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Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann

In wenigen Tagen ist es so weit: Mehr als 77.000 Unternehmer wählen ihre Vertretung. Die Spitze der WKO Steiermark zieht Bilanz über die Arbeit der letzten fünf Jahre. Schwerpunkte bleiben der faire Wettbewerb und die Fachkräfte-Offensive.

WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und Präsident Josef Herk (v. l.) ziehen Bilanz über die vergangenen fünf Jahre.
© Foto Fischer WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und Präsident Josef Herk (v. l.) ziehen Bilanz über die vergangenen fünf Jahre.

Der Countdown für die Wirtschaftskammer-Wahlen läuft: Schon in wenigen Tagen schreiten die weiß-grünen Unternehmer zur Wahlurne. Mehr als 77.000 steirische Unternehmer sind von 3. bis 5. März aufgerufen, ihre Vertretung neu zu wählen.

Mit diesem Stichtag endet auch die „Bilanzperiode“ der WKO Steiermark in der bisherigen Zusammensetzung. Zeit, um nach fünf bewegten Jahren einen Blick zurück und nach vorn zu werfen. „Wir sehen uns in der Wirtschaft aktuell mit äußerst fordernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Umso wichtiger ist eine starke Interessensvertretung“, betont WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. „Darum werden der Einsatz für fairen Wettbewerb und die Fachkräfte-Offensive Schwerpunkte unserer Arbeit bleiben“, unterstreicht er gemeinsam mit WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. Nicht ohne Stolz verweist die Kammerspitze auf die größten Erfolge, die in den letzten Jahren auf Landes- und Bundesebene erzielt wurden.

Blick in die Zukunft

Für die Zukunft hat sich die WKO Steiermark mit einem ambitionierten Arbeitsprogramm der Stärkung des Unternehmertums verschrieben. Ein umfassender Katalog sieht 120 Maßnahmen vor – vom Ausbau der Infrastruktur bis zur Sanierung des Landeshaushalts. Gefordert wird u. a. eine verpflichtende Wirtschaftsverträglichkeitsprüfung bei neuen Landesgesetzen. Ein weiterer Fokus soll darauf gelegt werden, den steirischen Arbeitsmarkt digitalisierungsfit zu machen. Ebenso auf der Agenda ist der Schutz von Umwelt und Klima. 

Die wichtigsten Erfolge im Überblick

Meisterprämie eingeführt: Während die Kosten für ein Hochschulstudium zu einem Großteil von der öffentlichen Hand getragen werden, fallen für die Meister- oder Befähigungsprüfung Kosten an. „Auf Initiative der WKO Steiermark wurde nun seitens des Landes und der Stadt Graz mit Jahresbeginn eine Meisterprämie von 1.000 Euro eingeführt“, so Herk. Künftig wolle man sich für eine bundesweite Lösung stark machen.

Bürokratieabbau: Der WKO Steiermark ist es gelungen, dass der ursprünglich dreistufige Instanzenzug im Baurecht auf ein zweistufiges Verfahren reduziert wurde. „Ein wichtiger Schritt hin zu effizienteren und damit rascheren Bauverfahren“, resümiert Herk.  

Standort gestärkt: Das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) konnte als Standortanwaltschaft etabliert werden. Die Experten haben damit Parteienstellung bei diversen Genehmigungsverfahren und sind die Anwaltschaft der Unternehmer bei UVP.

Infrastruktur ausgebaut: Mit dem Koralmtunnel und dem Semmeringbasistunnel sind zwei Jahrhundertprojekte auf Schiene. Ebenfalls erfreulich ist, dass es jetzt erstmals einen konkreten Zeithorizont für den Bau des Bosrucktunnels und damit für die Pyhrn-Schober-Achse gibt. „Damit wurde eine jahrelange Forderung der Wirtschaft erfüllt, die auch für die Erreichung der Klimaziele essentiell ist“, resümiert Herk.

Fachkräfte-Offensive: Der Fachkräftemangel bleibt eine der großen Herausforderungen für die Wirtschaft. Die WKO Steiermark hat daher ihr Bildungsangebot noch einmal ausgebaut und mit dem TalentCenter die weltbeste Bildungsinitiative etabliert – als solche wurde sie beim World Chamber Congress in Rio de Janeiro ausgezeichnet. Zudem ist es gelungen, Graz zum Austragungsort der Berufs-EM Euro­Skills im September 2020 zu machen. „Damit wollen wir dem dualen Ausbildungssystem jene Bühne bieten, die es verdient“, sagt Herk.

Flexible Arbeitszeiten: Einer der Meilensteine, die auf Bundesebene erreicht wurden. Durch das neue Arbeitzeitgesetz wurde die höchstzulässige Arbeitszeit auf zwölf Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich ausgedehnt.

Steuerentlastung: Die von der WKO forcierte Tarifreform hat die gewerbliche Wirtschaft um rund 400 Millionen Euro entlastet, das Aus für die Gesellschaftssteuer brachte weitere 100 Millionen Euro. „Unser Ziel ist eine weitere Senkung, damit mehr Netto vom Brutto bleibt“, so Herk und Dernoscheg.

Lohnnebenkosten gesenkt: Auch hier wurde viel erreicht, neben dem Unfallversicherungsbeitrag wurden auch der IESG-Beitrag sowie der Beitrag zum Familienlastenausgleichfonds gesenkt. „Unterm Strich konnten die Lohnnebenkosten um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr gesenkt werden“, bilanziert Herk.

Rechtssicherheit garantiert: Im Bereich der Doppelbesteue­rungsabkommen wurde nachgeschärft und neue Abkommen abgeschlossen.

Soziale Absicherung: Mit Erfolg hat sich die WKO für die Senkung der Krankenversicherungsbeiträge für Selbständige stark gemacht. Insgesamt müssen Österreichs Selbständige nun 90 Millionen Euro weniger Beiträge pro Jahr bezahlen. 

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