, was gefragt ist: „Urban Gardening, vertikale Hochbeete und Bio-Pflanzen.“
Und diese Freude am eigenen Grün ist den Österreicher lieb und teuer – im wahrsten Sinne des Wortes. Alleine den Umsatz der Branche „Garten- und Landschaftsbau sowie gärtnerische Dienstleistungen“ rechnet Regioplan für 2020 mit 550 Millionen Euro hoch. Die Ausgaben für Balkonien und Co. seien im letzten Jahrzehnt „geradezu explodiert“, so die Marktforscher. Waren es 2002 noch 65 Euro pro Kopf für diesen Bereich, investierte man 2013 bereits 117 Euro. Tendenz stark steigend.

Dass man bereit ist, für die Oase im eigenen Grün etwas tiefer in die Tasche zu greifen, bestätigt auch Wolfgang Grabner, Geschäftsführer von Cranpool: „Der Sprung ins kühle Nass gehört für viele zum Chillen und Grillen dazu. Zwischen 5.000 und 15.000 Euro investieren die Kunden dafür.“ Wobei es jetzt heißt, rasch den Spaten auszupacken. „Wer im Sommer schwimmen will, für den ist es höchste Zeit, den Poolbau zu starten.“
Wer aber derart fleißig gräbt und gartelt, der muss sich auch ausruhen – und tut das immer öfter richtig stylish. Laut Branchenradar wurden im Vorjahr österreichweit Outdoor-Möbel im Wert von knapp 55 Millionen Euro gekauft. Wobei es hier immer mehr zu einem fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenbereich komme, wie Harald Spätauf vom gleichnamigen Unternehmen betont: „Der Trend geht zu Outdoormöbeln, die sich auch als Interieur eignen.“
Und wenn die Terrasse derart ästhetisch gestaltet ist, darf auch die Premium-Outdoorküche nicht fehlen. Hierfür werden gut und gerne bis zu 7.000 Euro und mehr ausgegeben, weiß Harald Stimpfl, Chef der Griller-Shops: „Wir haben aber für jeden Gusto und jedes Börsel Griller im Angebot.“ Wobei hier die Gasvarianten mit rund 60 Prozent eindeutig Kohle- bzw. Elektro-Griller (jeweils rund 20 Prozent) deutlich übertrumpfen. „Natürlich lässt sich die Branche auch Jahr für Jahr etwas Neues einfallen“, erzählt Stimpfl. „Beispielsweise den Cube, den man nach dem Grillen einfach umdreht.“ Dann wird daraus ein Hocker, der dank Restwärme zum Ausrasten einlädt, wenn die Grillerei im perfekt getrimmten und bepflanzten Garten dann doch etwas länger geworden ist.

Statements der Unternehmer:

Harald Spätauf, Spätauf Möbel, Design & Handwerk: „Feine Materialien, kombiniert mit modernem Design – Gartenmöbel werden immer wohnlicher. Der Kauf von Loungemöbeln für draußen ist ein großer Trend.“

Wolfgang Grabner, Cranpool:„Seit 1967 haben wir 50.000 Pools errichtet. Was vor einigen Jahrzehnten noch den gut Betuchten vorbehalten war, ist heute längst für die breite Masse erschwinglich.“

Joachim Ritter, Hornbach: „Was heuer gartentechnisch in ist? Bio-Pflanzen, Palettenregale und leuchtendes Grün mit blauen Farbakzenten schaffen Wohlfühlatmosphäre auf Terrasse und Balkon.“

Thomas Stimpfl, Griller-Shop: „70 Prozent unserer Kunden wissen ganz genau, was sie wollen. Sobald es nach dem Winter nur ein wenig wärmer wird, wird sofort gekauft und direkt losgegrillt.“ 

Von Veronika Pranger

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