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Chancen und Hürden für Lebensmittel-Produzenten

Das Lebensmittelgewerbe garantiert trotz Corona die Grundversorgung der Bevölkerung. Wie sich Bäcker, Fleischer und Konditoren für die Aufgabe rüsten.

Bäcker bei der Arbeit
© Jenko Ataman/Adobe Stock Ob Bäcker, Konditoren oder Fleischer: Als Lebensmittelproduzenten tragen sie zur Grundversorgung der Bevölkerung bei.

Wenn dieser Tage von der Lebensmittelversorgung die Rede ist, stehen vor allem sie im Vordergrund: die großen Player des Lebensmittelhandels und der -industrie. Kaum im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung sind aber die vielen kleinen Betriebe aus dem Lebensmittelgewerbe, die auch in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten.

942 Betriebe zählt das weiß-grüne Lebensmittelgewerbe laut aktuellen WKÖ-Daten derzeit, wobei das Gros auf Bäcker (186 Betriebe), Konditoren (155) und Fleischer (147) entfällt. Wir haben mit Branchenvertretern gesprochen, wie ihre Betriebe auf die neuen Herausforderungen reagieren.

Wie die Fleischer durch die Krise kommen

Durchwachsen fällt die Bilanz von Fleischer-Innungsmeister Josef Moßhammer aus. Das Bewusstsein, regional einzukaufen, sei zwar durch Corona gestiegen, allerdings seien bei Betrieben mit dem Fokus auf das Imbissgeschäft „die Umsätze massiv eingebrochen“. Umso wichtiger sei es, in Zeiten wie diesen am Puls der Zeit zu sein: „Diejenigen Betriebe, die neue Vertriebswege und Kommunikationsmittel gut zu nützen wissen, können viel wettmachen.“
Das zeige sich auch im eigenen Betrieb: „Ob Messenger, WhatsApp, Mail oder Telefon, wir haben Bestellungen am laufenden Band. Die Kunden nutzen gerade jetzt auch gern unsere Automaten, und wir bieten Paketzustellung an.“

Zur Situation der Bäcker

Zwiespältig fällt die Bilanz von Bäcker-Innungsmeister Heinz Regula aus: Während die Lieferanten der Gastronomie enorme Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, profitieren jene, die auf Hauszustellung setzen. „Das ist ein Service, das jetzt spürbar wertgeschätzt ist.“ Es gebe wieder mehr Bewusstsein fürs regionale Traditionshandwerk.
Allerdings: Auch die Lieferanten des Handels kämpfen mit Umsatzrückgängen, „weil viele Konsumenten zu vorverpackter Ware greifen oder selbst Brot backen.“ Besonders durch die Finger schauen jene Betriebe, die auch ein Cafe betreiben. Regula fürchtet, dass „nicht alle Betriebe in der Branche das überstehen werden.“ Erst kürzlich haben zwei Grazer Traditionsbäckereien, Wölfl und Strohmayer, ihre Türen für immer geschlossen.

Die Rolle der Konditoren

Von einer schwierigen Lage berichtet auch Konditor-Innungsmeister Erich Handl: „Nur wenige Konditoren beliefern den Handel, und das Geschäft mit der Gastronomie ist komplett weggebrochen.“ Konditoreien dürften zwar offen halten, aber kaum jemand nutze das Angebot. Auch ein Zustellservice – wie in anderen Branchen üblich – rechne sich nicht. „Und so sind wir auch auf großen Teilen der Osterware sitzen geblieben“, zieht er eine bittere Bilanz.

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