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Die Vollbremsung der Weltwirtschaft

Das Coronavirus führt weltweit zu wirtschaftlichen Verwerfungen. Wir haben mit ICS-Geschäftsführer Robert Brugger über die Folgen gesprochen.

LKW
© Eduard Goricev, adobestock Der Güterverkehr per LKW und Bahn innerhalb Europas läuft weiterhin.

Zunächst Asien, dann Europa, die USA, Südamerika... Das Coronavirus kennt keine Grenzen. Es infiziert nicht nur die Bevölkerung, sondern lähmt ganze Volkswirtschaften, die in einer globalisierten Welt auch untereinander eng verzahnt sind. „Das macht es umso schwieriger, die wirtschaftliche Gesamtsituation einzuschätzen“, so Robert Brugger, Geschäftsführer des Internationalisierungscenters Steiermark (ICS). „Man kann allenfalls eine Momentaufnahme der Kosten der Corona-Krise machen.“ Dass es auch hierzulande eine Rezession geben wird, steht allerdings bei Experten bereits außer Zweifel: Das IHS rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um mindestens zwei Prozent, das WIFO mit 2,5 und die Österreichische Nationalbank sogar mit drei Prozent. 

Für österreichische Unternehmen, die auch im Ausland tätig sind, bedeutet die aktuelle Situation enorme Planungsunsicherheit. Denn jedes Land – auch innerhalb Europas – setzt auf unterschiedliche Maßnahmen, um der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken. Grenzen werden  geschlossen und ganze Produktionszweige heruntergefahren. „Es gibt ständig neue Verordnungen in Bezug auf den Grenz-,
Pendler- oder Güterverkehr“, weiß Brugger. „Außerdem brechen immer wieder Lieferketten, sodass Unternehmen kurzfristig neue Beschaffungsmärkte finden müssen.“

Fehlende Transportkapazitäten

Aktuell fehlt es dem globalen Handel an Transportkapazitäten, speziell wenn es um Luftfracht geht. „Flugzeuge kann man im Moment nur mehr chartern, was äußerst kostspielig ist“, so Brugger. Der Seeverkehr mit Asien läuft zwar allmählich wieder an, aber auch der Transport per Schiff hat derzeit seine Tücken: „Die Reedereien versuchen ihre erlittenen Verluste zu kompensieren, indem sie das Angebot künstlich verknappen und so die Preise in die Höhe treiben“, berichtet Brugger. So sei von den nächstgelegenen Frachthäfen in Triest und Koper aus erst wieder im Mai Schiffsraum für den Transport nach Asien verfügbar. Es sei denn, man nehme viel Geld in die Hand. Funktionieren würde derzeit der Warentransport per Bahn und Lkw innerhalb Europas, wenngleich es auch hier immer wieder zu zeitlichen Verzögerungen – etwa durch vermehrte Grenzkontrollen – komme. 

Für ein Exportland wie Österreich ist der ungehinderte Warentransport ganz wesentlich. „Denn es gibt hierzulande wohl kaum eine Branche im Produktionsbereich, die nicht vom Export abhänging ist“, führt Brugger aus. Es sei unmöglich mit dem lokalen heimischen Markt das Exportgeschäft des Landes zu kompensieren, dafür sei Österreich einfach zu klein. „Aus diesem Grund ist es von höchster Bedeutung, dass die Industrie weiter produzieren kann und dass es auch die Möglichkeit gibt, die Waren weiterhin in die Absatzmärkte zu bringen.“

Das ICS setzt sich deshalb vehement dafür ein, dass die Grenzen in Europa weiterhin für Güter, Pendler und den gewerblichen Verkehr offen bleiben: „Ungarn und Tschechien wollten zunächst auch den Pendler- und Frachtverkehr durch Quarantänebestimmungen einschränken. Durch politische Interventionen konnte dies aber zum Glück abgewendet werden.“

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