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Es braucht "Chuzpe" in der Startup-Nation

Digitalisierung, Life-Science und Health-Tech: Israel ist absolute Weltspitze, wenn es um neue Technologien geht. Davon überzeugten sich nun steirische Unternehmen und brachten erfolgreich „Reise-Souveniers“ mit.

„Dream Big“: Shimon Perez’ Aufruf findet sich nicht nur im nach ihm benannten „Center for Peace and Innovation“ wieder, sondern im Spirit des Landes und seiner Unternehmer. Davon hat sich eine steirische Delegation vor Ort überzeugt.
© kk „Dream Big“: Shimon Perez’ Aufruf findet sich nicht nur im nach ihm benannten „Center for Peace and Innovation“ wieder, sondern auch im Spirit des Landes und seiner Unternehmer. Davon hat sich eine steirische Delegation vor Ort überzeugt.

Wie kann ein Land, flächenmäßig kaum größer als die Steiermark, ohne natürliche Ressourcen und mit „unfriendly neighbours“ an jeder Seite die weltweit höchste Startup-Dichte vorweisen? Was veranlasst rund 300 multinationale Großkonzerne wie Apple, Google, Intel, Qualcomm, Facebook, Microsoft, Samsung und Co., sich mit ihren großen R&D-Zentren in einem Land niederzulassen, das mehr oder minder permanent militärischer Bedrohung ausgesetzt ist? Und wie schafft es Israel, das mit 8,7 Millionen ähnlich viele Einwohner wie Österreich zählt, nach den USA und China die drittmeisten Nasdaq-notierten Unternehmen zu stellen?

Die Antwort darauf ist eigentlich recht simpel: Es braucht ordentlich Kapital (Milliarden fließen hier vom Staat und durch Investoren), es braucht sehr gut ausgebildete Menschen (die Technische Universität in Haifa zählt gleich vier aktive Nobelpreisträger ihr Eigen), es braucht Shimon Perez’ „Dream Big“-Gedanken in allen Lebenslagen und natürlich braucht es eine gehörige Portion „Chuzpe“. Letzteres ist essentiell. Denn ohne dieses irgendwie trotzig und mitunter gar unverfroren wirkende Selbstbewusstsein geht im Business in und mit Israel nämlich gar nichts.
Davon überzeugte sich kürzlich eine 30-köpfige steirische Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation in Haifa und Tel Aviv.

"Es geht darum, den gegenseitigen Wissens- und Technologietransfer zu fördern“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl. Und eine konkrete Gelegenheit dazu wurde vom Humantechnologiecluster (HTS) und dem Joanneum Research gleich zu Beginn der Reise genutzt – und mit Biomed-Konzern „Shizim“ eine Absichtserklärung unterzeichnet, in deren Folge dieser Accelerator eine „Dependance“ am Grazer ZWT (Zentrum für Wissens- und Technologietransfer) einrichten soll. „Israel ist das Land, das im Medizintechnikbereich die meisten Patente und Firmengründungen aufweist“, unterstreicht HTS-Geschäftsführer Johann Harer die Kooperationsbemühungen. „Mit Shizim erhoffen wir uns in Zukunft zusätzliche Impulse für lokale und internationale Startups.“


Bereits durchaus gut spürbare Impulse aus Israel in der Steiermark verzeichnet man bei AT&S, oder auch im medizinischen Bereich. So brachte beispielsweise Peter Schlenke, Vorstand der Klinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin, im Zuge dieser Reise – organisiert vom Internationalisierungscenter Steiermark – ebenso eine Kooperation in trockene Tücher. Umgekehrt geht es aber auch, wie der Weizer Entwickler von Technologien zur Gesundheitsbewertung „Joysys“ zeigt. Denn hier weist der in Tel Aviv geschlossene Deal nicht in Richtung Steirerland „retour“, sondern  man nutzt den „Technologie-Hub in Israel, um den chinesischen Markt zu erobern“, verrät Joysys-Chef Thomas Hassler. Aber egal, wohin die Geschäfte letztendlich führen, es zahle sich auf jeden Fall immer aus, sich den kleinen Staat im Nahen Osten genauer anzusehen, erklärt der Wirtschaftsdelegierte Günther Schabhüttl: „Wir positionieren Israel für Österreich als verlängerte Hightech- und Innovationswerkbank. Andererseits bietet das den israelischen Unternehmen den so wichtigen Marktzugang nach Europa.“ 


Statements der Teilnehmer der Technologiereise:

Thomas Hassler, Joysys: „Von Graz aus wurden bereits gute Vorgespräche geführt, diese haben hier vor Ort in Israel zu einem konkreten Angebot geführt. Jetzt geht es darum, das hier auf Schiene Gebrachte erfolgreich umzusetzen.“

Johann Harer, Geschäftsführer HTS: „Wir konnten mit einer erfolgreichen israelischen Firmengruppe einen Kooperationsvertrag unterzeichnen, wovon wir in Zukunft zusätzliche Impulse für lokale und internationale Startups erhoffen.“

Helmut Wiedenhofer, Joanneum Research:  „Das Land ist ein Hotspot der Hightech-Industrie. Joanneum Research ist derzeit mit zehn Partnern in Israel aktiv und es besteht noch sehr viel mehr Potenzial für fruchtbringende Zusammenarbeiten.“

Paul Kutschera, AT&S:  „Wir sehen gerade in der Medizintechnik zunehmendes Interesse aus Israel. Die Reise hat uns die Möglichkeit geboten, den Markt besser zu verstehen und mögliche Kooperationspartner kennenzulernen. “

Die Startup-Nation Israel in Zahlen:

  • 4 Prozent des BIP werden in F&E investiert, das ist eine der weltweit höchsten Quoten. Aktuelle Gründer-Kernfelder: Artificial Intelligence, FinTech und Security.
  • 15,3 Milliarden Dollar (!) war Intel 2017 das israelische Unternehmen Mobileye wert. 2018 zogen Israels Hightech-Unternehmen Deals um 6,47 Mrd. Dollar an Land.
  • 100 Accelerator-Programme und 5,8 Milliarden Dollar Venture Capital pushen die Startups. Der Großteil der Exits findet im Life-Science- und IT-Sektor statt.
  • rund 6.600 Startups (davon 1.500 alleine im Health-Care-Bereich) zählt Israel. Das ist nach Silicon Valley Platz zwei und im Vergleich zur Einwohnerzahl Platz eins.


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