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Coronavirus: Die Welt hält Abstand

Innerhalb weniger Monate hat sich das Coronavirus über den gesamten Erdball ausgebreitet. Ein Blick auf die aktuelle Situation.

Weltkugel mit Atemschutzmaske
© adobestock Das Coronavirus hat sich in Windeseile auf der ganzen Welt ausgebreitet.

Während manche Länder noch am Anfang der Pandemie stehen, scheint in anderen der Höhepunkt der exponentiellen Ausbreitung des Coronavirus bereits überschritten zu sein. Viele Staaten beginnen nun mit der Lockerung der teils drastischen Maßnahmen. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Corona-Situation rund um den Erdball.

Amerika der zwei Geschwindigkeiten

Die USA sind weltweit trauriger Spitzenreiter – sowohl bei der Zahl der an Covid-19 Erkrankten als auch bei den Verstorbenen. Eine Abflachung der Ansteckungskurve ist nicht in Sicht. Epizentrum ist der Raum New York. Einzelne Bundesstaaten, Städte und Gemeinden haben unterschiedliche Maßnahmen zur Viruseindämmung getroffen. Schätzungen zufolge drohen sechs Millionen zusätzliche Arbeitslose und weitere 67 Millionen Amerikaner sind in stark betroffenen Wirtschaftszweigen tätig. Im schlimmsten Fall droht am kritischsten Punkt der Pandemie eine Arbeitslosenrate von 32 Prozent.

Die Länder Mittel- und Südamerikas stehen im globalen Vergleich erst am Anfang. Mittlerweile ist nahezu der gesamte Kontinent von der Ausbreitung des Virus betroffen und es gibt Ein- und Ausreiseverbote sowie Ausgangssperren. Rasch verbreitet hat sich das Virus in Brasilien, wo ein Gericht dem Präsidenten mittlerweile verboten hat, Empfehlungen gegen die von den Teilstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen zu verbreiten. In Argentinien wurde die seit 20. März gültige Ausgangssperre bis 26. April verlängert.

Europa steht am Wendepunkt 

In vielen Teilen Europas nimmt die Zahl der Neuinfektionen allmählich ab. Zahlreiche Länder der EU wie auch die EU-Kommission setzen auf die schrittweise Lockerung der Maßnahmen. In Spanien etwa konnten nach Ostern viele Menschen nach zweiwöchigem Lockdown erstmals wieder in Fabriken und Bauunternehmen zur Arbeit. Die Ausgangssperre gilt noch bis 25. April. 

Auch in Italien wurden Geschäfte wieder geöffnet, Ausgangsbeschränkungen gibt es noch bis mindestens 3. Mai. Keine Lockerung in Sicht ist hingegen in Großbritannien. Hier ist der Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. In Frankreich will man frühestens ab 11. Mai Ausgangsbeschränkungen lockern und eine schrittweise Öffnung einleiten.

Während vielerorts als erstes Betriebe und Geschäfte geöffnet werden, geht man in Dänemark den umgekehrten Weg, dort öffnen zunächst wieder Kindergärten und Schulen. Schweden verfolgt eine freizügige Strategie: Hier sind Restaurants, Cafés, Schulen für Jüngere und Kindergärten weiterhin offen. Allerdings steigt die zunächst flache Ansteckungskurve seit kurzem steiler an.

Asien vor großen Herausforderungen 

In der Türkei hat die Zahl der Covid-19-Infektionen stark zugenommen. Das Land hat deshalb in zahlreichen Städten und Provinzen für die Wochenenden Ausgehverbote ausgerufen, für Unter-20- und Über-65-Jährige sowie chronisch Kranke gilt generell ein Ausgehverbot. 

Am Steigen ist die Zahl der Infektionen auch in Russland. Deshalb wurden Einreiseverbote verhängt, internationale Flüge eingestellt und Großveranstaltungen abgesagt. Außerdem sind nun in der Region Moskau Schulen und Universitäten geschlossen und es gibt dort seit 30. März weitgehende Ausgangsbeschränkungen.

In China wurden mittlerweile die Notfallstufen wieder gesenkt und auch die Isolation der Millionenstadt Wuhan – Ausgangspunkt der Pandemie – wurde beendet. Die Wirtschaft läuft allmählich wieder an und auch die Wanderarbeiter konnten weitgehend wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Sorge bereitet allerdings die Gefahr einer erneuten Zunahme durch importierte Infektionsfälle.

