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Chefinnen auf dem Vormarsch

Bereits 25.799 steirische Betriebe sind in Frauenhand – Tendenz steigend! Zum bevorstehenden Weltfrauentag am 8. März fordert „Frau in der Wirtschaft“ nun bessere Rahmenbedingungen – vom Ausbau der Kinderbetreuung bis zu Steuervorteilen und flexibleren Arbeitszeiten.

Chefin
© Carmen Mart/Getty Images Frauen sind in der Wirtschaft auf dem Vormarsch.

Alle Jahre wieder wird am Internationalen Frauentag am 8. März Bilanz gezogen – über Quoten, Gleichberechtigung, weibliche Lebensentwürfe, Doppelbelastung, erzielte Erfolge und offene Baustellen. Im Fall der steirischen Unternehmerinnnen fällt diese Bilanz aber sehr positiv aus, wie aktuelle Zahlen belegen: Bereits 25.799 weiß-grüne Betriebe sind in weiblicher Hand, Tendenz weiter steigend. So ist die Zahl der Unternehmerinnen seit dem vergangenen Jahr um einen Prozentpunkt auf 36,7 Prozent gestiegen. „Eine tolle Entwicklung, die zeigt, dass Frauen in der Wirtschaft auf der Überholspur sind“, sagt die Landesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ (FiW), Adelheid Moretti.

Besonders erfreulich ist, dass der Frauenanteil bei den Unternehmensgründungen seit Jahren kontinuierlich steigt. Lag der weibliche Anteil bei den Gründungen vor zehn Jahren noch bei 34,6 Prozent, sind es heute bereits 46,9 Prozent. Rechnet man noch die von Frauen dominierte Branche der Personenbetreuer dazu, liegt der Anteil sogar bei 67 Prozent. Besonders hoch ist der Frauenanteil neben den Persönlichen Dienstleistern aber auch in der Gastronomie, im Bereich Fußpflege/Kosmetik, im Direktvertrieb und bei den Friseuren sowie im Handel und in der Unternehmensberatung. Im Schnitt beschäftigen die weiß-grünen Unternehmerinnnen vier Mitarbeiter. Das Durchschnittsalter der steirischen Unternehmerin beträgt übrigens 46,4 Jahre.

Es gibt Verbesserungsbedarf

Alles also eitel Wonne bei den weiß-grünen Unternehmerinnen? Nicht ganz. Vielerorts herrscht Verbesserungsbedarf, wie Moretti konstatiert: „Es reicht nicht, Frauenförderung in Form von Quoten zu propagieren. Wir müssen die wirklichen Probleme lösen, allen voran den mangelnden Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen.“ Wenn die Politik mehr Frauen in Führungspositionen einfordere, brauche es im Gegenzug auch flächendeckende Betreuungsangebote speziell für die Allerjüngsten, aber auch für Schulkinder in den langen Ferienzeiten. 
Weiters pocht die Interessensvertreterin auf eine Ausweitung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten von bisher 10 auf 14 Jahre und eine faire Steuerlösung für Arbeitsräume. Zudem wird die Vereinheitlichung der schulautonomen Tage im gesamten Bundesgebiet eingefordert, genauso wie flexiblere Arbeitszeiten. „Das ist ein absolutes Muss, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen“, so Moretti.

Erklärtes Ziel ist zudem, den Frauenteil auch in der WKO deutlich zu erhöhen – in den Sparten, Fachgruppen, Innungen und Gremien. Erste Erfolge konnten schon verbucht werden, seit 2005 ist der Frauenanteil von 11 auf 29 Prozent gestiegen. Auch in Aufsichtsräten sollen Frauen künftig stärker vertreten sein – allerdings nicht über eine Quote, wie Moretti betont, sondern über Programme wie „Zukunft-Frauen“, die Know-how künftigen Aufsichtsrätinnen vermitteln. Abseits der Quotendebatte und Kinderbetreuungsfragen haben wir den Weltfrauentag zum Anlass genommen, bei Unternehmerinnen aus diversen Branchen und Regionen nachzufragen, welche Faktoren für sie erfolgsentscheidend sind – und wo sie noch Nachholbedarf sehen.

Von Karin Sattler

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