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China fährt auf Grazer ab

„easelink“ aus Graz sorgt für Spannung am E-Auto-Markt. Chinas größter SUV-Hersteller setzt bereits auf die innovative Ladetechnik.

Drüberfahren und automatisch laden: WEY-Gründer Wei Jianjun will seinen Konzern bis 2020 zur größten SUV-Marke der Welt machen – und das mit steirischem Know-how.
© easelink "Drüberfahren und automatisch laden": WEY-Gründer Wei Jianjun will seinen Konzern bis 2020 zur größten SUV-Marke der Welt machen – und das mit steirischem Know-how.
Nur 60 mal 60 Zentimeter misst die „Plattform“ am Parkplatz, die nicht einmal genau anvisiert werden muss: Einfach das E-Auto „ungefähr drüberparken“ und der Ladevorgang beginnt automatisch, indem sich ein am Unterboden absenkender Konnektor selbständig mit einem Pad am Boden verbindet.
„Unser System basiert auf dem Konzept der Konduktion. Das gewährleistet maximale Leistung und höchste Sicherheit. Unsere Technologie ist zudem deutlich günstiger als bestehende bzw. absehbare Varianten am Markt“, erklärt Hermann Stockinger. Die konkurrierende Induktion komme nur auf ein Viertel der Leistung und verlange zusätzlich kostenintensive Sicherheitsmechanismen.
Kein Wunder, dass der Gründer des Grazer Start-ups „easelink“ mit dieser, „Matrix Charging“ genannten, Weltneuheit auf der Frankfurter Automesse IAA alle Blicke auf sich zog. Und zwar nicht nur die der internationalen Presse, sondern auch die der anwesenden Autobauer. Mitverantwortlich dafür war WEY-Gründer Wei Jianjun. Diese Tochterfirma des chinesischen Automultis „Great Wall Motors“ setzt nämlich bereits im aktuellen Conceptcar auf die Innovation made in Graz. „Great Wall Motors baute allein im Vorjahr über eine Million Autos. Und im SUV-Segment ist das Unternehmen seit 15 Jahren führender Hersteller“, unterstreicht Stockinger die starke Partnerschaft.
Wobei der Markteintritt bewusst in China gesucht wurde. Denn die Hälfte aller weltweit bereits zugelassenen E-Autos sei in China unterwegs und die dort nun verpflichtende Quote für alternative Antriebe fordere die Hersteller zusätzlich. „Die Weichenstellung der globalen Elektromobilität von morgen fällt heute in China – und wir wollen ein Teil davon sein.“

Das erklärte Ziel des zwar erst im Vorjahr gegründeten, aber bereits 50 Mitarbeiter starken Start-ups ist es, „Matrix Charging“ zum internationalen Standard für das Laden von E-Autos zu machen. Die Voraussetzungen dafür seien vorhanden, so Stockinger: „Die Technologie ist massentauglich und kann in alle Serienfahrzeuge integriert werden.“ Aber auch auf der Infrastrukturseite habe man Trümpfe in der Hand, so Stockinger: „Es gibt keine bewegten, wartungsintensiven Teile – nur robuste Pads, die auch der Überfahrt von Lkw standhalten.“

Quergefragt:

Wie sieht Ihr Engagement in Europa aus?
Es laufen Gespräche mit namhaften Herstellern.
Was steht bei Ihnen aktuell am Plan?
Wir finalisieren Gespräche zur Serienfertigung.
Wohin geht die Reise bei Matrix Charging?
Sie soll internationaler Standard werden.

Geballte Steirer-Ladung für China

WEY-Gründer Wei Jianjun (li.) will seinen Konzern bis 2020 zur größten SUV-Marke der Welt machen – und das mit steirischem Know-how. Mit easelink-Geschäftsführer Hermann Stockinger (re.) sorgte er im Herbst auf der IAA für Furore. Alle Infos: www.easelink.com

Von Veronika Pranger

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