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Corona-Hilfen für Betriebe im Vergleich

Nicht überall wurden Betriebe so rasch mit Corona-Geldspritzen versorgt. Ein Blick auf die Hilfspakete anderer Länder Europas.

Geldregen
© blued es gn, adobe stock Rasche finanzielle Hilfe ist für so manches Unternehmen überlebenswichtig.

Mit dem Härtefall- und dem Corona-Hilfsfonds hat Österreich schnell auf die dramatische Covid-19-Situation reagiert. Nicht überall in Europa wurde so rasch gehandelt, zum Teil agierte man auch sehr unterschiedlich, wie eine Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung und Standortentwicklung (IWS) der WKO Steiermark zeigt.

Deutschland

In unserem Nachbarland wurden für Kleinunternehmen und Solo-Selbständige 50 Milliarden Euro bereitgestellt. Sie erhalten zudem leichteren Zugang zur Grundsicherung. Bürgschaften werden aufgestockt, es gibt verbesserte Kreditbedingungen und Exportgarantien sowie einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds in der Höhe von 600 Milliarden Euro. Start-ups werden mit zwei Milliarden Euro unterstützt. Steuerzahlungen und SV-Beiträge können gestundet werden und man setzt auch hier auf Kurzarbeit statt Kündigung.

Schweiz

In der Schweiz stehen insgesamt etwa 42 Milliarden Franken zur Verfügung. Unternehmen erhalten als Soforthilfe verbürgte Überbrückungskredite und es gibt zinslose Darlehen für Kulturunternehmen sowie Ausfallsentschädigungen für Kulturschaffende. Unter anderem können Geldforderungen und Konkurse ausgesetzt und SV-Beiträge gestundet werden. Auch in der Schweiz wird Kurzarbeit ausgeweitet, Selbständige können bei Erwerbsausfällen eine Entschädigung beanspruchen und es gibt gesonderte Unterstützung im Kultur- und Sportbereich sowie Soforthilfen im Tourismus. 

Niederlande

In den Niederlanden unterstützt man Unternehmer mit einem Lohnkosten- sowie Einkommenszuschuss, Einzelunternehmer erhalten eine Auszahlung oder ein Darlehen. Außerdem gibt es Entschädigungen in der Höhe von bis zu 4.000 Euro. Zudem übernimmt der Staat eine Bürgschaft über 50 Prozent für Kredite und Garantien. Auch für Exporteure gibt es Liquiditätshilfen und für Start-ups die Möglichkeit von Überbrückungskrediten. Zudem können Steuerzahlungen gestundet werden und es gibt eine Entschädigung der Lohnkosten. 

Norwegen

In Norwegen bekommen Firmen Geldauszahlungen in der Höhe von zwei Millionen Euro als Soforthilfe. Selbständige können bis zu 80 Prozent des durchschnittlichen Einkommens erhalten. Außerdem gibt es zehn Milliarden Euro an staatlichen Darlehen, eine vorübergehende Reduktion der Arbeitgeberabgabe und eine Entlastung bei Krankenständen. Der Staat übernimmt zudem die Kosten der Kurzarbeit und investiert in Fortbildung und Forschung sowie in Infrastrukturprojekte.

Finnland

Für KMU ab sechs Mitarbeitern stehen in Finnland 700 Millionen Euro an Soforthilfen zur Verfügung, für kleinere Firmen 200 Millionen. Neben Liquiditätshilfen und der Stundung von Steuer- und Pensionsversicherungsbeiträgen gibt es Erleichterungen bei der Freisetzung von Mitarbeitern – ein anderer Weg als das österreichische Kurzarbeitsmodell.


Interview mit Ewald Verhounig vom ICS über Krisenhilfe für Firmen

Warum ist es wichtig, Firmen in Krisenzeiten finanziell zu stützen? 

Verhounig: Weil es existenzsichernd ist. Unternehmen brauchen Liquidität, um zahlungs- und überlebensfähig zu bleiben. Schwindet diese, steigt das Insolvenzrisiko, es drohen eine wirtschaftliche Abwärtsspirale und hohe Arbeitslosigkeit.

Wie haben die Länder Europas reagiert? 

Verhounig: Manche Staaten, wie Österreich, haben sehr schnell mit Soforthilfen reagiert. Auffällig ist, dass Österreich und Deutschland stark auf Kurzarbeit setzen, während andere eher mit Arbeitslosengeld und Wiedereinstellungszusagen operieren.

Wo gäbe es Verbesserungspotenzial? 

Verhounig: Eine Koordinierung auf EU-Ebene hat bisher gefehlt. So haben einzelne Länder unabhängig voneinander ganz unterschiedlich reagiert. Man hätte die EU-Wettbewerbsregeln außer Kraft setzen müssen, um rasch Fördertöpfe anzuzapfen.

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