In Japan hielt sich die Ausbreitung des Virus lange in Grenzen, doch seit Anfang April steigt die Infektionskurve. In der Folge wurde über mehrere Regionen der Ausnahmezustand verhängt. Es gibt Einreiseverbote und starke Einschränkungen beim Flugverkehr. Die geringe Testrate im Land deutet auf eine hohe Dunkelziffer hin. 

Im Gegensatz dazu hat Südkorea, wo das Virus sehr früh ausgebrochen ist, den Weg der großflächigen Tests eingeschlagen und konnte dadurch die Fallzahlen vergleichsweise gering halten. Für Aufhorchen sorgte das Land allerdings kürzlich durch unerklärliche Fälle und die Vermutung, dass sich das Virus reaktivieren könnte. Am 15. April fanden übrigens die Parlamentswahlen statt, allerdings unter strengen Sicherheitsauflagen.

In Indien herrscht seit 25. März landesweiter Ausnahmezustand samt Ausgangssperre, der kürzlich bis 3. Mai verlängert wurde. Um die Welt gingen Bilder von überfüllten Bahnsteigen mit Wanderarbeitern, die – durch den Lockdown arbeitslos geworden – in die unterschiedlichen Regionen im Land aufbrachen. Indien ist bestrebt, den gesamten Güterverkehr weiterhin aufrechtzuerhalten. Dennoch kann es bei Lieferungen von und nach Indien zu einer Unterbrechung der Lieferketten kommen.

Afrika: Einschätzung der Lage schwierig

Die Zahl der offiziell registrierten Coronafälle ist auf dem afrikanischen Kontinent gering. Eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus in Ländern, die ohnehin eine spärliche Gesundheitsversorgung haben, könnte fatale Folgen haben. So fehlt es an Laboren, die in der Lage sind, das Virus nachzuweisen, sowie an Intensivbetten. Ein Vorteil könnte die Altersstruktur sein: Es gibt viele junge Menschen. Doch in Afrika ist auch in dieser Bevölkerungsgruppe der Gesundheitszustand oft schlecht – etwa durch Krankheiten und Mangelernährung. Dies könnte zu schweren Verläufen von Covid-19 auch bei Jungen führen. Gemessen an den offiziellen Zahlen ist Südafrika derzeit am stärksten von der Pandemie betroffen. Es gibt eine Ausgangssperre zunächst bis Ende April, die Häuser dürfen nur zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen werden. 

Marokko, Äthiopien und Liberia haben den Notstand ausgerufen. In zahlreichen Ländern Afrikas wurden Reisebeschränkungen erlassen und Schulen geschlossen.

Auch Australien schottet sich ab

Das Coronavirus ist auch in Australien angekommen: Seit 20. März sind daher die Grenzen geschlossen – auch zwischen den einzelnen Teilstaaten. Auch die Bewohner Australiens werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und dieses nur für die Arbeit, dringende Einkäufe, Arztbesuche oder Sport zu verlassen. Man geht davon aus, dass diese Einschränkungen über einen längeren Zeitraum hinweg notwendig sein werden. Auch Neuseeland hat seit 19. März die Grenzen geschlossen und es gibt Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit.

Interview mit Stefan Ederer vom WIFO über die Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft

Was bedeutet Corona für das international vernetzte Österreich?

Ederer: Aktuell ist die Wirtschaft stark von Entwicklungen im Inland betroffen, von der Schließung von Geschäften und Dienstleistungsbetrieben. Auch der Tourismus ist zum Erliegen gekommen. In der Industrie gibt es Probleme mit der Lieferung von Vorprodukten oder Absatzschwierigkeiten. Dies könnte länger anhalten, wenn die Pandemie-Eindämmung im Ausland langsam erfolgt.

Wann könnte der weltweite Peak erreicht sein?

Ederer: Gegenwärtig ist das nicht einschätzbar. In vielen Ländern steigt der Zuwachs bei den Fallzahlen. Es zeigt sich allerdings auch, dass Maßnahmen zur Eindämmung innerhalb weniger Monate Erfolg haben können. Das Schlimmste könnte daher im Sommer vorüber sein. Nachwirkungen wird es aber wohl bis nächstes Jahr geben.

Wo sehen Sie Veränderungsbedarf für die Zeit nach Corona?

Ederer: Aus meiner Sicht ist es vor allem wichtig, das Wissen über die globalen Verflechtungen zu vertiefen und Notfallpläne für ähnliche Situationen wie diese zu entwickeln.

Stefan Ederer ist Ökonom am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung

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