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Chinas Wirtschaft setzt auf Umarmung

1.100 Milliarden US-Dollar will China in die neue Seidenstraße investieren. Wirtschaftsdelegierter Martin Glatz im Interview über das gigantische Infrastrukturprojekt.

Chinesische Mauer
© Maridav-Fotolia Die chinesische Mauer hat ausgedient. Das Land setzt neuerdings auf Freihandel.
Die neue Seidenstraße gilt als Chinas größtes Wirtschaftsprojekt. Was steckt konkret dahinter?
Martin Glatz: Die Seidenstraße ist eine Ansammlung einer ganzen Reihe von Projekten und wenn man es richtig macht, ist es eine große Chance. Das gilt auch für Österreich, denn es ist gut, wenn die Infrastruktur in den Entwicklungsländern zwischen China und Europa verbessert wird. Es könnten aber auch Konkurrenzen mit chinesischen Unternehmen entstehen. Daher sollte man sie möglichst früh zu Kooperationspartnern machen. Für chinesische Firmen ist Ost- und Zentraleuropa Neuland. Hier ist die Expertise Österreichs gefragt.
Das Projekt ist aber auch nicht unumstritten...
Glatz: Sicher. Es sind viele Teilprojekte, die von oben gesteuert werden. Da müssen sich aber die Chinesen überlegen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist. Viele Entwicklungsländer haben auch Bedenken und fürchten die Abhängigkeit von China. Es ist aber wichtig, österreichische Firmen zu sensibilisieren. Es gibt bereits konkrete Projekte mit steirischer Beteiligung, etwa die im Energiesektor.
Könnte durch dieses Projekt der chinesische Einfluss in Europa weiter steigen?
Glatz: Wenn man sich das Echo dieser großen Seidenstraßenkonferenz anhört, dann hat es unbedingte Huldigungen mancher Länder gegeben. In Europa weiß man aber, dass hier die Gefahr besteht, dass China einen Keil in Europa treiben wird. Die Türkei will sich jedoch über die Seidenstraße auch von der Abhängigkeit zu Europa lösen.
Könnten dabei die transatlantischen Beziehungen leiden?
Glatz: Die transatlantischen Beziehungen leiden nicht darunter, dass sich Europa nach Osten orientiert. Sie leiden, weil sich die USA derzeit nicht so sehr dafür interessieren. China arbeitet sehr gerne mit Europa zusammen, das sollten wir nutzen. Das Reich der Mitte prescht auf jeden Fall in die Lücke, die derzeit die USA hinterlässt. China ist aber keine Freihandelsnation. Es gibt viele Herausforderungen, wenn es um den Handel mit China geht. Es ist daher eine neue Rolle, dass China als Patron des Freihandels auftritt.
Liegen wir überhaupt am Korridor der Seidenstraße?
Glatz: Wir liegen nicht direkt an der Seidenstraße. Das liegt aber auch an uns, wir müssen uns da mehr hineinreklamieren und den Chinesen klarmachen, dass es attraktiv ist, auch Teil davon zu werden. Die europäischen und die chinesischen Netzwerke müssen miteinander integriert werden.
Inwiefern können dann steirische Firmen profitieren?

Glatz: Gerade in der Eisenbahntechnologie ist China sehr stark. Das ist ein Bereich, wo auch gesehen wird, dass wir etwas zu bieten haben. Das gilt auch für den Kraftwerksbereich. Doch die Seidenstraße ist nicht nur für die großen Unternehmen interessant. Auch der Mittelstand, der in Osteuropa tätig ist, sollte sich dafür interessieren. Denn irgendwann wird die neue Seidenstraße auch in Osteuropa ankommen

Von Michael Neumayr

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